Großes Ziel für 2021

Trotz schlechter Umfragewerte: Wird NRW-Ministerpräsident Armin Laschet CDU-Kanzlerkandidat?

Für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bahnt sich ein Tag der Entscheidung an. Am Montag (12. April) könnte die CDU-Führung entscheiden, ob er Kanzlerkandidat wird.

NRW – Vertrauen ausstrahlen, so unsicher die Situation auch sein mag. Das konnte Armin Laschet (CDU) bisher ziemlich gut. Als NRW-Ministerpräsident in der Corona-Krise, als erst Ende Januar 2021 neugewählter Parteichef. Doch im Rennen um die Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl in diesem Jahr ist er zunächst mal auf Vertrauen angewiesen.

NameArmin Laschet (60)
GeburtsortAachen, NRW
AmtNRW-Ministerpräsident, CDU-Parteichef

NRW: Armin Laschet (CDU) tritt gegen Markus Söder (CSU) als Kanzlerkandidat an

Denn da ist jetzt noch jemand, der ebenfalls gerne ins Kanzleramt in Berlin einziehen würde: Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern. Auch er war mit seinem Kurs in der Corona-Krise immer wieder angeeckt – und will jetzt mit Laschet um die Kanzlerkandidatur kämpfen, gegen den er zuletzt häufig gestichelt hatte (alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24). Das haben beide bei der Klausurtagung am Sonntag in Berlin bekannt gegeben.

Doch nicht nur Söders Sticheleien hatte dem gebürtigen Aachener zugesetzt. Sein Schlingerkurs in der Corona-Krise hat Laschet zuletzt viel Zustimmung gekostet.

Die jüngsten Umfragewerte muss man ohne Frage als katastrophal bezeichnen: Laut einer Umfrage des WDR-Magazins „Westpol“ sind 69 Prozent (plus 31 Prozentpunkte) der Wahlberechtigten in NRW mit seiner Arbeit unzufrieden. Laut WDR ist das der schlechteste Wert für Laschet seit seiner Wahl zum Ministerpräsidenten.

Armin Laschet als Kanzler? Umfragewerte in NRW sind katastrophal

Gefragt wurde auch: Wer wäre ein guter Kanzlerkandidat für die CDU? Nur 24 Prozent der Befragten nannten Armin Laschet. 66 Prozent sagten, er wäre kein guter Kandidat für das Amt. Söder hingegen hielten 49 Prozent für einen guten Kanzlerkandidaten. Auch bei Anhängern der CDU liegt Söder klar vorne.

Armin Laschet (links, CDU) und Markus Söder (CSU) wollen Kanzler werden.

Ein bitteres Ergebnis für Laschet. Da könnte etwas Vertrauen nicht schaden. Doch woher soll es kommen? Öffentlich gibt sich Söder mittlerweile kämpferischer.

Der Bayer hatte lange auf seine Chance gelauert, ist der breitbeinigere der beiden Kandidaten, nicht nur auf Fotos. Nur Machtmenschen sagen solche Sätze, wie Söder es am Sonntag tat: „Wir haben festgestellt, dass beide geeignet und beide bereit sind.“

Armin Laschet: CDU soll über Kanzlerkandidaten abstimmen

Doch es ist nach den Bewerbungen nicht mehr an den Kandidaten, zu entscheiden, wer wirklich geeignet ist. Das sollen die Führungsgremien der Parteien übernehmen, kündigte Armin Laschet gleichzeitig an.

„Ich werde morgen bereit sein zur Kandidatur, so wie Markus Söder, und um Vertrauen bitten“, sagte der NRW-Ministerpräsident am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Bekommt er es nicht, wäre sein Rennen ums Kanzleramt bereits hier vorbei.

Für Laschet ist der Druck als CDU-Chef riesig. Am Montag wollen sich die Präsidien von CDU und CSU jeweils digital zusammenschalten, um über die Kandidaten und das weitere Vorgehen zu beraten.

Er habe jedoch viel Unterstützung von Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten bekommen, sagte er laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Wie die Besprechung am Ende ausgehe, darüber wollte Armin Laschet lieber nicht spekulieren. Danach wird sich abzeichnen, wie groß der Rückhalt für Parteichef Armin Laschet in der CDU wirklich noch ist.

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