Schon mal eine Regel gebrochen?

Corona-Bußgeldkatalog: Das sind die härtesten Strafen in NRW

Wer in NRW gegen die Coronaschutzverordnung verstößt, muss mit heftigen Strafen rechnen. Im schlimmsten Fall droht das Gefängnis. Eine Übersicht.

NRW – Um die Corona-Regeln gesetzlich festzuhalten, wurde im vergangenen Jahr die Coronaschutzverordnung eingeführt. Sie wird regelmäßig an die neuen Maßnahmen angepasst und enthält sämtliche Informationen darüber, was man in NRW während der Pandemie darf und was nicht. Bei Verstößen gegen die Coronaschutzverordnung greift der Corona-Bußgeldkatalog. Und der hat es ganz schön in sich. Es drohen Strafen von bis zu 10.000 Euro.

Corona-BußgeldkatalogStrafregister für Corona-Verstöße
Seit wannApril 2020
Bußgelder55

Corona-Bußgeldkatalog 2021: Über 50 verschiedene Bußgelder gegen Covid-Vergehen in NRW

Bei dem Wort „Bußgeldkatalog“ denken die meisten Leute wohl an Blitzerbescheide und Punkte in Flensburg. Doch Bußgeldkataloge gibt es nicht nur für Autofahrer. Im Frühjahr des vergangenen Jahres, kurz nach Einsetzen der Corona-Pandemie in Deutschland, wurde hierzulande der sogenannte „Corona-Bußgeldkatalog“ eingeführt.

Damals hauptsächlich noch aus Verstößen gegen die frisch eingeführte Maskenpflicht bestehend, wurde der Katalog seither immer wieder erneuert. Mittlerweile (Stand Mai 2021) enthält er 55 Bußgelder. Sie umfassen nicht nur Verstöße gegen die Maskenpflicht, sondern unter anderem auch gegen Kontaktbeschränkungen sowie die im Rahmen der Bundesnotbremse wirksamen nächtlichen Ausgangssperren.

Corona-Bußgeldkatalog 2021: Das sind die Strafen für Verstöße gegen die Ausgangssperre und Kontaktbeschränkungen

Wer in NRW gegen die nächtliche Ausgangssperre verstößt, weil er etwa zu spät mit dem Auto unterwegs war, muss mit einem Bußgeld von 250 Euro rechnen. Wird diese Person zusätzlich mit anderen Personen erwischt, kann es noch deutlich teurer werden, dann dann kommt ein Verstoß gegen die Kontaktbeschränkung dazu.

Aktuell dürfen Haushalte in Regionen mit einer Inzidenz von über 100 nur eine weitere Person aus einem anderen Haushalt treffen. Wer dagegen verstößt, dem droht ein Bußgeld von ebenfalls 250 Euro. Keine geringe Summe für eine kleine Zusammenkunft (alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Partys und große Zusammenkünfte werden mit Corona-Bußgeldern von bis zu 500 bestraft

Größere Zusammenkünfte wie etwa Feiern oder Partys werden nach dem aktuellen Bußgeldkatalog ähnlich bestraft. Wer an einer Party oder Feier teilnimmt, muss 250 Euro bezahlen. Das Veranstalten einer Party kostet sogar satte 500 Euro und dabei ist der Anlass völlig egal.

Vergleichsweise geringe Bußgelder gibt es für Maskenverweigerer. Personen, die beim „Nichttragen einer medizinischen Maske trotz bestehender Verpflichtung“ erwischt werden, müssen mit einem Bußgeld in Höhe von 50 Euro rechnen. Teurer wird es in Bussen und Bahnen: Wer dort „oben ohne“ mitfährt, muss 150 Euro zahlen.

Falsche und fremde Corona-Tests nutzen: Bürger müssen mit einer Strafe von 1000 Euro rechnen

Richtig teuer wird es, wenn man einen fremden oder gefälschten Corona-Test nutzt, um sich etwa den Zutritt zu Geschäften oder Restaurants zu erschleichen. Das Bußgeld liegt aktuell bei 1000 Euro.

Auch für Unternehmen kann es teuer werden – und zwar dann, wenn sie ihr Personal nicht ausreichend schützen. Arbeitgeber, die keine Hygienemaßnahmen ergreifen, müssen mit einer Strafe von 2000 Euro rechnen.

