Job und Ausbildung

NRW-Schulen: Für beliebten Beruf reicht jetzt auch ein Realschulabschluss

Junge Menschen mit einem Realschulabschluss können bald in NRW einen beliebten Beruf anstreben. Das Land beginnt einen Schulversuch.

Düsseldorf – In NRW für Recht und Ordnung sorgen: Das Land NRW unternimmt einen Schulversuch, um jungen Menschen mit einem Realschulabschluss den Einstieg in den Polizei-Beruf zu ermöglichen. Bislang war das nämlich nur Abiturientinnen und Abiturienten sowie ausgebildeten Fachkräften vorbehalten.

BerufPolizeibeamter
BundeslandNRW
Bediensteteca. 57.800

NRW: Ausbildung bei der Polizei für viele junge Menschen möglich

Ab dem kommenden Schuljahr 2022/23 unternimmt das Land dazu einen Schulversuch an elf Berufskollegs in NRW. Dieser Versuch sei ein neues Angebot, um Jugendliche auf das duale Studium bei der Polizei vorzubereiten. Die Nachfrage sei sowohl bei den Jugendlichen als auch bei den Schulen groß, schreibt die DPA.

„Wir setzen damit ein gesellschaftspolitisches Zeichen, dass es wieder möglich sein muss, mit einem mittleren Bildungsabschluss verantwortungsvolle Berufe auszuüben“, sagt der stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) am Donnerstag (13. Januar).

Wer Polizist werden will, braucht dazu Abitur oder eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Schule in NRW: Berufskollegs sollen Polizei-Beruf näher bringen

An den Berufskollegs lernen die Schülerinnen und Schüler innerhalb zwei Jahren polizeidienstliche Kenntnisse und Fähigkeiten, heißt es weiter. Nach dem Abschluss haben sie dann die Fachhochschulreife und können sich bei der Polizei bewerben.

Die Polizei in NRW konnte sich im vergangenen Jahr vor Bewerber kaum retten. Laut eigenen Angaben wollten mehr als 11.000 junge Frauen und Männer ein duales Studium bei der Polizei beginnen – Rekord.

Polizei in NRW: Hohe Bewerberzahl – jetzt geht die Polizei in die Berufskollegs

„Die Bewerberzahl ist wirklich spitze. Das freut mich sehr“, wird NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) auf der Homepage der Polizei zitiert. Dabei hatte die Polizei auch die eine oder andere kuriose Bewerbung zu bearbeiten. Ein Bewerber wurde abgelehnt, weil er einen bestimmten Facebook-Post teilte.

Für den Schulversuch ab dem kommenden Schuljahr stehen laut Polizeiangaben 300 Plätze bereit. In der Jahrgangsstufe 11 ist dann sogar ein Praktikum in einer Polizeibehörde vorgesehen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa