Corona-Pandemie

NRW: Arzt im Ruhrgebiet soll falsche Impfpässe ausstellen – und Geld kassieren

Ein Arzt aus dem Ruhrgebiet steht im Verdacht, gefälschte Corona-Impfpässe ausgestellt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt.

Recklinghausen – Ein Arzt aus Recklinghausen soll falsche Corona-Impfpässe ausgestellt und entsprechende Impfdosen vernichtet haben. Diesen Verdacht hegt die Staatsanwaltschaft Bochum und ermittelt in diesem Fall. Der Mediziner soll im vergangenen Jahr in mehreren Fällen eine nicht erfolgte Impfung bescheinigt haben, berichtet RUHR24*.

StadtRecklinghausen
BundeslandNRW
Einwohner114.330

NRW: Arzt im Ruhrgebiet stellt falsche Corona-Impfpässe aus – und kassiert dafür Geld

Wie die DPA berichtet, soll der Mediziner im Zeitraum von Juni bis Dezember 2021 in seiner Praxis in mehreren Fällen gegen Geld eine Impfung auf den Impfpass eingetragen haben. Tatsächlich habe er die dokumentierte Erst-, Zweit- und Booster-Impfung nicht durchgeführt, sondern die Vakzine vernichtet.

Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt gegen den Hausarzt „und andere“, wie es heißt. Im Kreis Recklinghausen und Umgebung seien nach DPA-Angaben am Freitag (21. Januar) Privat- und Geschäftsräume des Arztes durchsucht worden.

NRW: Falsche Impfpässe im Ruhrgebiet ausgestellt – Arzt aus Recklinghausen im Verdacht

Erst vergangene Woche hatte es in NRW* und drei weiteren Bundesländern Razzien gegeben. Wohnungen von mehr als 100 Personen seien durchsucht worden, die sich falsche Impfpässe besorgt haben. Hier steht ein Hausarzt aus Bayern im Verdacht, falsche Impfpässe ausgegeben und Scheinimpfungen vollzogen zu haben*.

Im Fall des Arztes aus Recklinghausen wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann den Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz, gewerbsmäßigen Ausstellens falscher Gesundheitszeugnisse, mutmaßlicher Sachbeschädigung andere Delikte vor.

In Recklinghausen wird ein Hausarzt verdächtigt, mehrere Impfpässe gefälscht zu haben.

NRW: Recklinghäuser Arzt stellte falsche Impfpässe aus – harte Strafen drohen

Falls sich der Verdacht gegenüber dem Recklinghäuser Arzt erhärtet, müsse er mit harten Strafen rechnen. Seit Ende November kann die Fälschung von Gesundheitsdokumenten wie Impfpässen härter bestraft werden. Laut der DPA drohen Geldstrafen oder Haft bis zu zwei Jahren – in besonders schweren Fällen sogar bis zu fünf Jahren.

Wer einen Impfpass selber fälscht, macht sich der Urkundenfälschung strafbar. Die Polizei Dortmund weist in diesem Zusammenhang darauf hin, die Impfpässen nicht in den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram zu posten. Fälscher würden so an die Chargennummer kommen. Erst im November sind in Dortmund massenweise gefälschter Impfpässe aufgetaucht*.

Wer selbst mit einem falschen Impfpass unterwegs ist und erwischt wird, muss auch mit Strafen rechnen. Laut einem Bericht des MDR seien bereits mehr als 20.000 gefälschte Impfpässe in Deutschland sichergestellt worden. Wer selbst erwischt wird, muss mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren rechnen. Wie hoch die Geldstrafe ist, lässt das Gesetz offen. Laut MDR werde man nicht billig davon kommen. Urkundenfälscher müssen meistens mehrere tausend Euro an Strafe zahlen *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Stefan Puchner/DPA; Collage: RUHR24

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