Tipps für den Notfall

Notvorrat anlegen: Bundesamt empfiehlt Lebensmittel-Liste für 10 Tage

Für Krisen und Unwetter rät ein Bundesamt, einen Notvorrat anzulegen. Aber welche Lebensmittel und wie viel Wasser gehören auf die Liste?

Dortmund – Schon 2015 sorgte der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit seinem Zivilschutzkonzept erst für Aufregung und dann für Spott. Sein Rat damals unter anderem: Die Bürger sollten für Krisen Vorräte für etwa 10 Tage im Haus aufbewahren. Mit Corona und dem Ukraine-Krieg ist auch in NRW plötzlich wieder die Rede von einem Notvorrat.

BundeslandNRW
KrisenHochwasser, Stromausfall, Unwetter
BehördeBundesamt für Katastrophenschutz

Notvorrat anlegen: NRW-Innenminister Herbert Reul rät in der Corona-Krise zur Vorsorge

Nicht nur als Lehre aus der Pandemie und der Flutkatastrophe in NRW im Sommer rät Innenminister Herbert Reul (CDU) grundsätzlich dazu, einen Notvorrat anzulegen. Nachdem in der Corona-Krise zuerst das Toilettenpapier und zuletzt die Nerven knapp geworden sind, lacht plötzlich niemand mehr.

Die Menschen müssten verstehen, dass Katastrophen „nicht nur irgendwo in der Welt, sondern auch jeden Tag hier bei uns“ stattfinden könnten, sagte Reul im Dezember 2021 dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Notvorrat in NRW: Essen und Trinken für mehrere Tage – das rät das Bundesamt

Herbert Reul sprach unter anderem von Lebensmittelvorräten und Wasser für mehrere Tage, einer Hausapotheke, Kerzen und Streichhölzer sowie einer Powerbank fürs Handy. Doch was empfehlen Katastrophenschützer eigentlich für den Fall einer, nunja, Katastrophe?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn hat eine ganze Reihe an Informationen zu allen möglichen Szenarien. Das Problem: Man weiß ja vorher nicht, ob ein Hochwasser, ein Sturm oder eine Pandemie einem das Leben schwer macht. Es gibt aber einige generelle Dinge, die man immer zu Hause haben sollte.

Notvorrat für Katastrophen in NRW: Diese Lebensmittel sollte man immer zu Hause haben

Wenn durch einen Sturm der Strom ausfällt, sind auch Supermärkte und Tankstellen davon betroffen. Bis der Staat Hilfsgüter sendet, kann es dauern. Daher rät das Bundesamt zu einem Vorrat an Nahrungsmitteln für 10 Tage. Ein Erwachsener sollte im Notfall demnach rund 2.200 Kalorien sowie 2 Liter Wasser pro Tag zur Verfügung haben.

Im Notvorrat sollten pro Person unter anderem diese Mengen vorgehalten werden:

Getränke20 Liter (2 Liter pro Tag)
Getreide, Nudeln, Brot, Kartoffeln3,5 Kilogramm
Gemüse, Hülsenfrüchte4,0 Kilogramm
Obst, Nüsse2,5 Kilogramm
Milch, Milchprodukte2,6 Kilogramm
Fisch, Fleisch1,5 Kilogramm
Fette, Öle0,36 Kilogramm
Süßigkeiten und TierfutterNach Bedarf

Besonders wichtig dabei: Ausreichend Trinkwasser lagern! Diesen Notvorrat muss man nicht auf einen Schlag kaufen (Stichwort: Hamsterkäufe), sondern kann ihn auch nach und nach anlegen. Damit Dosenfutter und eingekochtes nicht verderben, sollte man die eingelagerten Lebensmittel anschließend laufend verbrauchen und regelmäßig frisch nachkaufen.

Das BBK empfiehlt auf seiner Internetseite, eine breite Mischung haltbarer Nahrungsmittel zu kaufen, die man auch gerne isst und verträgt. Dazu gibt es auch eine Checkliste mit Mengenangaben (PDF).

Menschen in NRW sollten für Krisen wie die Corona-Pandemie einen Notvorrat anlegen.

Notvorräte: Sicher kochen und informiert bleiben bei einem Stromausfall in NRW

Falls der Strom ausfällt, kann man sich die Notfallvorräte vorübergehend mit einem Camping- oder Gaskocher erwärmen. Dabei im Innenraum aber dringend auf gute Lüftung achten. Auch ein Grill sollte nur auf dem Balkon oder der Terrasse eingesetzt werden. Weil auch die Geldautomaten dann im Ernstfall nicht länger funktionieren, rät das Bundesamt für Katastrophenhilfe dazu, etwas Bargeld zu Hause zu haben.

Doch Essen, Trinken und Geld sind in einer Krisensituation nicht das einzige Problem. Denn etwa bei Hochwassern oder Schneefällen sind die Bürger auf Informationen angewiesen und brauchen möglicherweise Handlungsanweisungen. Weil Fernseher und Internet nur mit Strom funktionieren, rät das BBK zu einem batteriebetriebenen Radio mit Reservebatterien.

Kurbel-, Solar- oder Autoradio funktionieren auch bei einem Blackout noch. Handys, Laptops und eine Powerbank sollten immer geladen und griffbereit sein.

Denn wichtige Warnmeldungen bekommen die Bürger in NRW zudem über die Smartphone-App „Nina“. Sie warnt vor regionalen Krisen, meldet aber auch bundesweite Katastrophenfälle wie Unwetter und Hochwasser.

Notfälle in NRW: Wichtige Dokumente und Medikamente für den Krisenfall vorbereiten

Neben ausreichend Nahrungsmitteln sollten zudem wichtige Dokumente wie Urkunden, Sparbücher, Ausweise und Impfpässe griffbereit und teils als beglaubigte Kopie vorliegen, rät das Bundesamt. Muss man wegen einer Weltkriegsbombe oder eines Hochwassers schnell das Haus verlassen, schnappt man sich einfach die Mappe und hat das Wichtigste dabei.

Außerdem sollte man sich eine entsprechende Notfallapotheke in einem gut gesicherten Schrank einrichten. Das BBK warnt jedoch: „Das Badezimmer ist der falsche Platz“, weil es dort weder trocken noch kühl ist. Neben persönlich verschriebenen Medikamenten sollten dort unter anderem Schmerztabletten, Mittel gegen Erkältung, Übelkeit und Durchfall sowie Desinfektionsmittel, Schutzmasken und Verbandszeug lagern.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner, Marcel Kusch/dpa; Collage: RUHR24

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