Startschuss am 6. April

Zigtausend „Blitzer“ schocken Autofahrer in NRW: Was wirklich hinter den Geräten steckt

Grauer Kasten an einem Verkehrsschild
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Graue Kästen entlang der Straßen in NRW sorgen für Verwirrung.

Wer dieser Tage mit dem Auto auf den Straßen in NRW unterwegs ist, fährt möglicherweise an grauen Kästen vorbei. Sie sind seit April im Einsatz.

NRW – Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur findet in Nordrhein-Westfalen alle fünf Jahre eine Verkehrszählung statt. Letztmals wurde diese anno 2015 durchgeführt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die ursprünglich für 2020 vorgesehene Zählung um ein Jahr verschoben. Jetzt holt Straßen.NRW sie nach.

LandesbetriebStraßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW)
Gründung1. Januar 2001
HauptsitzGelsenkirchen
BehördenleitungSascha Kaiser, Petra Beckefeld

NRW: Graue Kästen am Straßenrand sind keine Blitzer – Straßen.NRW führt Verkehrszählung durch

Der Startschuss für die Verkehrszählung 2021 ist am 6. April gefallen. An insgesamt 7.777 Stellen im bevölkerungsreichsten Bundesland wird der Verkehr gemessen. Gezählt wird nicht nur im Bundesstraßennetz, sondern auch entlang Landesstraßen, Kreisstraßen und besonders hoch frequentierten Gemeindestraßen. Im Herbst 2022 sollen die Ergebnisse vorliegen.

Um möglichst genaue Daten zu erhalten, setzt Straßen.NRW moderne Technik ein. Neben Induktivschleifen in der Fahrbahn kommen auch Seitenradargeräte am Fahrbahnrand zum Einsatz. Dabei ist der Landesbetrieb bemüht, nicht allzu viel Verwirrung im Straßenverkehr zu stiften.

NRW: Bei Verkehrszählung kommen neben „Blitzern“ auch Stift, Papier und Klappstuhl zum Einsatz

Damit Autofahrer die Zahlgeräte nicht fälschlicherweise für Blitzer halten und abrupt auf die Bremste treten, werden sie in Leitpfosten oder unauffälligen grauen Kästen entlang der Straßen in NRW verbaut. Insgesamt 304 Seitenradargeräte kommen in Nordrhein-Westfalen zum Einsatz, wie auch tz.de* berichtet.

Die Geschwindigkeit messen die grauen Kästen nicht, auch die Nummernschilder der vorbeifahrenden Autos werden nicht erfasst. Erhoben wird lediglich die Anzahl und Art der Fahrzeuge. An einigen Zählstellen werden auch Videoaufnahmen angefertigt. Auch diese dienen laut Straßen.NRW ausschließlich der Verkehrszählung und werden nach der Auswertung vernichtet.

Die Zählgeräte für die Verkehrszählung in NRW werden auch in Leitpfosten verbaut.

Auch im Jahr 2021 wird aber längst nicht an allen Zählstellen automatisiert gezählt. Bis Oktober werden Mitarbeiter von Straßen.NRW mit Stift und Papier bewaffnet Strichlisten führen. In alter Tradition werden auch die allseits bekannten Klappstühle auf den Straßen zu sehen sein, verspricht der Landesbetrieb.

Verkehrszählung in NRW: Daten sollen auch Antworten auf Fragen des Umweltschutzes liefern

Um sicherzustellen, dass kein Volksfest, der Ferienbeginn oder andere außergewöhnliche Ereignisse die Ergebnisse verfälschen, werden die Messstellen bei der Verkehrszählung in NRW an unterschiedlichen Tagen unter die Lupe genommen. Die zwischen dem 6. April und 14. Oktober gesammelten Erkenntnisse werden anschließend der Bundesanstalt für Straßenwesen gemeldet.

„Die Ergebnisse dieser Messstellen zeigen den Trend in der Verkehrsentwicklung und sorgen zusammen mit den Ergebnissen der bundesweiten Zählungen dafür, dass wir nicht am Bedarf vorbei planen und eine gesicherte Grundlage für verkehrspolitische Diskussionen haben“, erklärt Petra Beckefeld, Technische Direktorin bei Straßen.NRW.

Video: Bund und Länder wollen mehr Verkehrssicherheit

Sechs verschiedene Fahrzeugarten, darunter Busse, zwei Lkw-Klassen, Motorräder, Pkw und Fahrräder werden getrennt voneinander erfasst. Die Ergebnisse sollen auch als Grundlage für Lärm- und Emissionsberechnungen dienen. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.