Grenze zu Holland

NRW: 120 Tonnen illegale Böller in Bunker entdeckt – Polizei hat Verdacht

Fahnder der niederländischen Polizei haben in einer Bunkeranlage in Nordrhein-Westfalen einen explosiven Fund gemacht. Sie beschlagnahmten 120 Tonnen illegale Böller.

Rheine – Einsatzkräfte der Polizei Rotterdam haben in Kooperation mit den deutschen Behörden eine große Menge teils illegaler Feuerwerkskörper aus dem Verkehr gezogen. In einer Bunkeranlage im deutschen Grenzgebiet unweit der Stadt Rheine entdeckten die Fahnder über 120 Tonnen Böller.

StadtRheine
BundeslandNordrhein-Westfalen
RegierungsbezirkMünster
KreisSteinfurt

Böller-Fund in NRW: 120 Tonnen Feuerwerkskörper in altem NATO-Bunker entdeckt

Die niederländische Polizei vermutet, dass die Böller für den Schwarzmarkt in den Niederlanden bestimmt waren. Im deutschen Nachbarland gelten strenge Regeln für den Verkauf und die Nutzung von Feuerwerkskörpern. Das sorgt dafür, dass bereits seit Jahren weit vor Silvester Böller und Raketen illegal eingeschleust werden.

Wie die federführende Polizei in Rotterdam mitteilte, werden die Feuerwerkskörper in den Grenzgebieten in alten NATO-Munitionsbunkern gelagert. Für die Lagerung der Böller und Raketen gibt es dafür entsprechende Genehmigungen – aber eben nur für legale Ware. Bei dem Fund in Nordrhein-Westfalen wurden auch illegale Böller entdeckt, die falsch etikettiert gewesen seien.

In diesem Bunker in NRW entdeckten die niederländischen Fahnder die Böller.

NRW: Polizei Rotterdam entdeckt 120 Tonnen Böller für den Schwarzmarkt in Grenzregion

Die illegale Ware würde dort von Zwischenhändlern mit Privatwagen abgeholt und in die Niederlande transportiert. Weil das nicht nur illegal, sondern aufgrund der Explosionsgefahr auch hochgefährlich ist, führt die niederländische Polizei regelmäßig Grenzkontrollen durch. Zuletzt seien mehrere solcher illegalen Feuerwerkskörpertransporte an der Grenze zu Deutschland abgefangen worden (mehr News zu Kriminalität bei RUHR24).

Feuerwerkskörper seien laut der niederländischen Polizei in den vergangenen Jahren immer schwerer und damit gefährlicher geworden. Sie seien nicht nur wegen der Umweltschäden und möglicher Unfälle an Silvester ein Problem, sondern würden aufgrund ihrer Sprengkraft auch bei Sprengstoffanschlägen und Ausschreitungen eingesetzt.

„Der Handel läuft das ganze Jahr über und ist damit ein lukratives Geschäftsmodell für Kriminelle und ihre Netzwerke“, so die niederländischen Behörden. Nach dem Bunker-Fund in Nordrhein-Westfalen sei die Untersuchung noch nicht abgeschlossen. Festnahmen im Zusammenhang mit der Entdeckung seien nicht ausgeschlossen.

Rubriklistenbild: © Polizei Rotterdam; Collage: RUHR24