Ermittler mit furchtbaren Details 

Kindesmissbrauch in Münster: Täter filmte 30 Stunden Vergewaltigung von Kindern

Abriss der Gartenlaube im Missbrauchsfall von Münster
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Abriss der Gartenlaube im Missbrauchsfall von Münster

Bereits im Juni nahmen Ermittler einen 27-Jährigen fest, der etliche Male Kinder schwer sexuell missbraucht haben soll. Jetzt gaben die Ermittler weitere furchtbare Details zum Fall bekannt.

Münster – Ein 27-jähriger Mann aus Münster soll über mehrere Jahre hinweg – von 2018 bis Mai 2020 – in der Gartenlaube seiner eigenen Mutter Kinder schwerstens sexuell missbraucht haben. Immer wieder verging er sich vor allem an dem Sohn seiner Lebensgefährtin. Im ersten Jahr des Missbrauchs war dieser gerade einmal neun Jahre alt. Die Taten filmte der Münsteraner: Das Video hat eine Länge von rund 30 Stunden.

Stadt

Münster

Bundesland

NRW

Einwohner

350.293

Münster: Tätern wird gemeinschaftlicher, schwerer sexueller Missbrauch vorgeworfen

Nun wurde in Münster Anklage gegen den jungen Mann erhoben. Doch nicht nur er, auch seine eigene Mutter, sowie ein 30, ein 35 und ein 42 Jahre alter Mann sind mitangeklagt. Die Mutter des Haupttäters ist der Beihilfe angeklagt. Sie hatte ihrem Sohn ihre Gartenlaube für die Missbrauchstaten zur Verfügung gestellt. Die anderen Männer werden beschuldigt, die Opfer gemeinschaftlich – zusammen mit dem Hauptangeklagten – über mehrere Tage hinweg missbraucht zu haben (mehr Nachrichten aus NRW auf RUHR24.de). 

Zuerst soll der Hauptangeklagte aus Münster jedoch schon im Mai 2019 mit dem im Oktober 2009 geborenen Sohn seiner Lebensgefährtin nach Köln gefahren sein, um sich dort mit einem 41 Jahre alten Mann zu treffen. Der Zweck dieses Treffens war einzig und allein der, den Jungen gemeinsam sexuell zu missbrauchen.

Münster: Täter feierten Geburtstag mit Missbrauch der Kinder

Doch die furchtbaren Taten des Mannes setzen sich fort: So soll er sich mit vier der mitangeklagten Männer im April 2020 in der Gartenlaube der Mutter des Hauptangeklagten in Münster getroffen haben. Zwei der Angeschuldigten feierten bei dieser Zusammenkunft wohl ihren Geburtstag

Zu dem mehrtägigen Treffen soll einer der Angeklagten seinen fünfjährigen Sohn mitgebracht haben. Der Haupttäter brachte den damals zehn Jahre alten Sohn seiner Lebensgefährtin mit. In den folgenden drei Tagen sollen die Männer die beiden Kinder mehrere Tage schwer sexuell missbraucht haben. 

Nach Bewertung der Staatsanwaltschaft war das alleinige und zuvor vereinbarte Ziel dieses Treffens der sexuelle Missbrauch der Kinder. Entsprechend dieser Verabredung soll es in der Nacht zum 25. April 2020, am Morgen und am Vormittag danach, sowie am folgenden Abend und in der folgenden Nacht wiederholt zu zahlreichen schweren sexuellen Missbrauchshandlungen an den Kindern gekommen sein. 

Münster: Kinder wurden über mehrere Stunden hinweg vergewaltigt

Zu den schweren Formen sexuellen Missbrauchs zählen laut der "Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs" Vergewaltigungen aller Art: vaginal, oral, anal. Der Missbrauch in Münster soll in kurzer zeitlicher Abfolge und über mehrere Stunden hinweg stattgefunden haben.

Diese Gartenlaube in Münster gilt als Haupttatort.

Um die Kinder gefügig zu machen, steht der 27-Jährige zudem unter Verdacht, dem zehn Jahre alten Jungen GBL, also KO-Tropfen beziehungsweise Liquid Ecstasy, in einem Getränk verabreicht zu haben. Hierdurch soll der Junge laut Anklageschrift in einen wehrlosen, vielleicht auch bewusstlosen Zustand versetzt worden sein.

Münster: Missbrauch fand immer wieder statt

Nach den Gräueltaten im April 2020 soll sich der Hauptangeklagte im Mai 2020 erneut mit einem weiteren Angeschuldigten in der Gartenlaube getroffen haben, um den Zehnjährigen erneut zu missbrauchen. Der Junge wurde auch in dieser Nacht durch KO-Tropfen gefügig gemacht. 

In einer Mitteilung der Polizei Münster heißt es dazu: "Sowohl während dieser möglichen Bewusstseinstrübung als auch nach dem Ende der Wirkung des Mittels soll es zu schweren, gemeinschaftlich begangenen sexuellen Missbrauchshandlungen gekommen sein."

Münster: Anklageschrift über Missbrauch ist lang

Doch die Anklageschrift ist noch länger. So soll einer der Angeklagten auch seinen Sohn mehrmals missbraucht haben und davon Fotos gemacht haben. Ähnliches soll mit der fünf Jahre alten Tochter des Angeschuldigten geschehen sein.

Und auch von den anderen Taten der Männer gibt es umfangreiches Bild- und Videomaterial. Auf einer sichergestellten Festplatte befanden sich mehrstündige Aufzeichnungen einer Videokamera, die oberhalb eines Bettes in der Laube installiert gewesen war. Mehr als 30 Stunden lang zeichnete die Kamera die Vorgänge in der Gartenlaube auf.

Die Angeschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft. Bis auf den 27-Jährigen aus Münster sind alle Männer nicht vorbestraft. Er hatte schon vor den Missbrauchsfälle in Münster aufgrund seiner pädophilen Neigungen eine Therapie machen müssen, nachdem er kinderpornografisches Material im Darknet verbreitet hatte.

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