Strategie gegen Russlands Feldzug

NRW-Bank will Russland im Ukraine-Krieg mit milden Waffen stoppen

In der Ukraine ist Krieg und Deutschland rüstet auf. Doch eine Bochumer Bank sucht Alternativen.

Bochum – Der NRW-Waffenkonzern Rheinmetall rechnet bereits damit, tausende freie Stellen in naher Zukunft besetzen zu können*. Denn Deutschland plant die massive Aufrüstung der Bundeswehr. Doch eine Bank aus Bochum will das nicht unterstützen, erfuhr RUHR24*: Statt aufzurüsten, solle sich Europa für den Frieden einsetzen. Für Waffen und die Rüstungsindustrie dürfe „kein Cent“ ausgegeben werden.

GeldinstitutGLS Gemeinschaftsbank eG
Gründung11. März 1974
Selbstverständnisnachhaltigen Bankgeschäft für ein zukunftsweisendes, verantwortungsvolles Wirtschaften

Ukraine-Krieg: Bochumer Bank spricht sich gegen Aufrüstung der Bundeswehr aus

Von den gigantischen Summen, die die Politik an neuen Militärausgaben plant, profitiert vor allem die Rüstungsindustrie, wie beispielsweise Rheinmetall in NRW*. Ob gepanzerte Fahrzeuge, Waffen oder Munition – das Unternehmen aus Düsseldorf stellt alles her, was es in einem Krieg braucht.

Ein Weg zu dauerhaftem Frieden in Europa schlage man mit der massiven Aufrüstung des Militärs allerdings nicht ein. Davon geht jedenfalls die GLS-Bank mit Sitz in Bochum aus. Das Geldinstitut setzt sich seit seiner Gründung im Jahr 1974 für nachhaltige Bankgeschäfte ein (mehr Nachrichten aus dem Ruhrgebiet* auf RUHR24).

Zum Nachhaltigkeitsverständnis der Bank gehört unter anderem auch, dass kein Geld in Rüstung und Waffen investiert wird. Geschäfte und Profite durch Investments in diesen Branchen lehnt die GLS Bank konsequent ab.

Bochum: Bank aus dem Ruhrgebiet will dauerhaften Frieden statt Aufrüstung in Europa

Stattdessen fordert die Bank aus dem Ruhrgebiet* eine Außen- und Klimapolitik, die auf einen dauerhaften Frieden in Europa hinarbeite. Dazu gehöre auch eine friedensstiftende Energiewende, welche ohne Kohle- und Atomenergie, Erdöl und langfristig auch ohne Gas auskommen müsse. Die Abhängigkeit von einzelnen Gas-Lieferanten wie Russland würde damit der Vergangenheit angehören.

„Wir stehen hinter den Wirtschaftssanktionen gegen Putin und die Oligarchen in Russland. Wir sind bereit, unseren Wohlstand einzuschränken und unsere Komfortzone im Streben nach Frieden und Freiheit für alle Menschen zu verlassen“, so GLS Vorstandssprecher Thomas Jorberg.

Bevor Deutschland nun massiv aufrüste, solle man darüber nachdenken, „in was für einem Europa wir in Zukunft leben wollten? Einem friedvollen Europa? Oder in einem Europa mit hochgerüsteten Armeen auf allen Seiten?“, fragt die GLS-Bank.

Bochum: Hilfe für vom Ukraine-Krieg betroffene Menschen statt Aufrüstung

Kritiker der aktuellen Aufrüstung meinen, dass ein Wettlauf um die besten Armeen und die schlagkräftigsten Waffen nicht unbedingt friedensstiftend sei. Stattdessen könne eine massive Aufrüstung auf beiden Seiten Krieg zu einer permanenten, realen Gefahr für Europa machen.

Im Zuge des Kriegs in der Ukraine soll die Bundeswehr massiv aufgerüstet werden.

Statt Investitionen in Waffen zu tätigen, so die Bank in ihrer Mitteilung, bräuchten alle Menschen, die nun unmittelbar vom Krieg betroffen sind, Hilfe und Unterstützung – sowohl alle in der Ukraine lebenden Menschen, als auch die russische Bevölkerung, die von ihrer Regierung in diesen Krieg gezwungen worden sei (mehr Nachrichten zum Krieg in der Ukraine im Live-Ticker* auf RUHR24).

Krieg in der Ukraine: Bank aus Bochum will Alternativen zur Aufrüstung suchen

So ermöglicht die Bochumer Bank Soforthilfen für alle vom Krieg betroffenen Menschen, und rief unter anderem die Plattform unterkunft-ukraine.de ins Leben, über die Geflüchtete Übernachtungsmöglichkeiten in Deutschland finden können.

„Europa braucht keine Aufrüstung, sondern eine langfristige Zukunftsvision für Frieden, Freiheit und Klimagerechtigkeit“, heißt es in der Mitteilung der Bank angesichts der Aufrüstungspläne Deutschlands weiter. Statt im Zuge des Ukraine-Kriegs Milliarden für Waffen auszugeben, müssten nun alle gemeinsam an Alternativen zur neuen Aufrüstung arbeiten.*RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen, Philipp Schulze/DPA; Collage: RUHR24

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