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Die Feuerwehr hat nach einem Einsatz eine E-Mail von Anwohnern bekommen, in der sie sich über den Lärm des Martinshorns beschweren und mit einer Anzeige drohen. Die Feuerwehrleute sind sprachlos.

  • Anwohner drohen, die Feuerwehr wegen dem lauten Martinshorn zu verklagen.
  • Sie bezeichnen die Einsatzkräfte als „Wilde“.
  • Die Feuerwehr Mettmann bekommt großen Rückhalt aus der Bevölkerung

Die Feuerwehr Mettmann zeigte sich am Samstag ausgelaugt. Der Freitag (19. Juli) war ein äußert stressiger Tag für die Einsatzkräfte gewesen: Innerhalb weniger Stunden mussten sie zu insgesamt acht Einsätzen ausrücken.

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„Anzeige wegen Körperverletzung“ für Einsatz vom Martinshorn

Der letzte Notruf erreichte die Feuerwehrleute am Abend: An der Teichstraße hatte der Rauchmelder einer Wohnung ausgelöst, ein aufmerksamer Anwohner rief die Feuerwehr. Am Ende war es glücklicherweise kein Wohnungsbrand, sondern nur rauchende Fettreste auf einer Pfanne.

Nach dem letzten Einsatz an der Teichstraße erreichte die Feuerwehr am Freitagabend eine E-Mail von Anwohnern: Sie beschwerten sich, dass schon wieder Einsatzfahrzeuge mit Martinshorn an ihrem Haus vorbeigefahren seien.

Unterzeichnet mit „die kranken Anwohner“

„Sollte jetzt noch ein einziges Mal die Einsatzfahrzeuge in der lautesten Sirenenfrequenz durch die Innenstadt fahren, obwohl weder an der Kreuzung im Zentrum noch in der Bahnstraße (…) weder Auto noch Fußgänger unterwegs waren, erstatten wir in Wohngemeinschaft von den betreffenden Bewohnern Anzeige wegen Körperverletzung“, beginnt die E-Mail.

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„Wo kommen plötzlich die Einsätze in krankmachender Form her?“, fragt der Absender. Damit nicht genug: Die Einsatzkräfte werden in der E-Mail auch als „Wilde“ bezeichnet.

„Nachdem wir ein paar Einsätze mit dem Auto verfolgt haben, kamen nach kürzester Zeit die ersten ‚Wilden‘ wieder zurück. Wir bitten ausdrücklich, die ‚Wilden‘ nochmal in Dienstbesprechungen auf den Einsatz der Martinshörner zu schulen“. Unterzeichnet wurde die Mail mit „die kranken Anwohner“.

Feuerwehr Mettmann zeigt sich sprachlos über diese Intoleranz

Die Feuerwehr zeigte sich verwirrt. Sie sind mit Martinshorn zum Einsatzort gefahren, weil ihnen ein möglicher Wohnungsbrand gemeldet wurde. Es sei eine „anonyme E-Mail, die uns ob der inhaltlichen Intoleranz schon etwas sprachlos macht.“

Auf Facebook bekommen die Einsatzkräfte jedoch viel Unterstützung von der Bevölkerung. „Da fehlen einem echt die Worte. Aufmunternde Grüße an alle ‚wilden‘ Feuerwehrleute!“, schreibt eine Nutzerin.

Erst Anfang des Monats erreichte die Feuerwehr Rommerskirchen eine ähnliche Beschwerde: Die laute Reinigung eines Einsatzwagen habe die Ruhe eines Spaziergängers gestört.