Dortmunder unter den Opfern

Studenten aus NRW starben: Unfallfahrer von Südtirol frei – doch seine Freunde erkennen ihn nicht wieder

Im Januar kamen sieben junge Menschen bei einem tragischen Unglück in Luttach (Südtirol) ums Leben. Der Fahrer ist eigentlich auf freiem Fuß – will aber im Kloster bleiben. Freunde erkennen ihn nicht wieder.

  • Über sechs Monate sind seit der Alkoholfahrt von Luttach in Südtirol vergangen.
  • Ein 27-Jähriger raste in eine Touristengruppe und tötete sieben Menschen.
  • Bis zum Prozessbeginn wäre der Mann auf freiem Fuß – das will er aber nicht.

Luttach (Südtirol) – Es waren schreckliche Szenen, die sich Anfang Januar im Wintersportort Luttach im Nordosten Südtirols abspielten. Ein Autofahrer raste mitten in der Nacht in eine Gruppe Urlauber. Sechs Menschen starben sofort, eine Frau erlag wenig später ihren schweren Verletzungen.

Luttach (Südtirol): Sieben Tote nach Alkoholfahrt im Januar – fünf Opfer stammten aus NRW

Wie sich kurze Zeit nach der Todesfahrt von Luttach herausstellte, stammten fünf der Todesopfer aus Nordrhein-Westfalen (zwei aus Wuppertal, Köln, Dortmund und Unna). Sie waren nach einem Discobesuch gerade auf dem Rückweg zum Shuttlebus, als der Unfallfahrer die Studentengruppe gegen 1.15 Uhr nachts auf der Hauptstraße mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit und fast zwei Promille am Steuer überfuhr. Elf weitere Personen wurden verletzt.

Der zum Unfallzeitpunkt 27-jährige Mann aus Kiens (Südtirol) wurde nach der Tat inhaftiert. Schnell bereute er, was er getan hatte. Seinem Anwalt hätte er laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gesagt, es wäre besser gewesen, er selbst sei anstelle der anderen Menschen gestorben.

Alle sieben Opfer der Todesfahrt von Luttach kamen aus Deutschland.

Luttach (Südtirol): Unfallfahrer bereut die Tat – Promillewert überraschte ihn

Zwar sei er sich darüber im Klaren gewesen, dass er betrunken in seinem Audi TT unterwegs gewesen sei. Der Wert von fast zwei Promille, der nach dem Unfall in Luttach gemessen wurde, hätte ihn aber überrascht. Er habe sich nicht für derart betrunken gehalten, ließ sein Anwalt gegenüber dpa verlauten.

Italienische Medien berichteten sogar, dass der 27-Jährige Suizidgedanken geäußert hätte, nachdem ihm das volle Ausmaß seines Handelns klar geworden wäre. Da verwundert es nicht, dass der Unfallfahrer trotz seiner neu gewonnenen Freiheit weiter zurückgezogen und anscheinend geläutert lebt.

Denn wie südtirolnews mit Verweis auf die Tageszeitung Alto Adige berichtet, hat der Richter dem Antrag der Verteidigung auf Haftentlassung stattgegeben. Zumindest bis zum Prozessbeginn könnte der Mann ein normales Leben führen.

Nach Horror-Unfall in Luttach (Südtirol): Fahrer lebt auf freiem Fuß weiter im Kloster

Stattdessen ziehe es der Mann jedoch vor, seine Therapie im Krankenhaus fortzusetzen und im Kloster Neustift wohnen zu bleiben, wo er nach dem anfänglichen Aufenthalt im Gefängnis seinen Hausarrest verbracht hatte. Die dortigen Mönche boten ihm die Möglichkeit, im Kloster zu arbeiten. Unter anderem hatte er sich dort um die Pflege der älteren Brüder gekümmert (alle NRW-Artikel auf RUHR24).

Personen aus dem Umkreis des Mannes betonen, dass er nicht mehr derselbe sei. Laut südtirolnews sei es denkbar, dass der Unfallfahrer von Luttach auch die kommenden Jahre im Kloster Neustift verbringt. Derweil stünde die Erstellung des Gutachtens zum Unfallhergang vor dem Abschluss. Der 27-jährige Mann wird sich im Prozess wegen mehrfachen Mordes im Straßenverkehr verantworten müssen.

Rubriklistenbild: © Freiwillige Feuerwehr Luttach/dpa