Entdeckung aus der Steinzeit

NRW: Archäologische Sensation – Mann entdeckt 12.000 Jahre altes Relikt

Was für ein Fund! Ein Mann ist in NRW unterwegs und macht dabei eine steinzeitliche Entdeckung.

NRW – Es ist ein Fund, der weitere wichtige Erkenntnisse über das Leben in NRW weit vor unserer Zeit zum Vorschein bringt: Ein Mann aus Attendorn hat bei einem Sondengang eine Pfeilspitze bei Meinerzhagen (Märkischer Kreis) gefunden. Wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) berichtet, ist das Relikt rund 12.000 Jahre alt – und damit eine kleine Sensation, weiß RUHR24*.

ZeitalterAltsteinzeit (Paläolithikum)
Daueretwa von 600.000 bis 10.000 v. Chr.
Bezeichnungerste und längste Periode der Urgeschichte

NRW: Archäologischer Sensationsfund – Pfeilspitzen aus Meinerzhagen stammt aus Altsteinzeit

Die gefundenen Pfeilspitzen stammen aus einer Zeit, als noch Rentiere durch NRW zogen und mutige Jäger auf die Pirsch gingen. Jahrzehnte sei es her, dass den Archäologinnen und Archäologen des LWL ein Beleg für diese steinzeitliche Rentierjäger in Südwestfalen untergekommen ist.

Die nun entdeckte Pfeilspitze aus Meinerzhagen sei nicht nur der seit langem aktuellste Fund dieser Art, sondern zudem der südlichste Beleg für die Anwesenheit altsteinzeitlicher Rentierjäger in ganz Westfalen, teilt der LWL mit.

Zu verdanken ist dieser Fund Marcel Stipp (34) aus Attendorn. „Es ist interessant, welche Erkenntnisse solch ein auf den ersten Blick unscheinbarer Fund ermöglicht“, freut sich der ehrenamtliche Sondengänger. Gefunden habe er die Waffenteile in der Nähe von Meinerzhagen-Valbert, südlich des Kamms des Ebbegebirges.

NRW: Mann (34) findet Pfeilspitzen aus der Steinzeit – Fund ist eine Sensation

Die gefundene Pfeilspitze besteht aus grauem baltischen Feuerstein, der etwa 50 Kilometer nördlicher im Ruhrgebiet zu finden ist. Er wurde zu einer sehr typischen Pfeilspitzen-Art, einer sogenannten Stielspitze, weiterbearbeitet. „Wir vermuten, dass die Rentierjäger während des Frühjahrs oder im Herbst die Herden hier erwarteten, als sie den über 600 Meter hohen Mittelgebirgskamm passierten“, erklärt Prof. Michael Baales, Leiter der Olper Außenstelle der LWL-Archäologie.

Derartige Pfeilspitzen seien laut LWL typisch für die spätaltsteinzeitliche, sogenannte Ahrensburger Kultur, die vor rund 12.000 Jahren im nördlichen Mitteleuropa existierte. „Die Menschen bejagten damals die im saisonalen Rhythmus wandernden Rentierherden, die im Frühjahr in die Mittelgebirge zogen“, so Baales.

Marcel Stipp (34) aus Attendorn fand steinzeitliche Pfeilspitzen in NRW.

NRW: Steinzeit in NRW – Pfeilspitzen deuten auf Rentierjäger hin

Dass NRW bereits seit Jahrtausenden von Menschen besiedelt wird, zeigen zahlreiche archäologische Funde in der jüngsten Vergangenheit. Erst kürzlich hat ein Junge (14) ein historisches Schwert bei Duisburg entdeckt*. Auch in Dortmund werden regelmäßig Spuren unserer Vorfahren entdeckt. Beispielsweise wurde ein archäologischer Fund aus der gotischen Zeit bei Bauarbeiten gemacht*.

Die Pfeilspitzen aus Meinerzhagen sind aber deutlich älter. Und für Marcel Stipp ist das nicht der erste Fund, der für staunende Augen sorgte.

Vor einigen Jahren habe er begonnen, mit der Metallsonde Funde zu bergen und dabei auch schon einige interessanten Stücke entdeckt. Darunter etwa einen hochmittelalterlichen Buntmetallbeschlag des Apostels Petrus, der einst auf einem Kreuz befestigt war. Ein sehr seltener Fund, nicht nur in Südwestfalen, heißt es im LWL-Bericht *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © LWL-Archäologie für Westfalen/M. Baales, LWL-Archäologie für Westfalen/ T. Poggel; Collage: RUHR24

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