Anhaltend hohe Infektionszahlen

Holland: Quarantäne bei NRW-Einreise – Test erst nach Tagen möglich

Zuerst durchkreuzten hohe Infektionszahlen alle Lockerungspläne in Holland. Eine neue Quarantänepflicht für Reisende aus NRW erschweren einen Urlaub zusätzlich.

Update, Donnerstag (13. Mai), 12 Uhr: Es ist ein herber Rückschlag für alle, die über die kommenden Feiertage einen Kurzurlaub in den Niederlanden geplant hatten. Denn wie Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) gegenüber der dpa erklärte, müssen sich alle Holland-Urlauber nach ihrer Rückkehr in eine fünftägige Quarantäne begeben.

Eine neue Einreiseverordnung sieht vor, dass alle Reisenden, die sich länger als 48 Stunden in unserem Nachbarland aufgehalten haben, fünf Tage in Quarantäne müssen. Die bisherige Regelung, wonach sich Reisende aus NRW nach der Rückkehr freitesten lassen konnten, gilt nun nicht mehr. Nun können sich betroffene erst nach dem fünften Tag in Quarantäne freitesten lassen. Besonders für Berufstätige, die nach ihrem Kurztrip wieder zur Arbeit müssen, dürfte ein kurzer Urlaub in Holland damit nicht mehr so einfach zu realisieren sein.

Land Niederlande
Corona-Inzidenz (27. April)331,7
Ende des LockdownsMittwoch (28. April)

Niederlande setzen Lockerungen aus: Hohe Corona-Infektionszahlen halten an

Update, Samstag (1. Mai), 15.15 Uhr: Dortmund / Den Haag - Wegen anhaltend hoher Infektionszahlen setzen die Niederlande ihre geplanten Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen vorerst aus. Eigentlich waren ab dem 11. Mai Öffnungen für Freiluftbereiche wie etwa Zoos, Vergnügungsparks und Sportanlagen vorgesehen. Diese werden nach einem Beschluss der Regierung nun verschoben.

Wie die Nachrichtenagentur ANP berichtet, soll nun geprüft werden, ob die Lockerungen alternativ ab dem 18. Mai möglich seien. Die niederländische Regierung folgt damit dem Rat von Experten, die auf eine Zunahme der Corona-Patienten in Krankenhäusern verwiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in den Niederlanden zuletzt deutlich über 300 und war damit etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. 

Niederlande beenden Corona-Lockdown und bitten die NRW-Bevölkerung, zu Hause zu bleiben

Erstmeldung, Mittwoch (27. April): Für die Niederlande endet am Mittwoch (28. April) der Lockdown in der Corona-Pandemie. Es ist der Startschuss für weitreichende Lockerungen. Doch im Idealfall soll die Bevölkerung aus NRW nicht davon profitieren.

„Bitte bleiben Sie zuhause“, heißt es in einer vom Innenministerium in NRW veröffentlichten Mitteilung. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) und sein niederländischer Amtskollege Ferdinand Grapperhaus, Minister für Justiz und Sicherheit, appellieren an die Bevölkerung im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland, nicht in die Niederlande zu reisen.

„Vermeiden Sie unnötige Reisen und kommen Sie erst in besseren Zeiten wieder“, sagt Ferdinand Grapperhaus. Es sei aktuell noch nicht die Zeit für Reisen. In besseren Zeiten sei man willkommen. Zurzeit würde man am besten helfen, indem man im eigenen Land bleibt.

Auch NRW-Innenminister Herbert Reul unterstreicht, dass das gute Wetter nicht dazu verleiten dürfe, alle Vorsicht zu vergessen. „Wenn wir jetzt nachlassen, würden wir all unsere bisherigen Anstrengungen zunichtemachen“, so der NRW-Innenminister (alle News zu Corona in NRW bei RUHR24).

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) warnt davor, in die Niederlande zu reisen.

Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es für die Niederlande aktuell eine vom Auswärtigen Amt ausgesprochene Reisewarnung. Aktuell hat der NRW-Nachbar eine Inzidenz von über 331,7 (Dienstag, 27. April). Das gesamte Land ist als „Gebiet mit besonders hohem Infektionsrisiko (Hochinzidenzgebiet) eingestuft. Auch das Portal wa.de berichtet über die Lockerungen in den Niederlanden.

Niederlande gelten weiterhin als Hochinzidenzgebiet und wollen trotzdem Corona-Lockerungen

Im ersten von insgesamt fünf Schritten der Corona-Lockerungen in den Niederlanden, der ab Mittwoch (28. April) greift, wird die nächtliche Ausgangssperre von 22 Uhr bis 4.30 Uhr aufgehoben. Zudem können die Außenbereiche der Gastronomien wiedereröffnen. Auch die Kontaktbeschränkungen werden gelockert - so darf ein Haushalt statt einer Person wieder zwei Personen empfangen.

Besonders heikel: Auch die Geschäfte dürfen in den Niederlanden ab dem 28. April wieder aufmachen. Vor allem diese Maßnahme verleitete Herbert Reul und Ferdinand Grapperhaus zu dem Appell an die NRW-Bevölkerung. So stehen zahlreiche Feiertage im Mai vor der Tür, die zahlreiche NRW-Bürger stets für einen Trip in die Niederlande nutzen. *wa.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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