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Bei einem Brand in einem Wohnhaus in Senden, nahe Münster, entdeckten die Einsatzkräfte einen toten Mann. Offenbar ist der Frührentner Heinz H. bereits seit Jahreswechsel 2011/2012 tot.

  • Der Hund des Mannes ist neben ihm verhungert.
  • Eine Nachbarin schöpfte häufiger Verdacht.
  • Die Polizei nimmt alte Ermittlungen wieder auf.

Hausbrand führt zu zufälligem Fund des toten Mannes

Im Keller eines Hochhauses in Senden bei Münster brach in der Nacht zu Sonntag (22. September) ein Feuer aus. Zum Zeitpunkt des Brandes mussten rund 70 Menschen aus zwei Wohnhäusern evakuiert werden.

Währenddessen machten die Einsatzkräfte einen erschreckenden Fund: In einer der Wohnungen lag die Leiche des mit 59 Jahren verstorbenen Frührentners Heinz H. Zuvor mussten die Einsatzkräfte die Tür der Wohnung einschlagen.

Wie die Obduktion ergab, ist der Mann bereits seit acht Jahren tot und im Jahreswechsel von 2011 und 2012 verstorben. Die Einsatzkräfte fanden auch die Leiche seines Hundes „Linus„. Vermutlich ist er neben seinem Herrchen verhungert. Der Brand wurde durch unsachgemäße Müllentsorgung ausgelöst.

Nachbarin meldete das Verschwinden des toten Mannes vor Jahren

Der überquillende Briefkasten und das Auto, dass längst rostet: Eine Nachbarin des toten Mannes schöpfte schon vor einigen Jahren Verdacht. Sie schaltete die Hausverwaltung und schließlich auch die Polizei ein.

Besonders ein unangenehmer Geruch im Treppenhaus ließ sie Alarm schlagen. Dieser sei aber weder den Einsatzkräften noch der Hausverwaltung aufgefallen. Sogar die Rentenversicherung des toten Mannes und das Ordnungsamt soll die Nachbarin benachrichtigt haben.

Acht Jahre tot in der Wohnung: Angehörige sollen für Beerdigung aufkommen

Die Nachbarin versuchte außerdem, den Sohn des toten Mannes ausfindig zu machen. Vergebens, denn dieser stand offenbar schon vor dessen Tod nicht mehr in Kontakt mit seinem Vater.

Medienberichten zufolge sollen die Angehörigen von Heinz H. dennoch für die Beerdigung aufkommen. Die Polizei ermittelt nun, wieso den Hinweisen der Nachbarin damals nicht weiter nachgegangen wurde.

Zuletzt hatte es einen ähnlichen Gruselfund im Ruhrgebiet gegeben, wo ein Mann (53) in Marl ein Jahr lang mit der Leiche seiner toten Mutter zusammenlebte. Das Ordnungsamt entdeckte die Tote in der Wohnung ihres Sohnes.