Umweltsünder aufgepasst

NRW hat neuen Bußgeldkatalog: Ministerium setzt auf härtere Strafen

Das Umweltministerium in NRW hat einen neuen Bußgeldkatalog veröffentlicht. Dieser sieht einige empfindliche Strafen vor.

NRW – Umweltsündern geht es künftig in NRW an den Kragen. Wer den Umwelt- und Naturschutz in Nordrhein-Westfalen missachtet, muss bald tiefer in die Tasche greifen. Das sieht der neue Bußgeldkatalog vor. Vor allem Raucher werden bei Verstößen stärker zur Kasse gebeten.

BundeslandNRW
LandeshauptstadtDüsseldorf
ThemaUmwelt-Bußgeldkatalog

NRW stellt neuen Bußgeldkatalog vor: Umweltsünden werden härter bestraft

250 Seiten mit mehr als 1280 Empfehlungen zur Bemessung von Verwarnungs- und Bußgeldern beim Thema Umwelt – das sind nur die Randdaten des neuen Bußgeldkatalogs, welchen das NRW-Umweltministerium erarbeitet und veröffentlicht hat.

Fest steht: Wer Umweltsünden in NRW begeht, wird künftig härter bestraft. Allerdings ist der Katalog nur eine Empfehlung und gibt nur eine Spanne vor, in der sich eine Geldstrafe für ein Delikt bewegen darf.

Der Katalog umfasst zwölf umweltrelevante Themenbereiche, die von Natur-, Gewässer- und Bodenschutz, über den Immissionsschutz, die Abfall- und Kreislaufwirtschaft bis hin zum Forstschutz, der Fischerei und Jagd reichen.

NRW: Rauchen im Wald wird teurer – Zigarettenstummel falsch entsorgen geht aufs Geld

Zum Beispiel wird ein Fehlverhalten im Wald richtig teuer: So wird für das Feuermachen im Wald ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro erhoben – bislang kostete ein solches Vergehen 1.200 Euro.

Auch das Bußgeld fürs Rauchen im Wald wird fast verdoppelt. Wer sich in der Zeit zwischen März und Oktober im Wald eine Zigarette anzündet, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 150 Euro rechnen – zuvor waren 80 Euro fällig.

Grund für die Erhöhung ist die Sorge vor Waldbränden. Die Wälder in NRW werden immer trockener und sind zudem vom Klimawandel stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Folge: Gerade im Sommer reicht ein Fünkchen, um einen großflächigen Waldbrand auszulösen.

Waldbrandgefahr in NRW: Zigarette anzünden im Forst für teuer

Auch das illegale Entsorgen von Abfällen im Wald kann den Geldbeutel ganz schön belasten – bis zu 25.000 Euro sieht der neue Umwelt-Bußgeldkatalog vor. Bei größeren Mengen Abfall – ab einem Kubikmeter – sind mindestens 500 Euro fällig.

Müll gehört auch nicht in Flüsse, Teiche oder Seen. Wer bereits kleine Mengen Abfall, beispielsweise Picknickabfälle, Flaschen oder Asche, in ein Gewässer wirft, muss mit einem Bußgeld zwischen 500 und 2.000 Euro rechnen.

Auch Hausrat wird häufig im Wald entsorgt.

Bußgeldkatalog in NRW: Hausmüll falsch entsorgen, kann teuer werden

Wer Hausmüll wie Zigarettenstummel, Einweg-Kaffeebecher, Pappteller oder Obst- und Lebensmittelreste rechtswidrig entsorgt, muss mit einer Strafe bis zu 100 Euro rechnen.

Die Strafempfehlungen des NRW-Umweltministeriums sind seit dem 18. Mai 2022 gültig. Die Bußgeldbehörden können die Empfehlungen direkt umsetzen.

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