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Corona-Erstimpfungen: Impfstoff ist knapp – aber Laumann hat große Neuigkeiten

In Impfzentren werden vorerst keine Erstimpfungen mehr durchgeführt. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zeigte sich optimistisch und will schon bald allen ein Impfangebot machen.

NRW – Die Meldungen um den Corona-Impfstoff reißen nicht ab. Mal sind es Nebenwirkungen, mal Liefer-Verzögerungen, mal ein zu geringes Kontingent des Covid-19-Vakzins. Doch in letzter Zeit sah es so aus, als würde die Impfkampagne in Deutschland endlich ins Rollen kommen. Jetzt der nächste Dämpfer: Der Impfstoff für die Erstimpfungen wird knapp. NRW-Gesundheitsminister scheint der Problematik gelassen entgegenzusehen und macht den Bürgern ein Versprechen.

NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und SozialesKarl-Josef Laumann
ParteiCDU
Geboren11. Juli 1957

Corona-Impfstoff für Erstimpfungen fehlt in NRW: Laumann macht Hoffnung

Am Mittwoch (2. Juni) sorgte eine Meldung aus dem NRW-Gesundheitsministerium bei vielen, die noch nicht geimpft sind, für einen großen Schreck. Bis mindestens Mitte Juni könne in den Impfzentren keine Erstimpfungen mehr durchgeführt werden. Der Grund: Die Kontingente für die Erstimpfungen seien ausgeschöpft.

Und das, obwohl ab Montag (7. Juni) deutschlandweit die Impfpriorisierung aufgehoben wird und Kinder ab 12 Jahren in die Impfkampagne mit aufgenommen werden sollen. Doch das Gesundheitsministerium bleibt dabei: vorerst keine Erstimpfungen in Impfzentren.

Engpass mit Corona-Impfungen: Minister Laumann zeigt sich gelassen

Was wie ein Rückschlag für die Impfkampagne klingt, klingt in den Worten von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann weitaus weniger tragisch. Im WDR5-Morgenecho zeigte sich der CDU-Politiker am Freitag (4. Juni) optimistisch.

Der Minister geht davon aus, dass sich der Engpass bald wieder regulieren wird – und das, obwohl die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KV) berichtete, dass in dieser Woche bundesweit nur 2,5 Millionen Impfdosen geliefert worden seien und das weitaus weniger sei, als ursprünglich geplant (mehr aktuelle News zur Corona-Krise in NRW bei RUHR24).

Corona in NRW: Laumann will bis September allen ein Impfangebot machen

Gegenüber dem WDR gab Laumann jedoch an, dass es bereits Ende Juni, Anfang Juli wieder soviel Impfstoff gebe, dass Hausärzte, Impfzentren und Betriebsärzte dann dementsprechend impfen könnten – zumindest hoffe er das. Dann werde man auch bis Ende des Sommers jedem ein Impfangebot machen können.

Er ist davon überzeugt, Anfang September alle impfen zu können, die sich auch gegen Corona impfen lassen wollen. „Wenn nicht der Impfhimmel über uns zusammenbricht“, räumte Laumann allerdings noch ein. Denn man könne mal nichts dagegen tun, dass das Tempo der Impfkampagne von dem verfügbaren Impf-Kontingent bestimmt werde.

Rückschlag für die Impfkampagne? NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zeigt sich optimistisch.

Corona-Impfstoff wird knapp: Laumanns Versprechen gerät ins Wanken

Noch gibt es Juli, August und September vonseiten des Bundesministeriums keine Prognosen wie viel Impfstoff der einzelnen Hersteller geliefert werden soll. Bis Ende Juni sollen es aber insgesamt 13.062.450 Impfdosen sein, wie aus einer Tabelle zu den Lieferprognosen der Hersteller hervorgeht.

Da bereits in der 22 Kalenderwoche weniger Impfstoff geliefert wurde, könnten sich die Prognosen in Luft auflösen und das Versprechen von Minister Laumann ins Wanken geraten. Hinzu kommt die durch die Bundesregierung aufgehobene Impfpriorisierung ab Montag (alle aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie im Live-Ticker von RUHR24).

Impfpriorisierung fällt ab 7. Juni: Laumann rechnet nicht mit einem Ansturm

Aber auch dem sieht Laumann erstaunlich gelassen entgegen. Noch sei man aktuell dabei Menschen der Priorisierungsgruppe 3 mit Corona-Impfungen zu versorgen. „Die Prio 3, ist so groß, dass das sowieso schon fast drei Viertel der Bevölkerung ist“, sagte Laumann. Er rechnet zumindest in NRW nicht mit einem zusätzlichen Ansturm.

In NRW sind aktuell 47,8 Prozent der Bevölkerung bereits mit einer ersten Impfung versorgt. Im Ländervergleich liegt das bevölkerungsstärkste Bundesland damit auf Platz drei. Nur das Saarland und Bremen haben bislang gemessen an der Einwohnerzahl mehr Erstimpfungen durchgeführt. Nun nehmen die Zweitimpfungen an Fahrt auf. Rund 20 Prozent in NRW sind bereits vollständig geimpft.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa, Federico Gambarini/dpa, Collage: RUHR24

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