Wirtschaft schlägt Alarm

A45-Sperrung: Weltmarktführer in NRW spüren schon erste Auswirkungen

Die Sperrung der A45 in NRW entwickelt sich zu einer Katastrophe für den Mittelstand.

Dortmund/Lüdenscheid – Seit Dezember 2021 ist die A45 bei Lüdenscheid voll gesperrt. Der gesamte Verkehr der als Sauerlandlinie bezeichneten NRW-Autobahn drängt sich seitdem durch die anliegenden Gemeinden. Anwohner sind seit Wochen schon „am Ende“*, und auch die Wirtschaft der Region leidet. Wie RUHR24* weiß, schlagen jetzt Wirtschaftsverbände Alarm: Vor allem für den Mittelstand würde es brenzlig.

AutobahnA45 (Sauerlandlinie)
VerlaufVon Dortmund über das Sauerland nach Bayern und Hessen
Sperrung seit2. Dezember 2021

A45: Wichtige Autobahn in NRW dauerhaft gesperrt - Unternehmen befürchten Katastrophe

Zwar wurde Bürgern und Unternehmen rund um die A45 inzwischen zügige Hilfe vonseiten der Politik angekündigt*, doch das reicht den für die Region zuständigen Wirtschaftsverbänden nicht. Zu groß sei der Handlungsdruck, zu hoch das Risiko für die ansässigen – vorwiegend mittelständisch geprägten – Unternehmen.

In einer gemeinsamen Stellungnahme forderten Arbeitgeberverbände und Unternehmerverbände nun die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung auf, zügig zu handeln. Der notwendige Abriss und Neubau der Talbrücke Rahmede müsse so schnell wie möglich in Angriff genommen werden. Ein eindeutiger Appell unter anderem an NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU). Zuständig für die Sanierung der Autobahnen in NRW* ist allerdings die Autobahn GmbH des Bundes.

Die Situation für die Anwohner an der A45 sei unzumutbar, die Logistikprozesse der Unternehmen seien beeinträchtigt und die zahlreichen Berufspendler erheblich belastet.

A45 in NRW: Sperrung der Autobahn bedroht drittstärkste Industrieregion in Deutschland

Die Befürchtung: Die drittstärkste Industrieregion Deutschlands könnte dauerhaft Schaden nehmen. Die anhaltende Sperrung der A45 sei eine Katastrophe für die Wirtschaft der Region. Eine zuverlässige Verkehrsanbindung sei für die Unternehmen unbedingt notwendig. Besonders, da es anders als im Rheinland oder dem Ruhrgebiet, nicht „an jeder Ecke eine Autobahnauffahrt“ gäbe.

12 Wochen lang – so lange dauert die Sperrung nun schon an, so die Verbände in ihrem Brief vom 24. Februar 2022. Dies führe inzwischen zu ersten Kündigungen und Absagen von Bewerbern, welche die Belastung durch die zusätzliche Fahrtzeit fürchteten (mehr Verkehrs-News* auf RUHR24)

Im Zuge der Sanierungen der A45-Talbrücken in NRW ist neben dem Bund auch Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU) gefragt.

Sperrung der A45: Fachkräftemangel in NRW-Region könnte sich verstärken

Für die Unterzeichner des Briefs ein eindeutiges Alarmsignal dafür, dass die zukünftige Sicherung von Fachkräften durch das A45-Desaster auf dem Spiel stehen könnte. Der ohnehin vorhandenen Fachkräftemangel in Südwestfalen könnte sich weiter verstärken.

Aus Sicht der Verbände beschränkt sich diese Befürchtung also nicht nur auf das Sauerland. Auch das Ruhrgebiet sei bedroht. Für Firmen in dieser Region falle ein wichtiger Transportweg über einen langen Zeitraum weg. Das koste mehr Zeit und mehr Geld – das gelte für Unternehmen, wie auch für Pendler.

Unterzeichner der Stellungnahme

Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein e.V.
Arbeitgeberverband für den Kreis Olpe e.V.
Arbeitgeberverband Lüdenscheid e.V.
Märkischer Arbeitgeberverband e.V.
Unternehmensverband Westfalen-Mitte e.V.
Unternehmensverband der Metallindustrie für Dortmund und Umgebung e.V.
Unternehmensverband Östliches Ruhrgebiet e.V.

„Die Region kann es sich nicht leisten, fünf Jahre oder länger auf einen Neubau zu warten“, so die südwestfälischen Arbeitgeberverbände in einem abschließenden Appell. Die Alarmsignale müssten absolut ernst genommen werden. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay-Helge Hercher/dpa

Mehr zum Thema