Kindesmissbrauch

Nach Fällen aus Bergisch Gladbach und Lügde - NRW will höhere Strafen für "Missbrauch auf Bestellung"

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Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach (Symbolbild)

Im Fall des Kindesmissbrauchs von Bergisch Gladbach wurde ein neuer, achter Tatverdächtiger festgenommen. Jetzt fordert NRW härtere Strafen für "Missbrauch auf Bestellung"

  • Achter Verdächtiger im Fall des Missbrauchs von Bergisch Gladbach. 
  • 47-Jähriger stammt aus Lünen im Kreis Unna. 
  • Nach mehreren Missbrauchsfällen in NRW fordert das Land härtere Strafen.

Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach: neuer Verdächtiger aus Lünen

Update, Dienstag (12. November), 13.50 Uhr: Nicht nur der Fall ausBergisch Gladbach, auch die Ausmaße des Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde schockieren: In NRW sind in den vergangenen Monaten massenhaft Fälle von sexuellem Missbrauch bekannt geworden.

Nach dem massenhaften Kindesmissbrauch in Lügde ist auch in Bergisch Gladbach ein weit reichendes kriminelles Netz aufgefallen, durch das Kinder weit über die Stadt hinaus getauscht und missbraucht wurden.

Jetzt fordert NRW eine Strafverschärfungen für Kriminelle, die Kinder sexuell missbrauchen, und das auch noch "auf Bestellung". "Es kann nicht sein, dass jemand, der den sexuellen Missbrauch einer Zehnjährigen bestellt, mit einer Bewährungsstrafe davonkommt", so der stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) am Dienstag in Düsseldorf. Die Landesregierung will nach der Winterpause einen Gesetzentwurf über den Bundesrat einbringen

Erstmeldung, Montag (11. November): Der Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach zieht immer größere Kreise. Erst gestern (10. November) war ein siebter Tatverdächtiger festgenommen worden, heute dann der Achte. Bei ihm handelt es sich um einen 47-Jährigen aus Lünen im Kreis Unna

Er sitzt bereits in Untersuchungshaft, da auch bei ihm der Verdacht des sexuellen Missbrauchs besteht. Er soll jedoch nicht seine eigenen Kinder missbraucht haben, sondern andere Opfer, wie ein Kölner Staatsanwalt der dpa berichtete. 

Ende Oktober hatten Polizisten bei einer Durchsuchung in Bergisch Gladbach eine große Menge an Daten festgestellt, die unter anderem schweren sexuellen Missbrauch zeigen. Es handelte sich dabei um drei Terabyte Daten, die hauptsächlich aus hunderttausenden Bildern und Videoaufnahmen bestanden. 

Fast alle Täter im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach bisher aus NRW

Direkt im Anschluss an diesen Fund waren vier Tatverdächtige festgenommen worden. Dabei handelt es sich um einen 42-Jährigen aus Bergisch Gladbach selber, einen 26-Jährigen aus Wiesbaden, einen 38-Jährigen aus Niedernhausen und einen 33-Jährigen aus Mettmann. Ihn allen wir der sexuelle Missbrauch an ihren eigenen Kindern oder Stiefkindern vorgeworfen. 

Kurz danach waren zwei weitere Männer in Aachen und Krefeld festgenommen worden und gestern dann erneut ein Mann aus der Nähe von Aachen. 

Bisher neun Opfer im Fall des Kindesmissbrauchs von Bergisch Gladbach

Die Ermittler wissen bisher von neun Opfern im Alter von unter einem Jahr bis elf Jahre. Es seien jedoch noch weitere Opfer zu befürchten. Ebenso müsse man befürchten, dass noch unbekannte Täter weiterhin aktiv sind. 

Bisher stammen fast alle Täter aus NRW, lediglich einer aus Hessen. Es sei jedoch damit zu rechnen, dass die Ermittlungen auch noch auf andere Bundesländer und möglicherweise das Ausland ausgeweitet werden. 

Mehr als 1500 Ermittler arbeiten an den Fällen, die Federführung liegt bei der Staatsanwaltschaft Köln. Sämtliche sichergestellte Daten aus Durchsuchungen werden von ihnen ausgewertet. 

Und nach den Fällen von Lügde und Bergisch Gladbach hat die Polizei eine Dritte Plattform für Kinderpornografie abgeschaltet. Diese war nach einer bundesweiten Razzia entdeckt worden. Sie soll zur Verbreitung von kinder- und jugendpornografischen Inhalten, sowie zum Verabreden zum sexuellen Missbrauch von Kindern genutzt worden sein.