Minister entschuldigt sich

Laumann sorgt mit Kritik an Impftempo von Ärzten für Empörung: „Impfen statt Golfen“

Karl-Josef Laumann hat das Impf-Tempo bei Hausärzten kritisiert. Mit einem unüberlegten Spruch sorgte der NRW-Gesundheitsminister unter der Ärzteschaft für Empörung.

Düsseldorf – Mit dieser Äußerung hat sich NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumman (CDU) wohl ins eigene Fleisch geschnitten. Bei einer Veranstaltung am Montag (15. November) in Düsseldorf hatte der Politiker laut der Ärztezeitung gesagt: „Statt Golfen am Samstag“ sollten Ärzte samstags impfen. Der Spruch fiel im Zusammenhang über die andauernde Debatte über das fehlende Tempo bei den Booster-Impfungen im Kampf gegen das Coronavirus.

PolitikerKarl-Josef Laumann
AmtNRW-Gesundheitsminister
ParteiCDU

„Samstags impfen statt golfen“ – NRW-Gesundheitsminister Laumann verärgert Ärzteschaft

Laut Bericht habe Laumann Ärzte aufgefordert, auch samstags gegen Corona zu impfen, „statt golfen“ zu gehen. Schließlich würden Hausärzte am Wochenende für jede verabreichte Impfung 36 Euro bekommen, habe der 64-Jährige hinzugefügt. Die Hausärzte „haben gewollt, dass es im Regelsystem stattfindet. Jetzt müssen sie auch machen“, so Laumann weiter.

Mit seiner frechen Äußerung in Richtung Ärzteschaft, wie man denn die Impfquoten steigern könnte, löste der Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen eine regelrechte Welle der Empörung aus. Dirk Spelmeyer, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) in Dortmund, erklärte: „Bei allem Respekt für Herrn Laumann, der normalerweise alle Facetten zwischen Bundeskanzleramt und Bundeskegelbahn perfekt abdeckt: Hier ist er weit übers Ziel hinausgeschossen.“

NRW-Minister Laumann: Politiker löst mit Ärzte-Spruch Welle der Empörung aus

Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach reagierte bei Twitter mit harscher Kritik am CDU-Mann. „Statt die Hausärzte jetzt lang zu machen („Golfspieler“) hätte man die Impfzentren nicht schließen sollen und die Maskenpflicht in Schulen nicht abschaffen dürfen. Beides war absehbar problematisch“ (mehr Nachrichten zu Corona in NRW bei RUHR24 lesen).

Der Hausarzt Dr. Marc Handefeld aus Niedersachsen machte seinem Ärger über die Golfplatz-Äußerung ebenfalls Luft. „Wir Ärztinnen und Ärzte fahren auf der letzten Rille, und statt dass die Politik ihre Fehler korrigiert, beschimpft man uns auch noch. Samstag impfen statt Samstag Golfen? Das ist so ziemlich die größte Unverschämtheit während der gesamten Pandemie“, schrieb er bei Twitter.

Corona-Booster-Impfungen: Minister Laumann entschldigt sich für Äußerung gegen Ärzte

Und Minister Laumann? Der versuchte sich nach dem massiven Echo auf seinen Spruch in Schadensbegrenzung. Von seinem Ministerium ließ er mitteilen, dass er im Zusammenhang mit der Frage, wie man die Auffrischungsimpfungen weiter vorantreiben könnte, einen Vergleich gezogen habe, „der zu Irritationen geführt hat.“

Und weiter: „Das bedauere ich sehr und dafür entschuldige ich mich. Es war kein kluger Vergleich.“ Die Ärztinnen und Ärzte sowie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisteten tagtäglich großartiges und hätten den entscheidenden Anteil an der Pandemiebekämpfung.

Die Entschuldigung konnte jedoch nicht alle Ärzte besänftigen. Bei Twitter fordern nun einige, dass Karl-Josef Laumann „die angegriffene Personengruppe öffentlich und persönlich um Verzeihung bittet.“

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/AFP; Collage: RUHR24

Mehr zum Thema