Maßnahme in der Pandemie

NRW: Arzt wendet Trick bei Corona-Impfung an: Patienten staunen

Ein Hausarzt aus NRW hat es geschafft, deutlich mehr Corona-Impfungen zu verabreichen, als geplant. Die Patienten staunen über die wundersame Vermehrung.

Siegen / NRW - Fünf, sechs oder gar sieben Impfungen aus einer Ampulle mit dem Vakzin gegen Corona? Über die Anzahl an Impfungen, die sich mit einem Fläschchen verabreichen lassen, hat es zuletzt verschiedene Angaben gegeben. Ein Arzt aus NRW hat es nun geschafft, offenbar das Maximum herauszuholen. RUHR24.de* verrät, wie genau.

Impfstoff-HerstellerBiontech
Schutz gegenErkrankung mit Covid-19
Zulassung 21. Dezember 2020

Arzt aus NRW holt Maximum aus Corona-Impfstoff von Biontech heraus

Frank Leyener heißt der Mediziner, der als Hausarzt im Landkreis Siegen-Wittgenstein ganz im Süden von NRW praktiziert - und der offenbar bei der Verabreichung der Corona-Impfung von Biontech* ein glückliches Händchen hat.

So soll es der Arzt laut einem Bericht der Siegener Zeitung geschafft haben, statt der vorgesehenen fünf Corona-Impfungen sogar sechs oder sieben aus einem Fläschchen gezogen zu haben. „Da muss man sehr sorgfältig arbeiten, dann geht das“, sagt Leyener der Siegener Zeitung.

Arzt aus NRW: Bis zu sieben Impfungen sind mit einem Biontech-Fläschchen drin

Grund für den Impferfolg des Arztes ist ein einfacher Trick: So lassen sich durch vorschriftsmäßiger Verdünnung des Impfstoffs mit Kochsalzlösung mehr Dosen entnehmen, als der geplanten fünf. Denn: Die Biontech-Ampullen enthalten mehr Impfstoff, als angegeben, sind also überfüllt, damit das Impf-Personal die Dosen einfacher entnehmen kann.

Dass sogar sieben Corona-Impfungen erreicht werden können, das schaffen laut Experten selbst geübte Fachkräfte nicht. Ohnehin seien dafür spezielle Spritzen und Nadeln notwendig, die nicht überall verfügbar seinen, berichtet die Pharmazeutische Zeitung.

Arzt aus NRW verabreicht übrig gebliebene Corona-Impfungen seinen eigenen Patienten

Frank Leyener dagegen offenbar schon. Eigentlich war seine Aufgabe lediglich, Menschen in einem Altenheim im Landkreis Siegen-Wittgenstein zu impfen. Doch als der Hausarzt feststellte, dass durch den Trick Impfdosen übrig blieben, impfte er damit kurzerhand die Patienten seiner eigenen Praxis.

Weil ein Patient via Facebook das Ganze öffentlich machte, wurde auch das örtliche Gesundheitsamt hellhörig. Ging es bei Leyener mit rechten Dingen zu? Der Hausarzt versichert: Die zusätzlichen Impfdosen hätten nur Patienten bekommen, die dringend darauf angewiesen seien. Darunter vor allem Menschen über 80 oder Patienten mit schweren Vorerkrankungen (Hier mehr News zum Coronavirus in NRW* auf RUHR24.de lesen).

Übriggebliebener Corona-Impfstoff hätte eigentlich in ein Impfzentrum gemusst

Eigentlich hätte der Arzt den übriggebliebenen Corona-Impfstoff zum örtlichen Impfzentrum bringen müssen. Doch ob es seine über 80-jährigen Patienten dort hinschaffen würden, bezweifelt der Mediziner: „Ich weiß, dass viele alte Leute es sich einfach nicht zutrauen, nach Siegen ins Impfzentrum zu fahren“, zitiert die Siegener Zeitung den Arzt weiter.

Inzwischen ist der Arzt selbst, sowie sein Personal gegen Corona geimpft. Er selbst habe sich eine Dosis von nur 0,2 Millilitern verabreicht. Der Hersteller empfiehlt hingegen 0,3 Milliliter. Doch für den Arzt aus dem Süden von NRW ist das offenbar kein Problem: „Ich habe einen sehr hohen Antikörperstatus*, die Impfung hat voll gewirkt!“ *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa/dpa-Bildfunk

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