Fallzahlen regional wieder höher

Corona-Inzidenzen in NRW steigen wieder: Kitas droht erneut ein harter Lockdown

Der stellvertretende NRW-Ministerpräsident Joachim Stamp
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NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) denkt, dass der Kita-Regelbetrieb noch länger aussetzen muss.

In NRW droht Kitas bei einem erneuten Anstieg der Corona-Neuinfektionen ein harter Lockdown. In einigen Regionen sind die Werte kritisch.

NRW - Zuletzt fiel die 7-Tages-Inzidenz in NRW leicht, tags zuvor war sie aber in gleichem Maße angestiegen. Aktuell ist es ein andauerndes auf und ab. Von einer Corona-Inzidenz unter 35 ist NRW aber eindeutig weit entfernt – und somit auch von weiteren Lockerungen im Lockdown. In einigen Regionen könnte die Entwicklung der Neuinfektionen sogar dazu führen, dass Kitas wieder in den Notfallbetrieb zurück müssen.

VirusCoronavirus/Sars-Cov-2
MaßnahmenLockdown, Maskenpflicht u.a.
Impfung seitDezember 2020

NRW/Corona: Regional steigende Inzidenzen könnten zurück zum Kita-Notbetrieb führen

Am Dienstag (2. März) verzeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) in NRW bezüglich des Coronavirus eine 7-Tage-Inzidenz von 64,3. Damit sank sie im Vergleich zum Vortag leicht, um 0,2 Prozentpunkte. Am Montag (1. März) lag die Inzidenz bei 64,4. Doch der Vergleich zu den Werten von vor einer Woche zeigt, bestenfalls kann von einer Stagnation der Corona-Inzidenz gesprochen werden. Eher von einem Anstieg: Denn noch vor einer Woche lag der Wert bei 61,7 (mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Einige Regionen in NRW sind längst wieder zum Corona-Hotspot deklariert worden. Der Märkische Kreis etwa weist aktuell eine Inzidenz von 124,6 auf. Auch der ewige Hotspot Hagen liegt wieder bei einem Wert knapp über 100. Solingen bei 133, 8. In diesen Städten und Kreise schwindet die Hoffnung, auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. Besonders in den Kitas könnte die steigende Inzidenz zu einem erneuten Lockdown führen.

Doch die Entwicklung in NRW ist nicht überall gleich. Es gibt auch Kreise, die besser dastehen. In Dortmund liegt die Inzidenz bei 63,7. In Münster sogar nur bei 30,8. Und wegen dieser regionalen Unterschiede erklärte NRW-Familienminister Joachim Stamp Ende Februar im Landtag sinngemäß: Dort, wo es schlecht läuft, könnte es coronabedingt zu regionalen Schließungen der Kitas kommen.

Kitas in NRW: Notbremse ziehen sobald Corona-Neuinfektionen wieder zunhemen

Bereits am 25. Februar erklärte Stamp laut RP Online: Die weiteren Öffnungsschritte, die NRW für den 8. März auch für die Kitas anvisiert hatte, stünden unter Vorbehalt. Sollte es zu einem sprunghaften Anstieg der Zahlen zu Corona-Neuinfektionen kommen, könnte sogar genau Gegenteiliges der Fall werden. Dann müssten Kitas, in denen die Neuinfektionen stark zunehmen die „Notbremse“ ziehen, so Stamp. Heißt im Klartext: Es kann zu regionalen Schließungen der Kitas kommen(mehr News zur Corona-Pandemie in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de).

Dabei kehrten die Kitas in NRW erst am vergangenen Montag (22. Februar) zum eingeschränkten Regelbetrieb zurück. Eingeschränkt, weil zwar alle Kinder wieder kommen dürfen, das Betreuungsangebot jedoch pauschal um zehn Stunden pro Woche gekürzt wurde. Außerdem müssen die Kinder in festen Gruppen betreut werden, die sich nicht untereinander mischen dürfen.

Corona in NRW: Regionale Schließung aufgrund steigender Inzidenz - Kitas öffnen nur im Notbetrieb

Sollte die „Notbremse“ gezogen werden müssen, könnte das für die Kitas sogar noch striktere Regeln zur Folge haben, als es in der Zeit zwischen Weihnachten und dem 22. Februar der Fall war. Während in dieser Zeitspanne die Eltern in NRW lediglich dazu angehalten waren ihre Kinder „wenn möglich zu Hause zu betreuen“, könnte der erneute Lockdown zurück in den Notbetrieb führen – wie ihn Eltern bereits aus dem Frühjahr 2020 kennen: Ein Notbetrieb, bei dem nur Eltern aus bestimmten systemrelevanten Berufen ihre Kinder in die Kita schicken dürfen.

Video: NRW startet am 8. März mit Impfungen in Kitas und Schulen

Stamp stellte dazu laut WAZ klar, dass man plane die Berufe, die als systemrelevant gelten, „sehr eng fassen“ wird. Ein Lichtblick gibt es dennoch: Der harte Lockdown soll nur regional greifen und nicht für ganz NRW. In Regionen mit entspannterer Inzidenzlage können die Kitas also weiter geöffnet bleiben.

Konkrete Inzidenz-Werte, ab wann die Kitas wieder schließen müssen nannte Stamp nicht, und folgt damit der Linie, die NRW-Ministerpräsident Armin Laschet vor dem anstehenden Corona-Gipfel (3. März) vorgibt: Der CDU-Chef hält nichts von starr an Inzidenz-Werte geknüpfte Öffnungs- oder Schließungsregelungen. Inwieweit es ab Mitte März dennoch zu Lockerungen kommen könnte, machen Stamp und Laschet auch von anderen Faktoren abhängig. Dazu zählen mehr Schnelltests, Impfungen und eine verbesserte App zur Kontaktnachverfolgung.

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