Schutz für unter Zwölfjährige

Keine Corona-Impfung für Kinder: NRW reagiert jetzt auf mögliche Impfpflicht für Lehrer

Beim Thema Corona-Impfungen haben Kinder noch immer das Nachsehen. Trotzdem sollen sie gegen das Virus geschützt werden. Eine Impfpflicht für Lehrer wird gefordert.

NRW – In NRW gelten mittlerweile mehr als acht Millionen Menschen als vollständig gegen Corona geimpft (Stand 12. Juli). Seit Ende Mai können sogar Jugendliche ab 12 Jahren mit dem Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer gegen das Virus geimpft werden. Kinder, die jünger sind, haben noch immer das Nachsehen.

Deutscher Ethikratunabhängiger Sachverständigenrat
VorsitzendeAlena Buyx (seit Mai 2020)
Gründung11. April 2008

Gefahr einer Corona-Infektion für Kinder: Impfpflicht für Lehrer und Erzieher gefordert

Damit diese Kinder in den Schulen und Kindertagesstätten nicht ständig der Gefahr eine Corona-Infektion ausgesetzt sind, wird nun erneut das Thema Impfpflicht ins Spiel gebracht. Wolfram Henn, Mitglied des Deutschen Ethikrats, fordert konkret die Impfpflicht für Lehrer und Erzieher.

Der Grund: An den Schulen und Kitas in Deutschland sei ein Schutz für Kinder unter zwölf Jahren nicht gegeben, weil es für sie nach wie vor keinen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt. Lehrkräfte und Kita-Mitarbeiter sollten deshalb in die Pflicht genommen werden. „Wer sich aus freier Berufswahl in eine Gruppe vulnerabler Personen hineinbegibt, trägt eben besondere berufsbezogene Verantwortung“, so der Humangenetiker gegenüber der Rheinischen Post.

Kein Corona-Schutz für unter Zwölfjährige: Kinder könnten andere infizieren

Lehrer und Erzieher könnten so dazu beitragen, dass die unter Zwölfjährigen auch ohne eigene Impfung gegen eine Infektion mit dem Coronavirus besser geschützt sind. Für Kinder unter zwölf Jahren liegt laut dem Robert Koch-Institut (RKI) noch keine Empfehlung für eine Corona-Impfung vor. Sollte ein Impfstoff für jüngere Kinder zugelassen werden, werde die Stiko diese Daten bewerten und womöglich eine weitere Empfehlung aussprechen.

Wolfram Henn sieht die Gefahr einer Infektion nicht nur für die Jüngeren selbst. Laut des Ethikrat-Mitglieds hätten Kinder selbst ein geringes Risiko, schwer an Covid zu erkranken. Man müsse aber weiter damit rechnen, „dass sie das Virus in ihre Familien tragen und Menschen aus Risikogruppen infizieren“, so Henn weiter.

Corona-Impfpflicht für Lehrer und Erzieher in NRW: Etwa 70 Prozent sollen Erstimpfung erhalten haben

Aber wie viele Lehrkräfte und Kita-Mitarbeiter würde eine Corona-Impfpflicht in NRW überhaupt betreffen? Belegbare Zahlen darüber, wie viele Lehrer und Erzieher landesweit eine Corona-Impfung erhalten haben, liegen nicht vor. Laut dem Gesundheitsministerium sollen jedoch alle Lehrer in NRW ein Impfangebot bekommen haben (mehr Corona-News aus NRW auf RUHR24).

Wie die Rheinische Post weiter berichtet, haben Schätzungen des Lehrerverbands zufolge, etwa 70 Prozent eine Erstimpfung erhalten und etwa 40 Prozent den vollständigen Impfschutz gegen Corona. Das seien jedoch nur Schätzwerte, Statistiken dazu gebe es nicht.

Corona: Ist eine Impfpflicht für Lehrer und Kita-Mitarbeiter in NRW denkbar?

Wie realistisch die Umsetzung einer Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie Lehrer und Erzieher wirklich ist, bleibt außerdem abzuwarten. Laut Infektionsschutzgesetz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist eine Impfpflicht in Deutschland zunächst ausgeschlossen. Spahn betonte die Freiwilligkeit in den vergangenen Monaten immer wieder.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte mehrfach, dass es in Deutschland keine Impfpflicht gegen Corona geben werde.

Ähnlich ist auch die Ansage aus NRW: Verpflichten wolle das Land niemanden, wie die Rheinische Post schreibt. Stattdessen wolle man mehr Werbung für Corona-Impfungen machen, auch in den Städten und Gemeinden. Impfstoff sei nun ausreichend da – in NRW ist am Montag (12. Juli) außerdem die Aktion „Woche des Impfens“ gestartet.

Mit dieser Maßnahme will das Land mehr Menschen von einer Impfung gegen Corona überzeugen und die Motivation stärken. In vielen NRW-Städten können sich Impfwillige mittlerweile auch ohne Termin impfen lassen, so zum Beispiel in Dortmund.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst

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