Krankenversorgung

Große Änderung soll NRW-Krankenhäuser ab September deutlich besser machen

Die Krankenhäuser in NRW erwartet eine große Veränderung. Künftig sollen sie sich auf ein Fachgebiet spezialisieren, sagt Gesundheitsminister Laumann.

NRW – Krankenhäuser in NRW sollen sich in Zukunft auf Leistungen in einem Fachgebiet spezialisieren. So sieht es der von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) vorgelegte Krankenhausplan vor. Mit einer solchen Reform gilt NRW bundesweit als Vorläufer. Wie sich die Änderungen auf die Versorgung der Patienten auswirken wird, bleibt abzuwarten. Von der Opposition kommen jedoch auch kritische Äußerungen.

ReformkonzeptKrankenhausplan NRW 2022
VerantwortlicheGesundheitsministerium von NRW
KerninhaltKliniken sollen sich auf bestimmte Leistungen spezialisieren

Große Änderung in Krankenhäusern soll stationäre Versorgung und Qualität der Leistungen verbessern

Wie Gesundheitsminister Laumann am Mittwoch ankündigte, sollen Krankenhäuser künftig in erster Linie ein medizinisches Fachgebiet abdecken. Eine Spezialisierung der Kliniken auf bestimmte Leistungen führe laut Ministerium zu einer Stärkung der stationären Versorgung sowie der Qualität medizinischer Behandlungen. Für die Patienten bedeute die Reform, dass die Kliniken mit entsprechenden Leistungen ausreichende Erfahrung haben.

Auf welche Behandlungen sich die Krankenhäuser jeweils spezialisieren, entscheidet sich anhand der jährlichen Fallzahl je medizinischer Leistung, berichtet die DPA. Das Gesundheitsministerium beurteilt zudem, ob ein Krankenhaus die vorgegebenen Qualitätskriterien in der gewünschten Leistungsgruppe erfüllt.

Das bedeutet, die Klinken spezialisieren sich zukünftig auf Leistungen wie Knie- oder Hüftprothesen, Organtransplantationen oder die Geburtshilfe. Allerdings wird im Reformpapier auch festgehalten, dass eine internistische und chirurgische Versorgung für 90 Prozent der Bevölkerung innerhalb von 20 Autominuten erreichbar sein muss. Eine Intensivstation bleibe flächendeckend bestehen (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Krankenhausplan sieht Spezialisierung der Kliniken vor – NRW als bundesweiter Vorreiter

Was den Zeitplan angeht, will Laumann keine Zeit verlieren. Bereits im September 2022 sollen die ersten Weichen für die Umsetzungen gestellt werden. Die Verhandlungen über die Spezialisierung der Kliniken sollen am 17. November dieses Jahres beginnen. Krankenhäuser und Krankenkassen sollen dann sechs Monate lang beraten.

Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, beantwortet die Fragen von Journalisten.

Das Gesundheitsministerium vergibt abschließend die Versorgungsaufträge für die Kliniken. Auf die Frage, welches Krankenhaus künftig welches Leistungsspektrum anbietet, bekommen Patienten also erst in den kommenden Monaten eine Antwort.

Unterschiedliche Akteure des Krankenhauswesens in NRW haben bei dem Krankenhausplan mitgewirkt. Der Landesminister plant die Reform bereits seit mehreren Jahren. Deutschlandweit hat kein anderes Bundesland die Kliniken auf diese Weise strukturiert, sodass NRW laut Gesundheitsministerium als Vorreiter gelte.

Neue Krankenhausreform der NRW-Regierung erntet bereits scharfe Kritik von der SPD

Größtenteils äußern sich Vertreter im Krankenhauswesen vorsichtig optimistisch gegenüber den Plänen. Der Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) teilt jedoch mit, dass ausreichende finanzielle Mittel seitens der Landesregierung erforderlich sind, um geplanten Veränderungen umzusetzen. Die neue schwarz-grüne Regierung hat in ihrem Koalitionsvertrag eine „erhebliche Summe“ für die Finanzierung des Krankenhausplans vereinbart, so die DPA.

Der Krankenhausplan NRW sieht große Änderungen in den Kliniken vor.

Die oppositionelle SPD äußert jedoch auch scharfe Kritik an der Reform. Eine Investition in die Umstrukturierung der Krankenhäuser sei kostspielig und von der amtierenden Landesregierung nicht angemessen berücksichtigt worden.

Sollten die Krankenhäuser die vorgegebenen Qualitätskriterien nicht erfüllen können, drohe ihnen die Schließung. „Damit bleibt dieser Krankenhausplan ein Leitfaden zur Schließung von Kliniken“, teilt die SPD-Landtagsfraktion mit. Insbesondere, weil die Zahl der stationär behandelten Kranken in NRW in den vergangenen Jahren um rund zehn Prozent gestiegen ist, benötigen die Menschen eine wohnortnahe Versorgung. Die SPD sieht in den Reformplänen somit erhebliche Defizite.

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