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Die Staatsanwaltschaft hat am Montag (13. Mai) Anklage im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde erhoben. Das berichten NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung.

Angeklagt werden ein 56-jähriger Dauercamper und ein 49-Jähriger. Ihnen wird vorgeworfen, gemeinsam mit einem 33-Jährigen, über viele Jahre hinweg auf einem Campingplatz in Lügde Kinder missbraucht zu haben. Die mutmaßlichen Täter filmten ihre Taten außerdem.

Update, Dienstag (14. Mai), 9.45 Uhr:
Inzwischen wurde bekannt, dass auch minderjährige Opfer gezwungen wurden, an anderen Kindern sexuelle Handlungen vorzunehmen.

Die Kinder mussten an sich selbst und anderen Minderjährigen sexuelle Handlungen vornehmen oder beim Missbrauch zusehen müssen. Das berichtet das Westfalen-Blatt unter Berufung auf Ermittlungsakten und einen Abschlussbericht der Ermittlungskommission.

Lügde: Drei Männer sitzen seit Monaten in Untersuchungshaft

Die drei Männer sitzen seit Monaten in Untersuchungshaft. Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen weitere fünf Personen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs, des Besitzes von kinderpornografischem Material oder Strafvereitelung im Amt.

Über 40 Kinder sollen laut Medienberichten Opfer geworden sein. Inzwischen wurde eine private Initiative gegründet. Die „Kinder von Lügde“ fordern einen Missbrauchsbeauftragten von der niedersächsischen Landesregierung. Die Kinderhilfe macht derweil deutlich, dass man nicht von Missbrauch an Kindern, sondern von Vergewaltigung sprechen müsse.

Viele der missbrauchten Kinder haben noch nicht mit einer Therapie beginnen können, weil sie erst den Prozess abwarten sollen. Sie werden zwar psychologisch begleitet, die Aufarbeitung soll aber erst nach Abschluss der Ermittlungen starten, um die Aussagen zu erhalten.

Die bisherigen Ermittlungsarbeiten auf dem Campingplatz waren geprägt von zahlreichen Pannen. Die Polizei übersah zum Teil kinderpornografisches Material bei der Durchsuchung.

Als der Prozess gut eine Woche läuft, kommen während der Verhandlungen immer wieder schreckliche Details der Taten ans Licht. Mit dpa-Material