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Ein inzwischen 30-jähriger Mann hat einer Schülerin mit ihren eigenen Nacktfotos gedroht. Er wollte Sex von ihr, ansonsten würde er die Fotos veröffentlichen. Nach vorheriger Verurteilung wurde er doch noch freigesprochen. Jetzt wird neu verhandelt.

Im Jahr 2017 hatten die damals 16-jährige Schülerin und der Mann aus Bünde (Kreis Herford) intensiven Kontakt auf WhatsApp. Ihren Angaben zufolge verliebte sich die Jugendliche in den deutlich älteren Mann. Der Kontakt ging immer weiter.

Sie tauschten Nacktfotos aus – er wollte mehr

Das ging so weit, dass sie Nacktfotos miteinander ausgetauscht haben – auf seine Initiative hin. Das war dem Mann aber nicht genug. Er machte immer mehr eindeutige sexuelle Anspielungen. Er wolle von ihr befriedigt werden.

Darauf hatte die Jugendliche aber scheinbar gar keine Lust – sie lehnte ab. Der inzwischen 30-Jährige hat allerdings nicht locker gelassen. Er fing an, das Mädchen massiv zu bedrohen.

Sollte sie nicht zum Sex bereit sein, würde er die Nacktfotos von ihr bei Facebook veröffentlichen. Außerdem hatte er gedroht, die Fotos auszudrucken und sie an ihrer Schule aufzuhängen.

Schülerin wusste nicht was sie tun soll

Die Schülerin fühlte sich stark unter Druck gesetzt, ihrer Aussage nach, wusste sie nicht, was sie machen sollte. Mitte Juni 2017 erstattete sie dann Anzeige bei der Polizei.

Im März 2018 hat das Amtsgericht Herford den Mann wegen versuchter Vergewaltigung zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt. Das Urteil wurde vom Landgericht Bielefeld wieder aufgehoben. Nach Auffassung des Landgerichts habe der Mann „nach seiner Vorstellung von der Tat noch nicht unmittelbar zur Verwirklichung einer sexuellen Nötigung angesetzt“.

Das Oberlandesgericht Hamm hat nun veranlasst, dass der Fall erneut verhandelt werden muss. Der Angeklagte sei zu unrecht wieder freigesprochen worden.

Das Oberlandesgericht begründet die Entscheidung damit, dass der Mann das damals noch minderjährige Mädchen zum Sex genötigt hätte. Dazu wäre es nicht nötig gewesen, dass sie seine Wohnung betritt.