Forschung

NRW: Bochumer Ruhr-Universität geht mit Insekten auf Mörderjagd

An der Ruhr-Universität in Bochum forschen Wissenschaftler an neuen forensischen Methoden, um Morde besser aufklären zu können.

NRW – Insekten sollen künftig dabei helfen, Morde aufzudecken. An dieser neuartigen Methode forschen Wissenschaftler an der Ruhr-Universität in Bochum, denn durch die Krabbeltiere könne der Todeszeitpunkt einer Leiche sehr präzise erfasst werden (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Forschung Forensische Entomologie
UniversitätRuhr-Universität Bochum
BereichFakultät für Biologie und Biotechnologie

NRW: Ruhr-Universität auf Verbrecherjagd – Maden als neue Kriminalbeamte

Auf Spurensuche müssen sich Ermittlerinnen und Ermittler immer noch selbst begeben. Aber wenn sie am Tatort Krabbeltiere finden, können diese ihnen eine große Hilfe sein. Bereits wenige Stunden nach dem Tod eines Lebewesens legen bestimmte Fliegenarten ihre Eier in den leblosen Körper.

Einige Tage später wachsen, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, aus diesen Eiern Maden heran. In einem späteren Stadium der Verwesung tauchen auch andere Insektenarten wie Käfer in der Leiche auf. Je nach Art des Insekts können die Forscher bestimmen, wie lange der Tod zurückliegt.

Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum forschen an einer neuen Methode, um Morde aufzuklären.

NRW: Ruhr-Universität forscht an neuer Methode – USA sind Vorreiter

In den USA ist diese forensische Methode schon seit einigen Jahren etabliert, während sie in Europa noch in den Kinderschuhen steckt. Doch das Wissen aus Amerika lasse sich nicht so einfach auf Europa übertragen, weil es in Deutschland nicht die gleichen Insekten gibt, erklärt der Wissenschaftler Dr. Ersin Karapazarlioglu.

„Die Methode hängt aber stark von Umwelteinflüssen ab“, sagt Karapazarlioglu. Neben der Temperatur, die das Wachstum der Insekten bestimmt, spielen auch Faktoren wie Zusammensetzung der Erde, in der die Leiche vergraben ist oder die Feuchtigkeit eine große Rolle. Hinzukommt, dass auf dem Land andere Insektenspezies vorkommen als in der Stadt.

NRW: Ruhr-Universität auf Verbrecherjagd – Beobachtungsgräber mit Schafskadavern

Um diese Effekte zu untersuchen, bauten die Forscher der RUB Beobachtungsgräber mit Schafskadavern. Diese seien so konstruiert, dass regelmäßig Proben entnommen werden können. In der Forschung würden Schafe und Schweine als Modellorganismen genutzt, weil sie ein vergleichbares Körpergewicht wie Menschen haben und bei ihnen auch die Verwesungsprozesse sehr ähnlich ablaufen. Die Ergebnisse zeigen zum Beispiel, dass an einem Kadaver an der Oberfläche andere Insektenarten leben als unter der Erde.

Rubriklistenbild: © Robert Pastryk/Imago

Mehr zum Thema