Polizei leitet Strafverfahren ein

Schock für Lokführer in NRW: Gefährliche Täuschung - „Person“ im Gleis erfasst

Zug Regionalexpress
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Ein Lokführer musste am Mittwoch (20. Januar) mit seinem Zug eine Vollbremsung vornehmen. Auf den Gleisen hatte er eine „Person“ gesehen - sie wurde erfasst.

NRW - Auf der Bahnstrecke zwischen Warburg und Meschede in NRW hat es am Mittwochabend einen dramatischen Zwischenfall gegeben. Nach der Notbremsung eines Zuges alarmierte die Deutsche Bahn die Bundespolizei.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Schock für Zugführer auf Bahnstrecke in NRW: Notruf an die Bundespolizei

Doch was war passiert? Gegen 22.15 Uhr erreichte die Bundespolizei in Hagen der Notruf: Ein 49-jähriger Lokführer des RE17 von Warburg nach Meschede gab an, dass er „womöglich eine im Gleis sitzende Person erfasst habe“, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Die Einsatzkräfte der Bundespolizei sowie der Feuerwehr trafen daraufhin wenig später am Unfallort an der Bahnstrecke ein. Der Unfall sollte sich in Marsberg (NRW) - genau zwischen Warburg und Meschede - ereignet haben.

Zug in NRW erfasst „Person“ im Gleis: Lokführer leitete eine Schnellbremsung ein

Laut den Angaben der Beamten habe der Zugführer unter Schock gestanden. Kein Wunder - immerhin gab er an, eine „menschliche Person“ sitzend in den Gleisen erkannt zu haben. Der Mann habe deshalb sofort eine Schnellbremsung des RE17 eingeleitet.

Unbekannte haben offenbar eine präparierte Puppe an die Bahnstrecke in NRW gelegt.

Tatsächlich habe es zunächst so gewirkt, als ob der Zug auf der Bahnstrecke in NRW einen Menschen erfasst habe. Immerhin stellten die Einsatzkräfte der Feuerwehr bei ihren Untersuchungen am Gleis Kleidung unter dem Zug fest.

NRW: Zugführer leitet Schnellbremsung wegen „Person“ im Gleis ein - nur eine Puppe

Doch es kam anders: „Bei der Bergung der vermeintlichen Person, stellte sich dann heraus, dass es sich hier um eine aus Holz, Füllmaterial und Bekleidung gebaute Puppe, ähnlich einer Vogelscheuche, handelte“, heißt es vonseiten der Bundespolizei weiter.

Den Angaben des 44-jährigen Zugführers zufolge habe jemand die Puppe, mit dem Rücken, „dem Zuglauf entgegen sitzend, auf die Gleise deponiert.“ Der Mann hatte deshalb einen Menschen in den Gleisen vermutet. Durch die Notbremsung des Zuges wurde glücklicherweise keiner der Fahrgäste verletzt. Sie wurden zu einem nahe gelegenen Bahnübergang evakuiert und konnten ihre Fahrt mit einem Taxi fortsetzen.

Nach Vorfall auf Bahnstrecke in NRW: Bundespolizei leitet Strafverfahren ein

In der Folge suchte die Bundespolizei die Bahnstrecke weiter ab und konnte dabei weitere Kleidungsstücke finden. Sie leitete ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein. Durch den Vorfall musste die Strecke zwischen Warburg und Meschede für mehr als zwei Stunden gesperrt werden.

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Die Ermittler hoffen nun auf Hinweise zu den Tatverdächtigen, die die präparierte Puppe in die Gleise gelegt haben sollen. Wer etwas gesehen hat, solle sich bitte mit der Bundespolizei unter der Telefonnummer 0800 6 888 000 in Verbindung zu setzen.