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NRW-Badeseen: Krankheit und Tod drohen – Regierung spricht Warnung aus

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Von: Daniele Giustolisi

Vor Start der Saison an den NRW-Badeseen hat die Regierung eine Liste mit 102 sauberen Gewässern veröffentlicht. Gleichzeitig gibt es eine Warnung.

Dortmund – Kurz vor dem ersten richtig warmen Wochenende in 2023 hat die NRW-Landesregierung 102 Badestellen in Nordrhein-Westfalen mit ausgezeichneter Wasserqualität veröffentlicht. Wer aber abseits dieser Seen und Flüsse badet, riskiert Krankheiten und schlimmstenfalls den Tod.

Meiste Badeseen in NRW haben ausgezeichnete Qualität: Land empfiehlt 102 Badestellen

Zur Beruhigung: Die meisten Badegewässer in NRW haben eine sehr gute Wasserqualität, wie das NRW-Umweltministerium und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) nun mitteilen. In NRW gibt es derzeit 85 ausgewiesene EU-Badegewässer mit 111 Badestellen.

Von diesen 111 Badestellen haben 102 eine ausgezeichnete Wasserqualität. Vier Badestellen haben eine gute Wasserqualität: Der Eiserbachsee (Simmerath, Städteregion Aachen), die Lingesetalsperre (Marienheide, Oberbergischer Kreis), der Rotter-See (Troisdorf, Rhein-Sieg-Kreis) und der Baldeneysee (Essen).

Badesee „Horstmarer See“ in Lünen (Kreis Unna) nur mit „ausreichend“ bewertet

Eine einzige Badestelle hat nur die Note „ausreichend“ erhalten, weil einmalig auffällige Proben gefunden wurden, wie das Umweltministerium mitteilt. Es handelt sich hier bei um den Horstmarer See in Lünen (Kreis Unna). 2022 war hier eine erhöhte Konzentration des Bakteriums Escherichia Coli festgestellt worden. Es verursacht Durchfallerkrankungen.

Vier Badestellen in NRW haben zudem noch keine Bewertung erhalten, da Messungen dort noch nicht vier Jahre lang durchgeführt wurden. Dieser Zeitraum ist aber Pflicht, damit die Wasserqualität offiziell angegeben werden darf. Ohne Bewertung sind daher: die Ruhrwiesen in Linden-Dahlhausen an der Ruhr in Bochum, die Woffelsbacher Bucht an der Rurtalsperre, die Schwammenauel in Simmerath, das Strandbad Wamel am Möhnesee und der Rather See/Badesee in Köln.

Ruhr in Bochum und Baldeneysee in Essen ohne Wasser-Bewertung

Alle vier Wochen nehmen die Gesundheitsämter der Städte Wasserproben an den Badeseen in NRW. Es wird geprüft, ob Verschmutzen vorliegen, etwa durch Darmbakterien.

Eine Karte des Statistischen Landesamts NRW (IT NRW) zeigt die genaue Lage der Badeseen in Nordrhein-Westfalen.
Eine Karte des Statistischen Landesamts NRW (IT NRW) zeigt die genaue Lage der Badeseen in Nordrhein-Westfalen. © IT NRW

Obacht im Ruhrgebiet, in Bochum (Ruhrwiesen in Dahlhausen) und in Essen (Seaside Beach am Baldeneysee) gibt es eine Besonderheit: Ab einer bestimmten Menge an Regen, der gefallen ist, kann es sein, dass Badestellen kurzzeitig geschlossen werden müssen. Durch zu viel Regen könnte Abwasser in die Badestellen gelangen.

Stadt Essen sperrt Badestelle am Baldeneysee, wenn es zu viel regnet

Die Stadt Essen erklärt die Besonderheit so: „Bei stärkeren Regenfällen fließt dem Kanal- und Kläranlagensystem neben dem Abwasser viel Regenwasser zu, sodass es zu direkten Einleitungen in die Ruhr kommen kann. Dies ist ein üblicher Prozess bei kommunalen Abwassersystemen. Obwohl das Abwasser durch Regenwasser stark verdünnt ist, kann es dabei zu kurzzeitigen Verschmutzungen im Gewässer kommen. Natürliche Prozesse, insbesondere Strömung und Selbstreinigungskraft der Ruhr, sorgen dafür, dass diese Verschmutzung nach kurzer Zeit wieder beseitigt ist.

Badestelle Ruhr Bochum Dahlhausen
An der Ruhr in Bochum gibt es die erste Badestelle an dem fließenden Fluss. Ein Stück weiter westlich, am Baldeneysee in Essen, liegt die zweite offizielle Badestelle an der Ruhr – allerdings in Stausee-Lage. © André Grabowski/ Stadt Bochum

Lest hier vier interessante Artikel zum Thema Badeseen in NRW:

Auch für die Badesee-Saison 2023 spricht die NRW-Landesregierung eine Warnung aus: Es wird dringend empfohlen, nur die ausgezeichneten und gut bewerteten Badestellen zu nutzen. An allen anderen Badestellen wird die Wasserqualität nicht hygienisch geprüft. Es drohen deshalb Krankheiten (hier weitere NRW-News bei RUHR24 lesen).

NRW-Landesregierung warnt vor Baden im Rhein oder Kanälen – Todesgefahr

Eine tödliche Gefahr lauert dagegen im Rhein und den Schifffahrtskanälen in NRW – etwa dem Rhein-Herne-Kanal oder dem Dortmund-Ems-Kanal. Das Baden an solchen Wasserstraßen ist strengstens untersagt. Die NRW-Landesregierung warnt: „Die Strömungen, die durch die Sogwirkung der Schiffe noch verstärkt werden, sind lebensgefährlich!“

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