Kritik an Herbert Reul

Schwere Vorwürfe gegen NRW-Regierung: „Ausbeutung“ bei Hochwasser- und Corona-Hilfen

Die Corona-Pandemie und das Hochwasser waren eine schwere Belastung für die Menschen in NRW. Bei den Hilfen stockte es. Jetzt erhebt ein Mitarbeiter der Bezirksregierung Köln schwere Vorwürfe.

NRW (dpa) – Erst mussten wegen Corona die Geschäfte schließen, dann sorgte das Hochwasser in NRW für massive Schäden. Den Betroffenen wurden vom Land finanzielle Hilfen versprochen – und das möglichst unbürokratisch. Doch viele mussten lange auf ihr Geld warten. Ein Abteilungsleiter der Bezirksregierung Köln wirft nun hin und äußert vernichtende Kritik.

NRW: Harte Kritik an Hochwasser- und Corona-Hilfen in Brief an Innenminister Herbert Reul (CDU)

Der Mann führt in dem Brief an NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) aus, dass er seinen Job im Frühjahr antrat, ohne aus der Ausschreibung zu ahnen, was da kommen würde: So seien die Corona-Wirtschaftshilfen „extremst arbeitsintensiv und zeitraubend“. Ständig müsse dafür Personal abgestellt werden – und das nun auch noch für die Flut-Hilfen (alle News aus NRW auf RUHR24).

Es sei „faktisch unmöglich, die anstehenden Aufgaben mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen zu bewältigen“, schreibt der Abteilungsleiter in seinem Brief. Seine Kollegen würden „ausgebeutet“, was er nicht verantworten wolle. Er bitte um Aufhebung und kündige ansonsten fristgerecht zu Ende Oktober. Dann läuft offenbar seine Probezeit aus.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU).

NRW: SPD sieht „Missmanagement“ bei Hochwasser- und Corona-Hilfen der Landesregierung

NRW-Innenminister Reul bestätigte den Vorgang dem „Stadt-Anzeiger“, nannte mit Verweis auf interne Personalangelegenheiten aber keine weiteren Details. Die SPD hakt jetzt jedoch nach. In ihrem Antrag für eine Aktuelle Stunde im Landtag, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, schreibt die Fraktion, es werde „zum wiederholten Male die mangelhafte organisatorische Umsetzung der Wiederaufbauhilfe durch die Landesregierung und das zuständige Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung deutlich“.

Das Schreiben des Abteilungsleiters sei „der letzte Beleg für die handwerklichen Fehler und das Missmanagement der Landesregierung“. Es stellten sich „Fragen nach der Wahrnehmung der Fürsorgepflicht für die eigenen Beschäftigten und der zielgerichteten Bewältigung der Hochwasserfolgen.“

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