Empfehlung der Stiko

Corona-Impfung in NRW: Wo es jetzt Termine für Kinder und Jugendliche gibt

Das Land NRW folgt der Einschätzung der Stiko und empfiehlt ab sofort Impfungen für Kinder und Jugendliche. Ab welchem Alter sie infrage kommen und wo Schüler sie bekommen.

Dortmund/Düsseldorf – Pünktlich zum Schulstart in NRW* sollen sich nun auch Schüler im Alter von 12 bis 17 Jahren gegen das Coronavirus* impfen lassen. Zuvor war der Pieks nur für Jugendliche vorgesehen, die Vorerkrankungen haben oder in Haushalten mit alten oder gefährdeten Personen leben. Das ändert sich jetzt, berichtet RUHR24*.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Schutzimpfung gegenCoronavirus (Sars-CoV-2)
NRW-GesundheitsministerKarl-Josef Laumann

Corona-Impfung für Schüler in NRW: Ab wann können sich Kinder und Jugendliche impfen lassen?

Wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag (17. August) in Düsseldorf mitteilte, gilt ab sofort die Impf-Empfehlung für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren. Die Hoffnung: Dass sich in dieser bislang wenig immunisierten Altersklasse mehr Menschen impfen lassen – und damit sich und andere vor einer schweren Covid-19-Infektion schützen.

In dieser Altersgruppe sind bislang erst rund ein Viertel der Bürger gegen das Coronavirus geimpft, sagte Laumann bei der Verkündung neuer Corona-Regeln*. Laut RKI sind es genau 29 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, die bisher die erste Impfung erhalten haben. Vollständig geimpft sind bisher 17,5 Prozent der Jugendlichen (Stand 17. August) .

Für Laumann ist klar, dass da noch Luft nach oben ist: „Wir werden jetzt dafür werben, dass sich die 12 bis 17-Jährigen stärker impfen lassen“, sagte der Minister. Insbesondere mit Blick auf die rasant steigenden Infektionszahlen in NRW (siehe Grafik) bietet die Impfung nach Einschätzung von Experten deutlich mehr Schutz, als dass sie schadet.

Corona in NRW: Wo gibt es die Impfungen für Kinder und Jugendliche?

Damit die jungen Leute schnell durchgeimpft werden können, soll die Impfung möglichst einfach zu bekommen sein. Kinder und Jugendliche, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, können das ab sofort hier tun:

  • in einem Impfzentrum
  • beim Hausarzt
  • oder beim Kinderarzt

Jugendliche im Alter von 12 bis 15 müssen dazu die von den Eltern unterschriebene Einwilligungserklärung sowie den unterzeichneten Aufklärungsbogen mitbringen. Ab 16 Jahren ist keine Einwilligung der Eltern erforderlich. Die Erziehungsberechtigten selbst müssen nicht bei der Impfung der Jugendlichen dabei sein.

Da die Impfzentren in NRW nur noch bis zum 30. September geöffnet haben, übernehmen anschließen die niedergelassenen Ärzte die Impfungen von Kindern und Jugendlichen. Sie klären ebenfalls über Nutzen und Risiken der Corona-Impfung auf.

Corona-Impfung für Schüler: Was ist der Nutzen, was sind Risiken und Nebenwirkungen?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte die Corona-Impfung* zunächst erst für Menschen ab 18 Jahren empfohlen. Grund war unter anderem, dass junge Menschen selten schwer erkrankten. Mittlerweile liegen ausreichend neue Daten vor, um Kinder allgemein mit den gängigen Impfstoffen schützen zu lassen, schreibt die Stiko auf der Seite des RKI.

Grundlage sind Daten von 10 Millionen Impfungen von Kindern und Jugendlichen, vor allem in den USA. Dabei zeigte sich auch, dass die Delta-Variante auch bei Jüngeren für mehr Infektionen sorgt. Davor schützt eine Corona-Impfung zuverlässig.

Nach gegenwärtigem Wissensstand überwiegen die Vorteile der Impfung das Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen.

Ständige Impfkommission

Als „sehr seltene Impfnebenwirkung“ bezeichnet die Stiko hingegen Herzmuskelentzündungen, die im Zusammenhang mit der Impfung insbesondere bei jungen Männern auftreten können. Patienten hatten nach medizinischer Versorgung im Krankenhaus jedoch „einen unkomplizierten Verlauf“. Zudem würden Daten aus dem Ausland zeigen, dass das Herz auch durch eine Covid-19-Infektion angegriffen werden kann.

Die Stiko rät nun auch Kindern und Jugendlichen zur Impfung.

Die Stiko geht davon aus, „dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen“. Ungeimpften drohen nach Änderung der Coronaschutzverordnung in NRW zudem weitere Einschränkungen*.

Schulstart in NRW: Auch in Dortmund sind „die ersten zwei Wochen kritisch“

NRW-Gesundheitsminister Laumann hofft jetzt, dass sich viele Eltern und Jugendliche dazu entschließen, sich impfen zu lassen. Das helfe auch bei der Frage nach der Quarantäne in Schulen. Diese sei für geimpfte Schüler anders zu bewerten, als für solche ohne Impfung, sagte er.

Auch in Dortmund hat man zum Schulstart besondere Corona-Vorkehrungen getroffen*. „Die ersten zwei Wochen sind kritisch“, warnte Schuldezernentin Daniela Schneckenburger (Grüne) Anfang August im Interview mit RUHR24*. Die Impfbereitschaft der Eltern sei in dieser Zeit entscheidend, sagte sie. Das gilt jetzt wohl auch für die der Schüler selbst. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Georgios Kefalas/dpa

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