Story geht bei Facebook viral

"Nein, ihr heute nicht": Türsteher in Münster lässt dunkelhäutigen Polizisten nicht in Club - Geschäftsführung reagiert überraschend

Ein Türsteher hat einen Mann mit seinen Söhnen nicht in einen Club in Münster gelassen - jetzt ist der Türsteher entlassen worden.
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Ein Türsteher hat einen Mann mit seinen Söhnen nicht in einen Club in Münster gelassen - jetzt ist der Türsteher entlassen worden.

Ein Mitarbeiter der Polizei NRW kam mit seinen Söhnen in einen Club in Münster nicht rein. So überraschend reagiert die Geschäftsführung.

  • Victor Ocansey wurde von einem Türsteher der Einlass in einem Club in Münster verwehrt. 
  • Bei Facebook schildert der Mitarbeiter der Polizei NRW aus Hamm den Vorfall vom Sonntag (19. Juli).
  • Die Geschäftsführung des Clubs reagierte heute (20. Juli) überraschend. 

Münster - "Nein, ihr heute nicht". Das sind die Worte, die ein Türsteher vor dem Coconut Club in Münster zu Victor Ocansey und seinen Söhnen gesagt haben soll. Der Mitarbeiter der Polizei NRW aus Hamm ist dunkelhäutig und schildert noch am Sonntag (19. Juli) seine Story bei Facebook, die viral geht. Mittlerweile hat die Geschäftsführung des Clubs reagiert - und das auf eine überraschende Art und Weise. 

Stadt

Münster

Höhe

60 Meter

Bevölkerung

312.000 Einwohner

Bürgermeister

Markus Lewe (CDU)

Münster (NRW): Facebook-Beitrag von Victor Okansey über Türsteher vor Club geht viral

Die Story, die Victor Ocansey bei Facebook erzählt, beginnt mit einem längeren Intro. Er habe mit seinen erwachsenen Söhnen einen schönen Tag erleben wollen, Tickets für eine Party im Hafenviertel von Münster besorgt.

Sie seien von Hamm voller Vorfreude mit dem Auto gefahren. Vor dem Eingang des Clubs sei es dann zur Überraschung gekommen. Der Türsteher habe sie mit folgenden Worten abgewiesen. "Nein, ihr heute nicht. Habt ihr Tickets? Wenn ja, hole ich den Veranstaltungsleiter dazu und ihr erhaltet euer Geld zurück! Am besten geht ihr woanders hin."

Münster (NRW): Neben Türsteher ist auch der Veranstaltungsleiter vor dem Club anwesend

Victor Ocansey schreibt weiter, dass er dem Türsteher die Online-Tickets gezeigt habe. Seine Irritation über die Reaktion des Türstehers sei gewachsen. Dann sei der Veranstaltungsleiter hinzugekommen. Zu dem Zeitpunkt habe der Mitarbeiter der Polizei NRW mit seinen Söhnen noch gehofft, ins Coconut Beach zu kommen. 

Ein Türsteher hat einen Mann mit seinen Söhnen nicht in einen Club in Münster gelassen - jetzt ist der Türsteher entlassen worden.

Der jedoch habe lediglich das Geld der Tickets - insgesamt 60 Euro - online zurückgezahlt, was mit Verzögerung auch geklappt habe. Da könne er nichts machen. Wenn der Türsteher das so sehe, dann wäre das so. Noch einmal habe Victor Ocansey versucht, eine Erklärung zu bekommen. 

Türsteher und Veranstaltungsleiter lassen nicht mit sich reden - Victor Ocansey zieht sich zurück 

Doch der Türsteher habe einfach gesagt, dass es nicht passen würde, ein Hausverbot erteilt und gemeint, keiner weiteren Erklärung schuldig zu sein. Victor Ocansey und seine Söhne hätten daraufhin den Bereich um den Club verlassen. Man habe dem Türsteher keine Gelegenheit bieten wollen, handgreiflich zu werden

Was passierte dann? Laut Victor Ocansey habe er die Polizei Münster gerufen und den Fall geschildert. Das sei ihm als Mitarbeiter der Polizei peinlich gewesen. Zudem sei er sich nicht sicher gewesen - hätte er an die Öffentlichkeit gehen oder lieber schweigen sollen? 

Victor Ocansey nach Club-Eklat in Münster - das will er mitteilen 

Er habe es für falsch gehalten zu schweigen und habe "ein Stück Lebensrealität, die den einen oder anderen bedauerlicherweise heute noch regelmäßig trifft und andere wiederum überraschen mag" teilen wollen. Das schrieb er in dem mittlerweile tausendfach geteilten und geliketen Beitrag bei Facebook. Auch WA berichtet über den erlebten Alltagsrassismus des Polizisten und seinen Bericht darüber.

Zu einem ähnlichen Fall ist es im Jahr 2018 in Dortmund gekommen, als der damals 29-jährige dunkelhäutige Dian ebenfalls nicht in einem Club in Dortmund hinein gekommen ist und meinte, dass ihn lediglich zwei Locations in der Stadt hinein lassen würden. 

Auch die Geschäftsführung des Coconut Beach - die Dockland GmbH - hat heute (20. Juli) reagiert und ein Statement auf der Facebook-Seite abgegeben. Das Resultat: Die agierende Sicherheitskraft sei identifiziert worden. Man habe sich bereits von ihm getrennt. Zudem wolle man die Mitarbeiter in Zukunft intensiver vor solchen Events einweisen. 

Auch die WA hat über den Fall von Victor Ocansey aus Münster berichtet und eine Chronologie der Ereignisse zusammengefasst. 

Club-Geschäftsführung aus Münster reagiert nach Vorfall mit Victor Ocansey - überraschendes Statement 

Der Chef der beauftragten Sicherheitsfirma hätte zudem seinen Familienurlaub in der Türkei unterbrochen, um weitere Schritte zu besprechen. Niemand dürfe aufgrund seiner Hautfarbe abgelehnt werden, heißt es.

Kurzum: Der Facebook-Beitrag der Geschäftsführung suggeriert, dass man sich mit der Sache intensiv beschäftigen wolle.

Letztendlich scheint man auch um Versöhnung bemüht zu sein: "Wenn ihr uns nochmal eine Chance geben wollt, sind deine Familie und du jederzeit bei jeder unser hauseigenen Veranstaltungen willkommen. Gerne auch auf Gästeliste inkl. Drinks, als kleine Wiedergutmachung."