Bayern macht‘s vor

Ende der Maskenpflicht in Schulen in NRW nach den Herbstferien deutet sich an

Hat die Maskenpflicht an den Schulen in NRW bald ein Ende? Schon nach den Herbstferien könnte es so weit sein. Die Corona-Lage hat sich entspannt.

NRW – Nach den Sommerferien zeichnete sich an den Schulen in Nordrhein-Westfalen ein düsteres Bild ab. Kurz nach dem Beginn des flächendeckenden Präsenzunterrichts hatten sich laut den Angaben des Schulministeriums allein in NRW rund 30.000 Kinder in Corona-Quarantäne befunden. Bei über 6.500 Schülerinnen und Schülern war am damaligen Stichtag des 26. August auch wirklich eine Infektion mit dem Virus nachgewiesen worden.

BundeslandNRW
Beginn Herbstferien 202111. Oktober
Ende Herbstferien 202123. Oktober

Schulen in NRW: Zahl der Kinder in Corona-Quarantäne hat sich halbiert

Diese Zahlen liegen nun über vier Wochen zurück (Stand 29. September). Mittlerweile hat sich die Corona-Situation an den Schulen in NRW offenbar halbwegs entspannt. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Quarantäne habe sich zum 22. September (Mittwoch) im Vergleich zur Vorwoche auf 7.581 fast halbiert, erklärte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch (29. September) in Düsseldorf.

Insgesamt zeigten die rückläufigen Infektions- und Quarantänezahlen, dass der Präsenzunterricht im Klassenraum in NRW weiter zu verantworten sei, so die Ministerin weiter. Derzeit sei keine Schule vollständig wegen Corona geschlossen. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte, die wegen der Pandemie nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, liege zudem unter einem Prozent.

Schule in NRW: Land hält an Tests fest – wie geht es nach den Herbstferien weiter?

NRW halte außerdem weiterhin an den Testungen in den Schulen fest. An den Grund- und Förderschulen im Land gibt es zweimal wöchentlich sogenannte Lolli-Pooltests, an weiterführenden Schulen dreimal wöchentlich Antigen-Selbsttests (weitere Nachrichten zu Corona in NRW bei RUHR24 lesen).

In den Herbstferien, die in NRW am 11. Oktober starten, müssen sich Eltern und Kinder sowie Jugendliche dann selbst um einen Corona-Test kümmern, wenn sie zum Beispiel an einer Veranstaltung mit Zulassungsbeschränkungen wie der 3G-Regel teilnehmen möchten. Die Tests bleiben für unter 18-Jährige vorerst weiterhin kostenlos. Das hatten Bund und Länder kürzlich beschlossen.

Ende der Maskenpflicht an NRW-Schulen gefordert: „Qual“ für die Kinder

Für die Zeit nach den Herbstferien denke die Landesregierung aktuell über neue Corona-Regeln an den Schulen in NRW nach. Das Thema sei jedoch schwierig, erklärte Yvonne Gebauer. Einerseits gehe die Zahl der Corona-Neuinfektionen zurück, andererseits werde aber vor einer neuen Infektionswelle gewarnt.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) schließt ein Ende der Maskenpflicht an den Schulen nicht aus.

Da viele Kinder sowie Lehrerinnen und Lehrer mittlerweile gegen das Coronavirus geimpft seien, würden allerdings auch Forderungen nach einem Ende der Maskenpflicht im Unterricht laut. Der SPD-Abgeordnete Jochen Ott fragte am Mittwoch, ob es nicht eine gestaffelte Regelung geben könnte - damit zumindest an Orten mit geringer Neuinfektionsrate im Klassenzimmer am Platz die Maske abgenommen werden kann.

Die AfD in NRW forderte die komplette Abschaffung der Maskenpflicht nach den Ferien. Für die Kinder sei das eine „Qual“, so der Abgeordnete Helmut Seifen. In Bayern beispielsweise soll die Maskenpflicht in den Klassenzimmern schon kommende Woche abgeschafft werden.

Video: Teil-Ende der Maskenpflicht an bayerischen Schulen?

NRW-Schulministerin Gebauer denkt über Ende der Maskenpflicht nach den Ferien nach

Und auch in NRW sollen bald Entscheidungen zu dem Thema fallen. Zwar hielte Yvonne Gebauer das Tragen eines Mundschutzes für ein sicheres Mittel zum Schutz vor Corona-Ausbrüchen unter den Schülern. „Aber die Maske ist für die Kinder auch eine Zumutung“, so die Schulministerin weiter.

Klarheit solle es vonseiten der Landesregierung schon in den kommenden Tagen geben. Noch vor dem Start der Herbstferien würden die Schulen Anfang nächster Woche (ab 4. Oktober) informiert. Dazu werde es auch einen Brief an die Eltern geben, so Gebauer. mit dpa-Material

Rubriklistenbild: © INA FASSBENDER

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