Archäologische Ausgrabungen

Sensationsfund in NRW: Archäologen entdecken 3000 Jahre altes Relikt

An der A2 in NRW wurden archäologische Ausgrabungen getätigt. Ein seltener Fund kam zum Vorschein.

Hamm – Immer wieder kommt es im Ruhrgebiet zu archäologischen Funden aus dem Mittelalter oder der Antike. In Dortmunds Innenstadt etwa wurden zuletzt immer wieder Reste der mittelalterlichen Stadtmauer* gefunden. An der A2 bei Hamm in NRW kam es nun erneut zu einem ganz besonderen Fund, berichtet RUHR24*.

AutobahnA2
Länge473 km
BundesländerNordrhein-Westfalen; Niedersachsen; Sachsen-Anhalt; Brandenburg

NRW: Extrem seltener Fund aus der Antike an der A2 bei Hamm freigelegt

Wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mitteilt, sei der Fund im Zuge von Bauarbeiten an Windkraftanlagen im Süden von Hamm an der Autobahn A2 freigelegt worden. Ein Team von Archäologen hätte auf einer Fläche von insgesamt 3.300 Quadratmetern insgesamt 180 Funde aus längst vergangenen Tagen ans Licht befördert.

Besonders stach dabei eine Webgrube aus vorchristlicher Zeit hervor. Es handele sich dabei um den ersten Fund dieser Art in der Region Westfalen-Lippe, heißt es vonseiten des Verbandes.

Archäologischer Fund an der A2 bei Hamm: Laien können Ausgrabung nicht so leicht erkennen

Besonders überraschend seien die vielen archäologischen Funde nahe der A2 im südlichen Hamm aber nicht: „Die Flächen grenzen an eine bereits bekannte, ausgedehnte Siedlungskammer der Eisenzeit auf Bönener und Hammer Gebiet, die durch frühere Ausgrabungen freigelegt wurde“, sagt Dr. Eva Cichy, Archäologin und wissenschaftliche Referentin beim LWL.

Die meisten archäologischen Funde an der A2 seien laut Fachleuten sogenannte „Pfostengruben“, aus denen sich kleine Gebäude rekonstruieren lassen. Für Laien seien die Ausgrabungen kaum identifizierbar, höchstens erkennbar an Verfärbungen des Erdreichs, heißt es.

Auf einem Gebiet von rund 3.300 Quadratmetern sind in Hamm an der A2 180 archäologische Funde freigelegt worden.

Seltene Webgrube aus der Eisenzeit in NRW gefunden: Archäologen sprechen von „Besonderheit“

Die gefundene Webgrube sei eine der größeren Gruben in dem untersuchten Gebiet. Bereits bei der Freilegung sei erkennbar gewesen, dass es sich dabei um etwas ganz Besonderes handelt, wird Grabungsleiter Dr. Sebastian Senczek in einer aktuellen Mitteilung des LWL zitiert.

Die Webgrube war im oberen Bereich mit Brandschutt verfüllt, ihr Grund zusätzlich mit einem dünnen, hellgrauen Band aus Lehm ausgelegt. Unterhalb dieser Grube befand sich eine weitere kleine, ovale Grube mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern und einer Tiefe von 40 Zentimetern (noch mehr News aus dem Ruhrgebiet* bei RUHR24).

Unter einer größeren Grube wurde noch eine kleinere Grube gefunden. Für Laien ist der Fund laut LWL nur anhand der Verfärbungen im Erdreich (im Bild zu sehen) zu erkennen.

Fund mit mehreren Überraschungen: Webgrube in Hamm stammt aus der vorchristlichen Zeit

In der kleineren Grube wartete der nächste besondere Fund auf die Archäologen: „An der Oberfläche dieser kleineren Grube, direkt unterhalb des hellen Lehmbandes, befanden sich etwa 20 in einem Paket gegeneinander gedrückte tönerne Webgewichte unterschiedlichen Typs“, sagt Senczek.

Die verschiedenen Typen der Webgewichte, die dafür sorgten, dass die Fäden des Webstuhls auf Spannung gehalten wurden, sprechen dafür, dass es sich bei der freigelegten Grube um einen Fund aus der Eisenzeit (1200 vor Christus) handelt.

Die Eisenzeit

Die Eisenzeit begann um 1200 vor Christus und ist nach dem verwendeten Material zur Herstellung von Waffen und Geräten benannt. Sie ist nach der Steinzeit und Bronzezeit die dritte große Epoche im menschlichen Zeitalter.

Fund aus der Eisenzeit muss noch untersucht werden – Ausgrabung aus Hamm ist extrem selten

Eine Bestätigung über die Herkunftszeit der Grube liegt derzeit noch nicht vor. Die Funde müssten erst noch genau untersucht werden, teilt der LWL am Donnerstag (24. Februar) mit. Doch schon jetzt sei die Fundstelle an der A2 bei Hamm von besonderer Bedeutung für die Archäologen. Denn Webgruben, wie sie dort gefunden wurde, waren in Westfalen bislang unbekannt.

In Dortmund* kam es in den vergangenen Jahren im Zuge von Bauarbeiten immer wieder zu archäologischen Ausgrabungen. So haben Archäologen dort erst vor Kurzen ebenfalls an einer Autobahn ein 2000 Jahre altes Pferdeskelett* gefunden. „Sowas haben wir hier in der Region sonst noch nicht gefunden!“, beschrieb ein Archäologe die Lage kurz nach der Entdeckung. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marius Becker/DPA; LWL; Collage: RUHR24

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