Beratungen am Dienstag

NRW: Lockdown-Verlängerung - worauf sich Merkel und Laschet einigen könnten

Am Dienstag (5. Januar) beraten die Ministerpräsidenten der Länder mit Angela Merkel über das weitere Verfahren im Corona-Lockdown. Gibt es Hoffnung für erste Öffnungen?

Deutschland – Am Dienstag (5. Januar) wird es ernst. Per Videoschalte beraten sich ab 11 Uhr die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Verfahren in Sachen Corona (alle News im Live-Ticker auf RUHR24.de). Lockdown-Verlängerung – ja oder nein? Und falls ja: Wie lange und wie hart?

CoronavirusSARS-CoV-2
Fälle in Deutschland1.783.896 (Stand: 4. Januar)
KrankheitCovid-19
SymptomeHusten, Schnupfen, Fieber, Geruchs- und Geschmacksstörungen

Corona: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet berät mit Kanzlerin Merkel über Lockdown-Verlängerung

Offiziell läuft der derzeitige harte Corona-Lockdown nur bis zum kommenden Sonntag (10. Januar). Bereits vor der Ministerpräsidentenkonferenz am Dienstag (5. Januar) ist jedoch durchgesickert, dass die Ministerpräsidenten – unter anderem Armin Laschet (CDU) für NRW – für eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 31. Januar stimmen wollen. Als erstes berichtete BILD exklusiv darüber.

Die Corona-Zahlen sind am heutigen Montag (4. Januar) in Deutschland zwar so niedrig wie seit langem nicht mehr (9847 Neuinfektionen) – doch sie sind auch mit Vorsicht zu genießen (alle Nachrichten zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Corona: Lockdown-Verlängerung wahrscheinlich – Ministerpräsidenten sind einstimmiger Meinung

Aufgrund der vielen Feiertage und Wochenenden zwischen Weihnachten und Neujahr geben die heutigen Corona-Zahlen nur bedingt das wahre Infektionsgeschehen wieder. Tatsächlich arbeiten die meisten Gesundheitsämter an Feiertagen und Wochenenden nur in kleinerer Besetzung oder zum Teil gar nicht – die Corona-Zahlen werden deshalb meist nur verzögert an das RKI geliefert.

Zudem rechnen viele Experten nach Weihnachten und Silvester mit einer Zunahme der Neuinfektionen – bedingt durch private Feiern und Zusammenkünfte. Diese werden sich jedoch erst nach etwa zwei Wochen in den Zahlen niederschlagen. Die Dunkelziffer dürfte am heutigen Montag (4. Januar) also bedeutend höher sein.

Corona-Beratungen: Ministerpräsidenten wie Laschet beraten über Lockdown-Verlängerung mit Merkel

Das wissen auch die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel – und sollen sich aus diesem Grund über die Lockdown-Verlängerung einig sein. Die Verlängerung des Lockdowns zeichnete sich zudem nach Informationen der dpa auch bereits bei einer Schaltkonferenz der Staatskanzlei-Chefs am Samstag (2. Januar) ab. 

Uneinigkeit herrscht vor der Ministerpräsidentenkonferenz jedoch noch darüber, um wie lange der Lockdown verlängert werden soll – und ob die Schulen in Deutschland trotz Lockdown wieder geöffnet werden sollen.

Corona-Lockdown: Verlängerung bis 31. Januar möglich – Restaurants und Fitnessstudios weiter geschlossen

Derzeit stehen offenbar zwei Termine im Raum: Die Ministerpräsidenten in Bayern, Thüringen, Sachsen und dem Saarland wollen eine Verlängerung bis zum 31. Januar. Das bedeutet: Restaurants, der Einzelhandel oder Fitnessstudios – sie alle würden noch mindestens drei weitere Wochen geschlossen bleiben.

„Vorschnelle Lockerungen würden uns wieder weit zurückwerfen“, äußerte sich Bayern-Chef Markus Söder (CSU) in der Bild am Sonntag (3. Januar). Erst nächste Woche wisse man wirklich, wie sich Weihnachten und Silvester auf die Infektionszahlen ausgewirkt hätten. In Thüringen soll sogar geplant werden, den Bewegungsumkreis der Menschen auf 15 Kilometer einzuschränken.

Corona-Lockdown: Merkel und NRW-Ministerpräsident Laschet für Verlängerung

Sachsens Ministerpräsident äußerte sich gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland außerdem wie folgt: „Die Erfahrungen unserer Nachbarn zeigen, frühes Lockern führt zu einem sprunghaften Anstieg der Infektionen.“ Der Ministerpräsident plädiere dafür, „konsequent zu sein und Nervenstärke zu haben.“

Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kündigte bereits an, dass er ein Ende des Lockdowns für unwahrscheinlich hält. „Die Erwartung, dass nächste Woche alles zu Ende ist mit dem Lockdown, die muss man - glaube ich - den Menschen nehmen. Wir werden noch eine längere Zeit durchhalten müssen“, so der NRW-Ministerpräsident am vergangenen Mittwoch (30. Dezember).

Corona: Lockdown-Verlängerung bis 24. Januar? So denken die Ministerpräsidenten und Merkel darüber

Andere weniger betroffene Länder, wie beispielsweise Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, plädieren hingegen nur für eine Lockdown-Verlängerung bis zum 24. Januar, also um zwei weitere Wochen.

„Dass Ministerpräsidenten aus Ländern mit deutlich höheren Inzidenzen als Niedersachsen eine Verlängerung bis Ende Januar fordern, kann ich natürlich nachvollziehen“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), fügte jedoch hinzu: „Wir brauchen für im wahrsten Sinne ‚weitreichende‘ Entscheidungen aber auch gesicherte Grundlagen.“ Dennoch soll am Dienstag (5. Januar) eine gemeinsame, bundesweite Entscheidung fallen.

Corona-Lockdown: Schulen wieder öffnen nach den Weihnachtsferien?

Spannend wird es auch beim Thema Schulpolitik: Während Bundesländer, die weniger stark von Corona getroffen wurden, für eine Öffnung der Schulen für Wechselunterricht sind, wollen andere, stärker betroffene Länder, die Schulen nach Ende der Weihnachtsferien am 10. Januar weiterhin geschlossen lassen. Noch am Montag (4. Januar) wollen sich die Bildungsminister über mögliche Schulöffnungen beraten.

Immerhin ein kleiner Lichtblick im Corona-Durcheinander: Laut BILD-Informationen sollen die Novemberhilfen in Kürze ausgezahlt werden. Demnach wolle man ab Montag (4. Januar) mit der Abwicklung beginnen.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa, Christophe Gateau/dpa, Reuters/Pool/Thilo Schmuelgen/dpa, Collage: Ruhr24

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