Brand im Affenhaus 

Neue Erkenntnisse nach dem Feuer-Drama im Zoo Krefeld: Polizist musste Gorilla erschießen

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Neue Erkenntnisse nach dem Brand im Affenhaus in Krefeld.

Bei dem Feuerdrama im Krefelder Zoo starben über 30 Affen - nur zwei überlebten. Nun kamen neue Erkenntnisse an die Öffentlichkeit. 

  • Bei einem Feuer im Zoo Krefeld sind an Neujahr mehrere Affen ums Leben gekommen.
  • Ausgelöst wurde der Brand wohl durch eine Himmelslaterne.
  • Nun sind neue Details bekannt geworden. 

Update, Dienstag (21. Januar), 14.45 Uhr: Der Comedian Felix Lobrecht (31) sorgte jetzt für einen besonders fragwürdigen Auftritt. So macht er sich in einem Video auf YouTube über die gestorbenen Affen lustig. Auch das verheerende Buschfeuer in Australien kommt bei dem Berliner nicht gut weg.

Update, Mittwoch (15. Januar), 7.44 Uhr: Nach den tragischen Ereignissen im Krefelder Zoo sind nun neue Details bekannt geworden. Ein Gorilla wurde bei dem Brand im Affenhaus schwer verletzt, jedoch erst am Morgen nach dem Brand gefunden, sodass er von der Tierärztin eingeschläfert werden sollte. Da sie es allerdings nicht schaffte, musste er letztendlich von einem Polizeibeamten durch Schüsse aus einer Maschinenpistole erlöst werden. 

Nach dem Brand im Affenhaus: Gorilla im Krefelder Zoo musste erschossen werden 

Auch ein anderer Orang-Utan wurde am Morgen gefunden. Er wurde von der Tierärztin eingeschlägert. Schon während des Brandes hätten sich zahlreiche Polizisten mit Maschinenpistolen um das Affenhaus herum positioniert, um im Notfall schwer verletzte oder panische Tiere zum Schutz der Einsatzkräfte aufzuhalten. Dazu sei es zum Glück nicht gekommen. Diese Informationen gehen nun aus einem Bericht des Innenministeriums an den nordrhein-westfälischen Landtag hervor. 

Update, Montag (6. Januar), 20 Uhr: Der Zoo Krefeld meldet sich zurück - mit einer guten Nachricht. Die beiden geretteten Affen seien derzeit auf den Weg der Besserung. So schreibt der Zoo in einem Statement bei Facebook: "Den beiden geht es sechs Tage nach dem Brand gesundheitlich gut. Sie haben Verbrennungen an Händen, Füßen und im Gesicht, aber das Haarkleid ist vollständig erhalten. Beide essen und trinken gut."

Und eine weitere gute Nachricht gibt der Zoo bekannt: Bally und Limbo dürfen bald von der Krankenstation ins Gehege zurück. "Aktuell sind sie noch zusammen in den Krankenräumen, werden aber in den nächsten Tagen den dritten, nicht einsehbaren Abschnitt der Gorilla Garten-Innenanlage beziehen. Wir spüren, dass ihnen die Betreuung durch die vertrauten Pfleger auch seelischen Halt gibt. Daher gibt es auch keine konkreten Umzugspläne."

Zoo Krefeld gibt ebenfalls Update über die Bestattung der getöteten Affen 

Auch auf aktuelle Gerüchte geht der Zoo Krefeld ein. Die 30 Affen, die ihr Leben bei dem Feuerdrama lassen mussten, werden nicht auf dem Gelände des Zoos beerdigt. Dennoch haben sich die Mitarbeiter etwas anderes einfallen lassen.

"Die Zoomitarbeiter, die seit vielen Jahren einen engen Kontakt mit den Tieren pflegten, haben sich im Rahmen ihrer Trauerbewältigung gegen eine Urnengrabstätte auf dem Zoogelände ausgesprochen. Die Zooleitung wird diesen Wunsch respektieren. In fernerer Zukunft werden wir einen Gedenkort im Zoo einrichten."

Erstmeldung, Sonntag (5. Januar), 15.50 Uhr: Krefeld - Die Polizei ist sich sicher: Eine fliegende Himmelslaterne hat den schrecklichen Brand im Zoo Krefeld ausgelöst. Sie soll in der Silvesternacht auf dem Dach des Tropenhauses gelandet und so das Feuer entfacht haben.

Nach Feuer-Drama in Krefelder Zoo: Ministerin kritisiert Verkäufer

Nun geht es um die Frage, wer Schuld an der Katastrophe in Krefeld trägt. Drei Frauen, die die Laternen mutmaßlich gen Himmel schickten, haben sich mittlerweile bei der Polizei gemeldet. Doch NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sieht auch beim Verkäufer der Laternen eine Mitverantwortung.

„Wichtig ist auch die Frage, warum solche gefährlichen Gegenstände wie Himmelslichter bei uns so einfach in den Verkehr gebracht werden können, obwohl die Anwendung verboten ist“, sagte sie am Samstag gegenüber  der Rheinischen Post.

Himmelslaternen schuld am Feuer in Krefeld? - Händler verkaufen sie weiter

Und tatsächlich: Auch mehrere Tage nach der Katastrophe in Krefeld ist es kein Problem, Himmelslaternen zu kaufen. Sie werden bei verschiedenen Online-Händlern angeboten und auch nach Deutschland verschickt.

Ein Hersteller, der seine Produkte auch nach wie vor nach Deutschland sendet, ist die britische Firma Night Sky Laterns. Auf Twitter hat sich das Unternehmen bereits am Tag nach dem Feuer-Drama im Krefelder Zoo zu Wort gemeldet - und die Berichterstattung als Fake News bezeichnet.

Nach Brand im Zoo Krefeld: Himmelslichter-Hersteller kritisiert Berichterstattung

"Nicht die Himmelslichter, sondern die, die sie falsch benutzen, sind schuld", schreibt das Unternehmen. Tatsächlich betont die Firma auf ihrer Homepage, wie wichtig es sei, nur hochwertig produzierte Himmelslaternen exakt nach Anweisung zu verwenden. So könnten Katastrophen verhindert werden.

Sogenannte Himmelslichter sollen das Feuer im Zoo Krefeld verursacht haben.

Viele Twitter-Nutzer sehen das scheinbar anders. In den Kommentaren unter dem Tweet äußern sie ihren Unmut. "Das ist fliegender Müll", äußert sich ein Nutzer. Ein anderer führt an: "Es gibt keine sichere Art, Himmelslichter zu nutzen. Wenn sie fliegen, sind sie außer Kontrolle und gefährlich."

Hersteller schockiert: Himmelslaternen für tote Affen steigen lassen

Doch Night Sky Laterns geht noch einen Schritt weiter. Am zweiten Januar rief das Unternehmen dazu auf - in Gedenken an die toten Affen - Himmelslaternen steigen zu lassen. Ein Hohn, wenn man bedenkt, dass genau eine solche Laterne den Tod der Affen verursacht haben soll.

Versucht die Firma hier die Tragödie für Werbezwecke zu instrumentalisieren? Es scheint so. Auch die Twitter-Nutzer sind erbost und reagieren mit zahlreichen kritischen Kommentaren. Über 700 sind es mittlerweile. Einer der Kommentatoren bringt es auf den Punkt. Er schreibt: "Das ist entsetzlich."