Dringender Appell

Lockerungen in NRW – Laumann warnt gleichzeitig vor vierter Welle

Auch wenn die Corona-Zahlen grundsätzlich weiterhin niedrig sind, breitet sich die Delta-Variante in NRW aus. Der Gesundheitsminister hat einen Appell.

Düsseldorf/NRW – Ab Freitag (9. Juli) treten in NRW viele Corona-Lockerungen in Kraft*. Dann entfallen Kontaktbeschränkungen grundsätzlich und in vielen Bereichen auch die Abstandsregelung und Maskenpflicht. Trotzdem warnt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) vor einer vierten Corona-Welle, wie RUHR24* berichtet.

NameCorona, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Lockerungen in NRW: Laumann warnt vor vierter Corona-Welle

„Natürlich macht mir die Delta-Variante Sorgen“, erklärte Laumann am Donnerstag gegenüber WDR. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Corona-Mutante, die als besonders ansteckend gilt, mittlerweile in Deutschland zur vorherrschenden Virus-Variante geworden.

Demnach wurde die Variante B.1.617.2 etwa bei 59 % der Corona-Fälle nachgewiesen. Diese Entwicklung beunruhigt auch Experten wie SPD-Politiker Karl Lauterbach. „Wir sind in einer Phase, in der die Fallzahlen wieder steigen und sich der Impffortschritt verlangsamt. Der Zeitpunkt der Lockerungen hat mich überrascht“, sagte Lauterbach ebenfalls dem WDR. Er empfehle jetzt: „So viel wie möglich draußen machen und drinnen vorsichtig sein: Maske tragen und Abstand halten.“

Eine aktuelle Sorge: Die Delta-Variante des Coronavirus könnte laut neuesten Erkenntnissen aus Israel resistent gegen die zugelassenen Impfstoffe* sein. Die dort steigende Zahl neuer Corona-Fälle in Israel könne demnach ein „erstes Signal“ für eine verminderte Wirksamkeit der Corona-Vakzine sein.

Laumann appelliert: Mit Corona-Impfung gegen vierte Welle wappnen

Impfungen seien laut Laumann trotzdem gerade jetzt wichtig. „Die vierte Welle wird auf uns zukommen. Lassen Sie sich impfen“, appellierte der NRW-Gesundheitsminister. Mittlerweile seien mehr als 40 Prozent der Menschen in NRW bereits zweimal geimpft worden und haben damit den voll Impfschutz erhalten. Auch die landesweite Inzidenz bliebe stabil unter 10 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Auch der Inzidenzwert als Maßeinheit wird mit Blick auf die niedrigen Zahlen und neuen Lockerungen diskutiert. Laumann will allerdings an diesem Maßstab festhalten. „Man muss die Inzidenzen, den R-Wert und die Situation in den Krankenhäusern zusammen sehen. Ich wollte aber unbedingt einen Automatismus haben, wenn es regional wieder mehr wird“, sagte er.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hält hingegen nicht unbedingt an der Inzidenz als Maßstab fest, wie unter anderem das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. Laut Wissenschaftlern sei die Belastung des Gesundheitssystems durch Corona* – wie die Auslastung der Intensivstationen – der entscheidendere Messwert, so der CDU-Politiker. Bund und Länder seien derzeit darüber im Austausch. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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