Weitere Flugausfälle

NRW: Lufthansa-Personal streikt – was Reisende beachten müssen

Die Gewerkschaft Verdi hat das Bodenpersonal der Lufthansa zum Streik aufgerufen. Flugreisende müssen sich auf weitere Ausfälle einstellen.

NRW – Passagiere der Lufthansa müssen sich am Mittwoch (27. Juli) auf noch mehr Flugausfälle und Verspätungen einstellen. Parallel zum aktuellen Flughafenchaos, angesichts fehlenden Personals, hat die Gewerkschaft Verdi das Bodenpersonal der Lufthansa zum Warnstreik aufgerufen. Das sind etwa 20.000 Angestellte an den Flughäfen Frankfurt am Main, Düsseldorf, Köln, Hamburg, München und Berlin, wie Verdi mitteilt.

Unternehmen Lufthansa
SitzKöln
CEOCarsten Spohr

NRW: Lufthansa-Bodenpersonal an Flughäfen zum Warnstreik aufgerufen

Der Warnstreik soll am Mittwochmorgen um 3.45 Uhr beginnen und am Donnerstag (28. Juli) um 6 Uhr enden. Aufgerufen sind Beschäftigte der Lufthansa AG Boden, Lufthansa Technik, Lufthansa Cargo, Lufthansa Systems, Lufthansa Technik Logistik Services (LTLS) der Lufthansa Service Gesellschaft (LSG) sowie der Lufthansa Engineering and Operational Services GmbH (LEOS).

Aber welche Mitarbeiter gehören zum Bodenpersonal? Zum Bodenpersonal gehören unter anderem Techniker und Logistiker, ohne deren Dienstleistungen die Flugzeuge meist nicht abheben können. Dies wird zu Flugausfällen und Verspätungen in ganz Deutschland führen. Flugreisende müssen im ersten Reisesommer wahrlich starke Nerven behalten.

Passagiere der Lufthansa müssen sich auf einen eintägigen Warnstreik einstellen.

NRW: Hintergrund des Warnstreiks des Lufthansa-Personals

Durch den Streik soll Druck auf das Unternehmen Lufthansa ausgeübt werden. Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen für die 20.000 Beschäftigten. Diese sind ins Stocken geraten. Mitte Juli – in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen – konnte kein Ergebnis erzielt werden, das für Verdi angemessen ist. (Mehr News aus NRW bei RUHR24).

Verdi fordert 9,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens müssten es aber 350 Euro monatlich sein, bei einer Laufzeit von einem Jahr. Gefordert ist außerdem ein Stundenlohn von 13 Euro für die Angestellten. Die Lufthansa legte daraufhin in der zweiten Tarifverhandlung im Juli drei Varianten eines Angebotes vor, die jeweils aus Festbeträgen und einer ergebnisabhängigen Komponente bei einer Laufzeit von 18 Monaten bestehen. Nicht ausreichend für Verdi, sie fordern mehr.

NRW: Lufthansa-Warnstreik sei „völlig unverhältnismäßig“

Die Lufthansa betitelte den geplanten Streik als „unzumutbar“ für Kunden und Beschäftigte an den Flughäfen, berichtet die Tagesschau. Demnach könnte dies kaum noch als Warnstreik bezeichnet werden, erklärte Personalvorstand Michael Niggemann. Flughäfen in ganz NRW haben seit Beginn der Sommerferien mit langen Warteschlangen und extrem hohen Wartezeiten zu kämpfen, es brach das sogenannte Flughafenchaos aus.

Es sei umso unverständlicher, da die Lufthansa bereits „hohe und sozial ausgewogene“ Lohnerhöhungen angeboten habe. Auch ein Sprecher des Frankfurter Flughafens teilte der Bild sein Unverständnis mit: „Wir halten es für völlig unverhältnismäßig, dass die Verdi zum jetzigen Zeitpunkt einen Streik in diesem Ausmaß angekündigt hat und somit tausenden Leuten ihren wohlverdienten Urlaub versauen“.

Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle erklärte, dass die Situation an den Flughäfen auch für das Personal eskaliere. Die Überlastung der Beschäftigten aufgrund erheblichen Personalmangels, die hohe Inflation und ein dreijähriger Lohnverzicht setze die Beschäftigten immer mehr unter Druck. Sie bittet die Passagiere daher um Verständnis für die problematische Situation der Beschäftigten.

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/Panama Pictures/Imago

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