Großer Waffenschein beantragt

Angst vor Rechtsextremen: Bürgermeister aus NRW will sich bewaffnen - doch das wird abgelehnt

Schusswaffe
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Schusswaffe

Ein Bürgermeister aus NRW fühlt sich derart von Rechten bedroht, dass er einen großen Waffenschein beantragte - was zunächst aber abgelehnt wurde.

  • Kommune des Bürgermeisters hat große Probleme mit Rechtsextremen.
  • Bürgermeister wurde von Rechten bedroht.
  • Er stellt einen Antrag auf einen großen Waffenschein, der es ihm erlauben würde, eine Schusswaffe zu tragen.  

NRW - Der Bürgermeister einer rheinländischen Kommune hat Angst vor einem Angriff durch Rechtsextreme. So sehr, dass er nun einen großen Waffenschein bei der Polizei beantragte. Seine Begründung: Er fühle sich bedroht. 

Bürgermeister aus NRW: Waffe als Schutz vor Rechten

Tatsächlich bestehen in der Kommune, dessen Oberhaupt, der nicht weiter benannte Bürgermeister ist, massive Probleme mit Rechtsextremen. So berichtet es die Rheinische Post. Der Antrag des Bürgermeisters auf einen großen Waffenschein wurde zunächst jedoch abgelehnt.

Jetzt muss das Verwaltungsgericht Düsseldorf über den Antrag des rheinischen Bürgermeisters entscheiden. Anders als der kleine Waffenschein berichtigt der große Waffenschein dazu, eine schussbereite Waffe zu führen.

NRW: Bürgermeister von Rechten bedroht und attackiert

Auch andere Bürgermeister, Kommunalpolitiker und Stadtangestellte in NRW hatten in der Vergangenheit massiv mit Bedrohungen aus der rechtsextremen Szene zu kämpfen. Mindestens zwei von ihnen wurden sogar Opfer eines Angriffs: Auf Henriette Reker, Oberbürgermeisterin von Köln, und Andreas Hollstein, Bürgermeister in Altena, wurden Messerattacken verübt. Beide halten laut RP Online aber nichts davon, sich selbst zu bewaffnen.

Hollstein geriet wegen seiner liberalen Flüchtlingspolitik ins Visier der Rechtsextremen. Im November 2017 kam es dann zu einem Angriff auf ihn mit einem Messer. Er kam glimpflich davon und konnte das Krankenhaus bald wieder verlassen.

Video: Morddrohung gegen Kölns Oberbürgermeisterin Reker

Ganz anders Henriette Reker. Die Oberbürgermeisterin wurde bei einem Angriff im Oktober 2015 schwer verletzt. Der Angreifer handelte nach Auffassung der Staatsanwaltschaft aus fremdenfeindlichen Motiven heraus. Er stach der Politikerin in den Hals, durchtrennte beinah komplett ihre Luftröhre. Auch sie war vermutlich wegen ihrer Flüchtlingspolitik angegriffen worden. 

Dortmund: Sierau ruft zum Widerstand auf

Auch in Dortmund wurden im vergangenen Jahr mehrere Kommunalpolitiker per E-Mail aus rechtsextremen Kreisen bedroht. Der Dortmunder Oberbürgermeister rief aus diesem Anlass im Sommer 2019 dazu zum Widerstand gegen Rechts auf. 

Man darf diesen Vögeln nicht nachgeben", wetterte der SPD-Mann laut epd.de auf dem evangelischen Kirchentag in Dortmund.

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