Prozessbeginn in Münster

Streit ums Geld eskaliert: Neffe soll Tante brutal ermordet haben - Leiche Wochen später aufgetaucht

Am Landgericht Münster muss sich ein Mann wegen des Mordes aus Habgier verantworten.
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Am Landgericht Münster muss sich ein Mann wegen des Mordes aus Habgier verantworten.

In Münster soll ein 52-jähriger Mann seine Tante brutal ermordet haben. Der Tat ging offenbar ein Streit um Geld voraus. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht.

  • Im September vergangenen Jahres wurde in Münster eine Frau tot aufgefunden.
  • Schnell erhärtete sich der Verdacht, dass sie ermordet wurde.
  • Der mutmaßliche Täter soll ihr Neffe sein.

Münster - Mehrere Wochen galt eine 68-jährige Frau aus Münster im vergangenen Jahr als vermisst. Ende August fand eine Spaziergängerin im Kreis Pinneberg schließlich eine Leiche. Eine Obduktion ergab, dass es die Leiche der Vermissten aus NRW war. Doch wie kam der Leichnam bis nach Schleswig-Holstein und warum musste die Frau sterben?

Streit um Geld: Neffe soll Tante aus Habgier ermordet haben

Antworten auf diese Fragen will nun das Landgericht Münster finden. Hier muss sich der Neffe der Toten ab Donnerstag (27. Februar) verantworten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Mord aus Habgier. 

Nachdem die Spaziergängerin die Leiche in einer Böschung gefunden hatte, stellte die Rechtsmedizin im Hamburg zum einen die Identität der Frau fest. Außerdem war schnell klar, dass die Frau ermordet worden war. "Als Todesursache konnte eine massive Gewalteinwirkung gegen den Hals festgestellt werden", erläuterte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt.

Mordkommission Münster: Neffe soll sich fünfstelligen Geldbetrag geliehen haben

Bei den Ermittlungen der beim Polizeipräsidium Münster eingerichtetenMordkommission geriet der 52-jährige Neffe ins Visier der Beamten, wie die Polizei Münster in einer Pressemitteilung von September vergangenen Jahres mitteilt. Die Beamten fanden Hinweise, dass der 52-jährige Neffe sich einen fünfstelligen Geldbetrag bei seiner Tante geliehen hatte.

"Dieses Geld wurde von der Münsteranerin zurückgefordert und es kam vermutlich zu einem Streit, in dessen Verlauf der Beschuldigte seine Tante getötet haben soll", hieß es damals vonseiten der Mordkommission. In der Anklageschrift heißt es weiter, dass die Frau durch massive, stumpfe Gewalt ermordet wurde.

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Mordanklage gegen Neffen: 52-Jähriger gibt zu, seine Tante besucht zu haben

Nach der Tat soll der Angeklagte den Leichnam seiner Tante in sein Auto gebracht und dann nach einer Autofahrt in der Nähe seines Wohnortes in Schleswig-Holstein eine Böschung heruntergestoßen haben. Der Beschuldigte habe nach Angaben der Polizei eingeräumt, am 2. August 2019 seine Tante in Münster besucht zu haben. Die Verantwortung für ihren Tod wollte er jedoch nicht übernehmen.

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