Politische Aktion

Heilige Drei Könige: Künstlerkollektiv stiehlt Figuren aus Krippe in Münster - das steckt dahinter

Deutschlandweit wurden am Dreikönigstag von einem Künstlerkollektiv Figuren aus Kippen entwendet.
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Deutschlandweit wurden am Dreikönigstag von einem Künstlerkollektiv Figuren aus Kippen entwendet.

An "Heilige Drei Könige" wurden bundesweit Figuren aus Krippen entwendet. Auch in Münster. Vermutlich handelt es sich um eine politische Aktion eines Künstlerkollektivs. Sie wollten damit auf eine Botschaft aufmerksam machen.

  • Deutschlandweit wurden am Montag (6. Januar) Figuren aus Krippen entwendet.
  • Ein Künstlerkollektiv wollte mit der Aktion an "Heilige Drei Könige" eine politische Botschaft senden.
  • Schwerpunkt der Aktion war in Münster.

Münster - In mindestens fünf Städten fand die Aktion im Vorfeld von "Heilige Drei Könige" in Deutschland statt. Ein Künstlerkollektiv hatte mehr als 15 Figuren aus Krippen entwendet. In jeder bestohlenen Krippe fehlten zwei der drei Könige. Einige sind inzwischen wieder aufgetaucht. Was steckt hinter dieser Aktion?

Politische Aktion: Figuren aus Krippe in Münster entwendet

Schwerpunkt der politischen Aktion soll Münster sein. Allein hier waren acht Kirchen von dem Diebstahl betroffen. Aber auch in Berlin, Bielefeld, Darmstadt, Frankfurt und Köln fehlten in den Kirchenkrippen jeweils die Figuren. Und dort wo vorher Caspar, Melchior oder Balthasar standen, hinterließen die Diebe ein Schreiben. In dem erklärten sie ihre Aktion und sicherten zu, die gestohlenen Könige in den kommenden Tagen unbeschadet zurückzubringen

An "Heilige Drei Könige", der in manchen Bundesländern in Deutschland sogar ein Feiertag ist, sind sie nun mancherorts wieder aufgetaucht. Außerdem hat sich inzwischen das Kollektiv "Ausgegrenzt" zu der politischen Aktion bekannt, wie der WDR berichtete. Doch was wollten sie mit der Botschaft bezwecken?

Figuren aus Krippen entwendet: Das ist die Botschaft 

Mit dem Diebstahl der Krippenfiguren in Münster und den anderen deutschen Städten wollte die Gruppe auf die miserable Lage in den Flüchtlingslagern in Europa aufmerksam machen. Sie nannten die Aktion @zwei_fehlen und meinten damit zwei der heiligen drei Könige. Denn die sollen normalerweise heute das Jesuskind begrüßen und ihm Geschenke bringen - so sagt es die Geschichte.

Das Künstlerkollektiv "Ausgegrenzt" ist jedoch der Meinung, würden die heiligen drei Könige Jesus heute begrüßen wollen, kämen sie nicht weit. Denn man würde sie in Flüchtlingslagern oder in bayerischen Auffangstationen festhalten. Ursache für die prekäre Situation sei die EU-Abschottungspolitik, so das Künstlerkollektiv "Ausgegrenzt". Außerdem solle die Aktion aufrütteln und das Thema Flüchtlinge, Lagerunterbringung und europäische Grenzpolitik wieder neu in die gesellschaftliche Diskussion einbringen.

Krippenfiguren in Münster wieder aufgetaucht, einige fehlen noch

Und bis das vonstattengeht, bleiben noch einige der Könige verschwunden. Einer sitze im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos fest, ein anderer wird im Ankerzentrum im bayerischen Deggendorf festgehalten. 

Die Situationen seien beider Orts eine humanitäre Katastrophe. Das dürfe keine Politik der Welt länger dulden, so die Aussage von "Ausgegrenzt". Die Aktion richte sich deshalb einerseits gegen die Politik, andererseits aber auch an die Kirchen. Denn dies könnten ein wichtiger Antrieb sein, um die Lage der Flüchtlinge zu verbessern, sagte ein Sprecher des Kollektivs gegenüber dem WDR.

Video: Krippenfiguren werden häufiger für politische Zwecke genutzt

Die Aktion von "Ausgegrenzt" ist nicht die einzige, die sich Figuren aus einer Krippe zunutze macht. 

Auch in Haltern am See fand eine ähnliche Aktion statt: Hier fehlte in fünf Kirchen die Josef-Figur in den Krippen mit dem Hinweis, dieser würde sich derzeit in Abschiebehaft befinden. Hier war der Diebstahl allerdings mit den Pfarrern abgesprochen. Er sollte auf die Notwendigkeit der lokalen Unterstützung für Geflüchtete hinweisen. Folglich stehen die Chancen für Josef gut, in den kommenden Tagen wieder aus der Haft entlassen zu werden.

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