Drittgrößte Stadt ohne Anschluss

NRW reaktiviert 100 Jahre alte Zugstrecke im Ruhrgebiet

NRW fördert die Reaktivierung der Niederrheinbahn zwischen Moers und Kamp-Linfort. Damit bekommt die Region eine Anbindung an das Ruhrgebiet.

NRW – Mit 17 Millionen Euro fördert das Land den klimafreundlicheren Nahverkehr auf der Schiene. Kamp-Lintfort ist bisher Deutschlands drittgrößte Stadt ohne Schienenanschluss. Von der Reaktivierung der Niederrheinbahn sollen Anwohner und die Hochschule in Kamp-Lintfort profitieren.

LandDeutschland
StreckeKamp-Lintfort nach Moers
ThemaReaktivierung der Niederrheinbahn

NRW fördert Reaktivierung der Niederrheinbahn: Diese neuen Haltepunkte entstehen

Die neue Bahnverbindung führt von der Stadt Kamp-Lintfort nach Moers und dann weiter nach Duisburg. Es entsteht also eine Verbindung zwischen Niederrhein und Ruhrgebiet. Dafür werden vier neue Haltepunkte in NRW realisiert: Kamp-Lintfort, Kamp-Lintfort-Süd, Moers-Repelen und Moers-Eick.

Der Start in einen Regelbetrieb auf der Strecke ist für 2026 angesetzt. Vorher muss auf 10 Kilometern zum Teil 100 Jahre alte Technik erneuert werden (mehr Infos aus NRW bei RUHR24).

Kamp-Lintfort und Moers werden bis 2026 an Duisburg angebunden.

Test für die Reaktivierung der Niederrheinbahn in NRW klappte 2020

Einen Vorgeschmack auf die neue Bahnverbindung haben Anwohner im Jahr 2020 bekommen, als die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort zu Gast war. Damals gab es für die Besucher einen Pendlerverkehr auf der stillgelegten Strecke.

Für einen Regelbetrieb müssen allerdings umfangreiche Maßnahmen realisiert werden, die zum Teil zusätzlich zur Streckenreaktivierung oben drauf kommen.

NRW reaktiviert Strecke zwischen Kamp-Lintfort und Moers: Dieser Bahnhof wird modernisiert

Neben der Streckentechnik gilt es auch den Bahnhof Moers-Reinkamp umzubauen. Hier muss auch die Leit- und Sicherungstechnik angepasst werden, damit der Bahnverkehr sicher und zuverlässig rollt.

Rheinkamp bekommt außerdem ein modernes Stellwerk von der Deutschen Bahn. Mehr als 12 Millionen Euro dafür kommen vom Land NRW, sodass das Stellwerk statt wie von der Bahn geplant 2035, schon 2026 fertig wird.

Modernisierung der Niederrheinbahn – so steht das Land NRW zu den Plänen:

Das Land NRW fördert das Projekt „Reaktivierung der Niederrheinbahn“ mit Förderbescheiden in Millionen Höhe. Dazu Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU) aus Dortmund: „Wir müssen alles dafür tun, damit mehr Menschen verlässlich, bezahlbar und sicher Bahn fahren können. Das wird nur mit guten Angeboten funktionieren und mit weiteren Investitionen in die Schiene.

Ich freue mich daher sehr, dass die Reaktivierung der Niederrheinbahn gut vorangeht, damit ab 2026 wieder regelmäßig Züge nach Kamp-Lintfort fahren. So machen wir die Mobilität in der Region besser und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz: Mit jeder neuen Zugverbindung verlagern wir pro Jahr Tausende von Pkw-Kilometern auf die Schiene und entlasten die Straßen.“

Die Reaktivierung von alten Bahnstrecken ist auch Thema bei der Landtagswahl 2022 in NRW.

Grubenbahn zur Kohlebeförderung - die Geschichte der Bahnstrecke Moers - Kamp-Lintfort:

Die Geschichte der Bahnstrecke zwischen Kamp-Lintfort und Moers in NRW ist lang. Es gab viele Streckenabschnitte, auf denen unter anderem Schmalspurbahnen zum Kohletransport unterwegs waren. Eine erste Straßenbahnlinie zwischen Kamp-Lintfort und Moers wurde 1915 eröffnet. Sie wurde ebenfalls als Güterstrecke genutzt. Die Straßenbahnlinie wurde 1952 auf einen Oberleitungsbus-Betrieb umgestellt, der bis 1968 bestand.

Die Stadt Kamp-Lintfort hat sich gemeinsam mit Anwohnern und Studenten dafür eingesetzt, dass die bestehenden Gleise der Grubenanschlussbahn unter dem Namen Niederrheinbahn für den Personenverkehr genutzt werden.

Rubriklistenbild: © Manngold/Imago

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