Hitzige Debatte im Vorjahr

Silvester 2021 in NRW: Kommt die knallharte Holland-Regel fürs Böllern?

Gibt es in NRW auch 2021 an Silvester ein Böllerverbot? Erste Forderungen danach werden laut. Holland könnte als Beispiel dienen.

Dortmund – Noch liegt Silvester in der Ferne, doch die steigenden Corona-Zahlen in NRW sorgen dafür, dass schon jetzt über die Feierlichkeiten zum Jahresende diskutiert wird. Konkret geht es um ein erneutes Böllerverbot. Im vergangenen Jahr wurde ein solches de facto bereits verhängt.

BundeslandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
RegierungschefMinisterpräsident Hendrik Wüst (CDU)
Regierende ParteienCDU und FDP

Böllerverbot an Silvester 2021: Ärzte in NRW fordern Regeln wie in Holland

Das Abbrennen von Feuerwerk war im Vorjahr im privaten Rahmen zwar erlaubt, allerdings richteten viele Städte weiträumige Zonen ein, in denen ein Böllerverbot galt – darunter auch die Stadt Dortmund. Geht es nach den nordrhein-westfälischen Ärzten, könnten die Regeln 2021 noch strenger ausfallen.

Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, hält es laut WAZ für „zweckmäßig“, sich am Beispiel Holland zu orientieren. Die niederländische Regierung hat wegen Corona das zweite Jahr in Folge Feuerwerk an Silvester verboten. Ausnahmen bestehen beim NRW-Nachbarn nur für von Kommunen organisierten Feuerwerkshows. Diese seien aber auch nur dann möglich, wenn die geltenden Corona-Einschränkungen diese zuließen (mehr News aus Holland bei RUHR24).

Silvester 2021 in NRW: Ärzte und Krankenhäuser für Böllerverbot bei zu hoher Corona-Belastung

Henke würde solche Regeln auch in Nordrhein-Westfalen begrüßen. Zu Silvester liefen die Ambulanzen der Krankenhäuser immer voll, weil sich die Menschen beim Abbrennen der Pyrotechnik verletzen. Bei einem Böllerverbot würden die Krankenhäuser angesichts der Corona-Pandemie nicht zusätzlich belastet (mehr Corona-News aus NRW bei RUHR24).

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Matthias Blum, Geschäftsführer der nordrhein-westfälischen Krankenhausgesellschaft (KGNW), äußerte sich gegenüber der WAZ ähnlich. Noch sei es zu früh, die pandemische Lage und die Situation in den Krankenhäusern am Jahresende zu beurteilen. Sollten die Krankenhäuser durch stationäre Covid-19-Patienten jedoch wie im Vorjahr an ihre Belastungsgrenzen stoßen, müssten Bund und Länder ein erneutes Böllerverbot ernsthaft prüfen, so Blum.

Böller fordern an Silvester jährlich viele Verletzte.

Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und mehrere Tierschutzorganisationen forderten zuletzt ein bundesweites Böllerverbot an Silvester. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch begründete die Haltung bei einer Pressekonferenz in Berlin mit den großen Mengen an Feinstaub, die jedes Jahr an Silvester in die Luft gerieten.

Böllerverbot: Bundesverband Pyrotechnik plädiert für Feuerwerk an Silvester

Dabei verwies er auf einen Bericht der EU-Umweltagentur EEA, wonach allein in Deutschland 2019 54.000 Menschen vorzeitig wegen einer hohen Feinstaubbelastung in der Luft starben. Die DUH forderte zudem eine grundsätzliche Überarbeitung der Sprengstoffverordnung. Resch sprach sich etwa für Licht- oder Lasershows statt Feuerwerk aus.

Der Bundesverband Pyrotechnik (BVPK) hält nichts von einem generellen Böllerverbot an Silvester 2021. Im kleinen Kreis würden „dezentrale Feuerwerke“ ein „pandemiekonformes und dennoch für alle zugängliches Gemeinschaftserlebnis“ schaffen. Für viele Menschen würden diese eine „ganz besondere Faszination“ bedeuten.

Über einen nicht ganz ernstgemeinten Vorschlag berichtet wa.de*. Ein Twitter-User schlug vor, Böller nur an Geimpfte zu verkaufen – und schon sei man durch mit der Pandemie*. Im Netz kommt das gut an, wird allerdings wohl eher nicht durchzusetzen sein. *wa.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner/DPA; Collage: RUHR24