Inzidenzen zu hoch

Aus für Corona-Modellregionen in NRW: Keine Lockerungen für diese Städte und Kreise geplant

In NRW hatten sich insgesamt 46 Städte und Kreise als Modellregionen beworben - 14 erhielten am Ende den Zuschlag. Nun wird es wohl keine von ihnen.

NRW - Es ist noch keine 14 Tage her, als NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) verkündete, welche Kommunen in NRW zu Modellregionen werden und sich auf weitreichende Lockerungen freuen dürfen. Eigentlich sollte es am heutigen Montag (19. April) losgehen, aber nur 2 von 14 Regionen erfüllen die Mindestvoraussetzungen. Das Vorhaben steht auf der Kippe.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)
LandeshauptstadtDüsseldorf

Modellregionen in NRW: Erste Gruppe sollte am 19. April mit Corona-Lockerungen starten

Endlich wieder ins Theater gehen, Sport machen und ein Restaurant besuchen - für 14 Städte und Kreise in NRW hätte dies ab Montag (19. April) Realität werden können. Denn sie wurden als sogenannte Modellregionen ausgewählt und sollten in zwei Gruppen an jeweils zwei unterschiedlichen Tagen mit dem Projekt starten. Die erste Gruppe soll am 19. April starten. Das sind die Kommunen:

  • Stadt Ahaus
  • Kreis Coesfeld und Warendorf
  • Stadt Münster
  • Stadt Mönchengladbach
  • Stadt und Kreis Paderborn
  • Kreis Soest mit Soest und Lippstadt

Modellregionen in NRW: Zweite Gruppe sollte am 26. April Lockerungen zulassen

Die zweite Gruppe, mit acht Kommunen, sollte eine Woche später, also am 26. April beginnen. Das sind die Kommunen:

  • Kreis Düren
  • Stadt Hamm
  • Stadt Essen
  • Stadt Krefeld
  • Stadt Köln
  • Stadt Lennestadt
  • Stadt Siegen
  • Hochsauerlandkreis

NRW-Modellregionen hätten nur mit einer Inzidenz von unter 100 öffnen dürfen

Kernpunkt der Modellregionen: Sport-, Jugend- und Freizeiteinrichtungen, Bühnen und andere Kultureinrichtungen, der Einzelhandel sowie die Außengastronomie hätten wieder öffnen dürfen. Jedenfalls in der Theorie, denn die Modellregionen stehen vor dem Aus. Der Grund dafür sind die hohen Sieben-Tages-Inzidenzen in Nordrhein-Westfalen.

Mindestvoraussetzungen für die Modellregionen war, dass die Inzidenz in den Kommunen zum Start unter 100 liegt. Zum heutigen Start des Projektes hatten aber nur 2 von 14 Regionen eine Inzidenz im zweistelligen Bereich: Coesfeld mit einem Wert von 88,9 und Münster knapp mit 99,9. Die anderen zwölf Kommunen, die das Wirtschaftsministerium zur Teil-Öffnung des öffentlichen Lebens ausgewählt hatte, liegen aktuell im dreistelligen Bereich.

Damit hätten Coesfeld und Münster eigentlich heute starten können, doch auch dort wurde aufgrund des Infektionsgeschehens auf einen Projektbeginn verzichtet. Zu groß sei die Sorge vor steigenden Neuinfektionen (alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Corona-Modellprojekt in NRW: Von Anfang an zum Scheitern verurteilt?

NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart hatte am 9. April bekannt gegeben, dass sich insgesamt 46 Städte und Kreise als Modellregionen beworben hatten. Mindestvoraussetzung für den Start des Projektes war eine konstante zweistellige Sieben-Tages-Inzidenz sowie eine umfassende Teststrategie und ein gutes Hygienekonzept. Auch die Einführung einer Nachverfolgungs-App sollte dafür sorgen, dass der Betrieb von Sport- und Kulturstätten sowie von Außengastronomie auch in Pandemiezeiten möglich ist.

Schon bei der Bekanntgabe der Modellregionen kamen Zweifel auf, ob die Kommunen die geforderte zweistellige Inzidenz überhaupt einhalten können. Seit Wochen steigen die Infektionszahlen in NRW kontinuierlich an. War das Projekt von Beginn an zum Scheitern verurteilt?

Modellregion Coesfeld in NRW: Sport könnte ab dieser Woche wieder möglich sein

In Krefeld, wo das Lockerungs-Projekt in der kommenden Woche starten sollte, lag die Wocheninzidenz am Montagmorgen bei 238,8. Auch in Hamm, was ebenfalls in der zweiten Gruppe der Modellkommunen ist, ist die Inzidenz mit 227,9 relativ hoch. Zeitnahe Lockerungen dürften damit zumindest in diesen Städten vom Tisch sein.

Sollte sich die Infektionslage in den anderen Kreisen und Städten beruhigen, könnten die Regionen mit Öffnungen loslegen. Zumindest in Coesfeld könnten im Laufe dieser Woche immerhin noch Sportstätten im Rahmen des Modellvorhabens aufmachen - für Montag standen Beratungen von Kommunalvertretern zu dieser Möglichkeit auf dem Programm. Die Außengastronomie sowie Kultureinrichtungen sollen hingen geschlossen bleiben.

Angesichts des Infektionsgeschehens ist aber fraglich, ob der Kreis Coesfeld seine aktuellen Pläne überhaupt umsetzen kann. Binnen 24 Stunden kann die Inzidenz schnell über 100 steigen. Das zeigte erst kürzlich der Kreis Unna im Ruhrgebiet: Innerhalb kürzester Zeit sind die Infektionszahlen derart angestiegen, dass nun eine umstrittene Ausgangssperre in der NRW-Stadt herrscht.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/AFP

Mehr zum Thema