Corona-Bußgeldkatalog 2021: Die höchsten Strafen gibt es in NRW für Unternehmen

Ebenfalls hohe Bußgelder gibt es für illegale Konzerte, Kunstausstellungen oder den unerlaubten Betrieb von Museen, Burgen und Schlössern. Wer trotz Lockdown öffnet und dabei erwischt wird, kann mit einem Bußgeld von 5000 Euro rechnen. Das gleiche Bußgeld droht auch bei der Durchführung von Musikfesten oder Festivals. Wer nur daran teilnimmt, muss mit einer Strafe von 250 Euro rechnen.

Die derzeit höchsten Bußgelder werden laut Corona-Bußgeldkatalog zum einen für das „Zulassen des Betretens der Wettbewerbsanlage durch Zuschauer“ und zum anderen für das Eröffnen von Freizeitparks, Indoor-und Outdoor-Spielplätzen und ähnlichen Einrichtungen verlangt. In beiden Fällen hagelt es Bußgeldbescheide in Höhe von 10.000 Euro.

Wettbewerbsanlagen sind nichts anderes als Fußballstadien und andere Sportstätten wie Olympiaparks. Damit richtet sich das Bußgeld vornehmlich an Sportvereine, die trotz Lockdown ihre Fans zum Zuschauen in die Stadien und Arenen lassen.

In vielen NRW-Städten gilt an beliebten Orten eine strenge Maskenpflicht - wie etwa hier am Phoenix See in Dortmund.

5000 Euro für Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung in NRW - die Übersicht

Weitere sehr hohe Bußgelder gibt es in NRW für die folgenden Verstöße:

  • Betrieb von Schwimmbädern, Saunen und Thermen: 5000 Euro
  • Betrieb von Spielhallen und Spielbanken: 5000 Euro
  • Betrieb von Bordellen, Swingerclubs oder ähnlichen Einrichtungen: 5000 Euro
  • Zünden von Feuerwerk in der Öffentlichkeit: 2500 Euro
  • Betreiben eines Restaurants trotz Lockdown: 5000 Euro
  • Öffnung von Hotels zu touristischen Zwecken: 5000 Euro

Wie man den Bußgeldern entnehmen kann, richten sich die wirklich hohen Strafen hauptsächlich an Unternehmen, Kultur- und Freizeitstätten sowie an große Einrichtungen. Bußgelder im hohen vierstelligen oder gar fünfstelligen Bereich sieht der Corona-Bußgeldkatalog aktuell nicht vor.

Corona-Bußgeldkatalog 2021: Privatpersonen kommen mit geringen Bußgeldern glimpflich davon

Private Verstöße werden vergleichsweise gering bestraft. So müssen etwa Hotels, die ihre Zimmer illegal für touristische Reisen anbieten, mit einem Bußgeld von 5000 Euro rechnen, Touristen aber nur mit einem Bußgeld von 250 Euro.

Die niedrigsten Bußgelder gibt es aktuell für das Nichttragen einer Maske (50 Euro) sowie für den Verzehr von Lebensmitteln und Getränken in einem Umkreis von 50 Metern um die Verkaufsstelle.

Harte Strafen für Wiederholungstäter in NRW: Es drohen Corona-Gefängnisstrafen

Die vergleichsweise niedrigen Corona-Bußgelder sollen aber nicht dazu verleiten, mehrmals gegen die geltenden Auflagen zu verstoßen. Wer absichtlich und auch mehrfach die aktuellen Covid-Regeln missachtet, muss auch rechnen, dass sein Verhalten als Straftat bewertet und strafrechtlich verfolgt wird. Und dann wird es richtig heftig: 

Eine Straftat nach dem Infektionsschutzgesetz kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer hohen Geldstrafe geahndet werden. Kommt es durch den Verstoß gar zu einer Ausbreitung des Coronavirus, drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Nicht immer sind Bußgelder gerechtfertigt. Wer meint, zu Unrecht belangt worden zu sein und dagegen vorgeht will, muss innerhalb von zwei Wochen Einspruch einlegen. Bei einem Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid entscheidet ein entsprechendes Amtsgericht, ob das Geld gezahlt werden muss – oder nicht.

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/dpa

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