Glücksbringer in Massen

Marienkäfer-Plage in NRW? Das steckt hinter der aktuellen Invasion

In NRW hat das große Krabbeln der kleinen Glücksbringer begonnen. Marienkäfer-Schwärme bevölkern aktuell viele Wohnungen. Warum ist das so?

Dortmund – Eigentlich ist die Freude meist groß, wenn ein Marienkäfer zu sehen ist. Aber aktuell sind die kleinen Glücksbringer ungewöhnlich oft und in Massen anzutreffen – ob beim Spaziergang oder auch in der eigenen Wohnung. Doch woher kommen die Tierchen und was kann man gegen sie tun?

FamilieMarienkäfer
Wissenschaftlicher Name Coccinellidae
KlasseInsekten

Marienkäfer in NRW: Glücksbringer auf der Suche

Wer sich zurzeit über massenhaft rot-gepunktete Fensterritzen, Häuserwände oder auch Balkongeländer in NRW wundert, der sieht womöglich Marienkäfer auf Wanderschaft. Das liegt daran, dass sie auf der Suche nach geeigneten Winterquartieren sind. „Die tun nichts, die wollen nur überwintern“, erklärt Insektenexperte Karl-Heinz Jelinek dem WDR. Dazu nutzen Marienkäfer die letzten warmen Oktobertage und versammeln sich zu großen Schwärmen.

Aber warum kriechen sie ausgerechnet in unsere vier Wände? „In die Wohnung geraten sie zufällig. Denn Häuser sind Felsblöcke, zumindest aus Sicht der Insekten. Diese Felsblöcke haben Ritzen, da wollen sie hereinkriechen und überwintern“, so Jelinek. Marienkäfer machen es sich eben am liebsten in jeglicher Art von Hohlräumen gemütlich.

Im Herbst suchen Marienkäfer in NRW massenhaft Unterschlupf für den Winter.

Dass die Masse der Tiere dem ein oder anderen dann aber doch zu viel wird, ist nachvollziehbar. Denn zwei Faktoren begünstigten in diesem Jahr die rasante Glücksbringer-Vermehrung. Die guten Wetterbedingungen spielen dabei eine entscheidende Rolle, erklärte der Experte für Biodiversität und Klimawandel beim Naturschutzbund (Nabu) gegenüber co2online.

Denn der diesjährige Rekord-Sommer bewirkte die Vermehrung von Blattläusen, von denen sich Marienkäfer hauptsächlich ernähren. Hinzu kommt der eingeschleppte asiatische Harlekin-Marienkäfer. Er wurde zur Blattläusebekämpfung nach Deutschland gebracht. Inzwischen breitet er sich auch in der freien Natur immer weiter aus. Optimale Bedingungen also für eine Marienkäferinvasion vom Feinsten.

Marienkäfer in NRW: So wird man sie los

Eine Möglichkeit, um die Insekten von der Wohnung fernzuhalten, ist ein klassisches Insektenhotel im Garten. Dieses kann mit Laub, Rinde oder Stroh befüllt werden, damit es die Marienkäfer auch richtig gemütlich haben. Ein weiterer Vorteil ist dadurch ein Garten frei von Blattläusen.

Sollte sich doch Marienkäfer in die warme Wohnung verirren, wird dazu geraten, die Tiere mit Behutsamkeit ins Freie zu befördern. Dazu eignet sich ein Kehrblech oder auch ein Finger, von dem der Marienkäfer in die Lüfte abheben kann.

Rubriklistenbild: © imago/blickwinkel

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