FBI und BKA nehmen weltweit zweitgrößten Darknet-Markt hoch - Hauptverdächtiger aus Kleve

Ermittler nahmen die drei Betreiber der Darknet-Plattform Wall Street Market hoch. Unter ihnen ist ein junger Mann aus Kleve.  Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Ermittler nahmen die drei Betreiber der Darknet-Plattform Wall Street Market hoch. Unter ihnen ist ein junger Mann aus Kleve. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Ermittlern gelang ein Schlag gegen Internetkriminalität: Die Betreiber des weltweit zweitgrößten Darknet-Marktes, darunter ein Mann aus Kleve, sind in Haft.

Kokain aus Kolumbien, geklaute Kreditkarten und gefälschte Ausweise: All das konnten Kunden auf der zweitgrößten Darknet-Plattform der Welt, "Wall Street Market", kaufen. Doch den Ermittlern ist ein Schlag gegen die Internetkriminalität gelungen: Die drei mutmaßlichen Betreiber, einer von ihnen ein junger Mann aus Kleve, sitzen in Haft.

Damit gingen dem FBI, der europäischen Polizeibehörde Europol und dem BKA drei wirklich große Fische ins Netz. Auf dem "Wall Street Market" waren zuletzt über 63.000 Verkaufsangebote von 5.400 Verkäufern an über eine Millionen Kundenkonten online gegangen. Die Website ist mittlerweile nicht mehr erreichbar.

BKA ermittelte zum Teil verdeckt

Nach monatelangen teils verdeckten Ermittlungen hatte das BKA schließlich die entscheidenden Hinweise gegen drei junge Deutsche: Einen 31-Jährigen aus Bad Vilbel in Hessen, einen 29-Jährigen aus Esslingen in Baden-Württemberg und einen 22-jährigen Klever. Seit März hatten die Ermittler die Männer im Visier, Ende April kam es zur Festnahme. Das berichtete zuerst der SWR.

Die drei Betreiber des Darknet-Marktes wurden damit scheinbar sehr reich. Mehr als 40 Millionen Euro Umsatz soll die Plattform gemacht haben, eine geringe Summe davon ging an die Betreiber. Bezahlt wurde mit Kryptowährungen, hauptsächlich Bitcoins und Moneros.

Klever besaß eine Schusswaffe

Bei Durchsuchungen der Wohnungen der Verdächtigen fand das BKA Bargeld in Höhe von über einer halben Million Euro sowie Bitcoin- und Monero-Beträge in sechsstelliger Höhe. Außerdem beschlagnahmten die Ermittler mehrere teure Autos sowie Computer und Datenträger. Bei dem 22-Jährigen aus Kleve fanden sie außerdem eine Schusswaffe.

Auf der illegalen Darknet-Plattform wurde hauptsächlich mit Drogen, ausgespähten Daten, gefäschten Dokumenten und Schadsoftware gehandelt. Kinderpornografie und Waffen waren verboten. Die Website war nur über das TOR-Netzwerk zugänglich.