Wege aus der Corona-Pandemie

2G-Druck auf NRW: Gesundheitsminister Laumann schwimmt gegen den Strom

Bislang gilt in NRW die 3G-Regel. Doch 2G ist auf dem Vormarsch - dann hilft ein Test Ungeimpften nicht mehr weiter. Der Druck wächst, die Regeln zu verschärfen. Auch und gerade auf NRW.

NRW – Geimpft, Genesen oder Getestet – bislang galt die 3G-Regel als sichere und alternativlose Zugangsregelung zu allerlei Freizeitaktivitäten. Ob vor einem Restaurant- oder Kinobesuch: Wer Ungeimpft und noch nie mit Corona in Kontakt war, ließ sich vorher testen – und durfte rein. Doch der Ruf nach einer Verschärfung der Regel wird lauter. In Hamburg ist 2G vielerorts bereits die Regel. Für NRW gab Gesundheitsminister Laumann (CDU) nun aber einen anderen Kurs frei.

BundeslandNRW
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann
Corona-Inzidenz124,3 (28. August)

2G Regel in NRW: Hamburger Modell soll Blaupause für alle Bundesländer werden

Den Weg frei für 2G in Hamburg machte der Hamburger Senat. Er beschloss die Einführung der strengen Regelung. Seit Samstag (28. August) können Gastronomie- oder Kulturbetriebe Ungeimpften trotz eines negativen Corona-Tests den Zutritt verwehren. Teilnahme nur für Geimpfte und Genese heißt es dann.

Das Beispiel könnte Schule machen. „Wir hoffen, dass das Hamburger 2G-Modell eine Blaupause für alle anderen Bundesländer ist“, sagte kurz nach Einführung der Regel der Präsident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow der dpa

Der Städtetag in NRW hatte sich nach einem Bericht der WAZ ebenfalls dafür ausgesprochen, den Freizeitbereich nur noch für Geimpfte und Genesene zugänglich zu machen. 2G auch in NRW? Immerhin änderte NRW die Corona-Regeln am Samstag erneut.

NRW-Gesundheitsminister erteilt 2G in NRW Absage: „Erstmal schauen“

Dem erteilte Karl-Josef Laumann nun eine klare Absage und stellt sich damit gegen den Strom, die Regeln für Ungeimpfte immer weiter zu verschärfen. „Ich möchte zum jetzigen Zeitpunkt nicht 2G. Ich möchte jetzt erst einmal beim Testen bleiben“, sagte Laumann dem WDR . Die Ferien seien gerade erst vorbei. Wie sich die Inzidenzen und die Situation auf den Intensivstationen entwickele, müsse abgewartet werden. „Lasst uns doch erstmal schauen“, so Laumann.

Nur noch Geimpfte oder Genesene dürfen rein? In Hamburg macht das 2G-Modell Schule.

Und tatsächlich vermeldete das RKI am Samstag (28. August) erstmals seit vier Wochen eine für NRW leicht sinkende Corona-Inzidenz: 124,3. Am Vortag waren es noch 125,9. Wie die dpa berichtet, hatte sich der zunächst rasante Anstieg der Inzidenz in NRW schon in den vergangenen Tagen verlangsamt. Zuvor hatte das Gesundheitsministeriums das Ende Ferien für die massiv steigenden Corona-Zahlen in NRW verantwortlich gemacht. Dieser Effekte könnte nun langsam überwunden sein.

2G in NRW: Impfpflicht durch die Hintertür oder legitimes Recht?

Zudem bemängeln Kritiker immer wieder: 2G sei eine Impfpflicht durch die Hintertür. Denn Ungeimpfte werden durch die Regelung vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. Viele bezweifeln, dass die Regelung noch im Rahmen des Erlaubten ist. Allerdings: Die Wahl sich impfen zu lassen oder nicht, hat man dennoch. Eine Impfpflicht ist es also nicht.

Privatwirtschaftlich sei 2G daher auch kein Problem - jeder Restaurantbesitzer oder Fitnesstudiobetreiber darf in seinem Betrieb also 2G einführen, erklärt Rechtsanwalt Christian Solmecke in einem Bericht von BR24. Der Staat jedoch könne getestete Personen nicht ohne weiteres ausschließen.

Auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht erklärte in der ARD, sie sehe für Restaurantbesitzer oder ähnliche keine Hürden für das umstrittene Hamburger 2G-Modell. Es würde nunmal das Hausrecht ausgeübt.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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