Corona-Maßnahmen

2G in Kantinen von NRW-Firmen: Geimpfte und Ungeimpfte werden getrennt

Mehrere Unternehmen in NRW bieten gesonderte Kantinen für ihre geimpften Mitarbeiter an. Darunter E.ON, Krombacher und Bayer. Auch Arbeitsgruppen teilen sich auf.

Dortmund – Während die Politik vor der gesetzlichen Einführung einer 3G oder gar 2G-Regel am Arbeitsplatz zurückscheut, schreitet die freie Wirtschaft mit großen Schritten bei der Trennung geimpfter, genesener und ungeimpfter Mitarbeiter voran. Wie RUHR24* weiß, wollen auch einige große Unternehmen aus NRW die 2G-Regel einführen – oder praktizieren sie bereits im Arbeitsalltag.

NRW: Firmen führen 2G-Corona-Regeln in Eigenregie ein

Eine gesetzliche Regelung für 2G oder 3G in Betrieben einzuführen, gibt es in Deutschland bislang nicht. Doch einige Unternehmen setzen entsprechende Regeln bereits jetzt in Eigenregie um. Ob Krombacher, E.ON, Alltours oder Bayer: Getrennte Kantinenbereiche oder Arbeitsteams haben den Arbeitsalltag bei manchem Unternehmen in NRW* bereits nachhaltig verändert. Führen Firme so die 2G oder 3G am Arbeitsplatz durch die Hintertür ein?

Wie die Tagesschau berichtet, preschen einige Unternehmen mit eigenen Regeln vor, um das Ansteckungsrisiko für ihre Mitarbeiter am Arbeitsplatz so weit wie möglich zu verringern. Und auch der Ärztepräsident Klaus Reinhardt empfiehlt, die 2G-Regel in weiten Bereichen des öffentlichen Lebens einzuführen*. Allerdings klammert seine Empfehlung den Arbeitsplatz explizit aus. Stattdessen gelten die 3G-Regeln.

Mit der Einführung der 2G-Regel wollen Arbeitgeber auch den unterschiedlichen Anforderungen in Bezug auf die notwendigen Schutzmaßnahmen für beiden Gruppen gerecht werden. Denn während geimpfte oder genesene Mitarbeiter häufig auf das Tragen einer Maske verzichten können, ist das für Ungeimpfte weiterhin obligatorisch.

Corona: Unternehmen in NRW setzen auf 2G am Arbeitsplatz

In NRW testet Bayer mit Sitz im nordrhein-westfälischen Leverkusen eigene Kantinenbereiche nur für Geimpfte und Genesene. Ungeimpfte haben nach Auskunft des Konzerns zwar weiter Zugang zur Kantine, für sie gelten aber andere Regeln als für 2G-Mitarbeiter (mehr News zum Coronavirus in NRW* bei RUHR24).

Wie Arte berichtet, würden sich Mitarbeiter aufgrund der unterschiedlichen Regeln auch auf eigene Faust zu 2G-Arbeitsgruppen zusammenschließen: Denn sind alle Mitarbeiter einer Arbeitsgruppe geimpft oder genesen, könnten sie in Großraumbüros, Laboren oder Bereichen der Produktion ohne Abstand und Maske zusammenarbeiten.

Zum Schutz vor Corona stehen in manchen Kantinen die Tische auf Abstand. In anderen wurden Schutzwände aus Plexiglas installiert – oder sie wurden geschlossen.

Auch bei Alltours (Düsseldorf) und E.ON (Essen) gelten laut Tagesschau bald ähnliche Regeln. Beide NRW-Unternehmen wollen Geimpften und Genesenen eigene Kantinenbereiche und Cafés anbieten, in denen sie ohne Masken und Abstand zueinander zusammensitzen können. Die Krombacher-Brauerei mit Sitz in Kreuztal praktiziert 2G in der Betriebskantine nach eigenen Angaben bereits seit einiger Zeit.

Corona: Abfrage des Impfstatus unzulässig – Firmen in NRW dürfen Impfung nicht verlangen

Bislang dürfen Unternehmen den Impfstatus ihrer Mitarbeiter nicht abfragen. Laut Infektionsschutzgesetz dürfen nur Mitarbeiter in besonders sensiblen Bereichen wie der Pflege nach ihrem Impfstatus gefragt werden. In allen anderen Firmen, die bereits 2G-Regeln eingeführt haben oder dies planen zu tun, werden Mitarbeiter, die ihren Impfstatus nicht preisgeben wollen, daher in aller Regel mit der Gruppe der Ungeimpften gleichgesetzt.

Wie die Tagesschau weiter berichtet, ist es Arbeitgebern aber auch weiterhin nicht ohne weiteres möglich, von seinen Mitarbeitern eine Corona-Impfung zu verlangen: „Verlangt der Arbeitgeber einen Corona-Test oder eine Impfung als Voraussetzung für die Erbringung der Arbeitsleistung, greift er mit dieser Weisung in das Grundrecht der körperlichen Unversehrtheit und generell in das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Mitarbeiters ein“, so Arbeitsrechtsexpertin Martina Hidalgo von der Wirtschaftskanzlei CMS. Und dieser Eingriff gehe zu weit. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © George Frey/AFP

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