Krefeld scheitert mit Wildtier-Verbot für Zirkus - Das ist die Begründung des Gerichts

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Tiere im Zirkus Charles Knie. Foto: dpa

Die Stadt Krefeld ist mit dem Versuch gescheitert, einem Zirkus zu verbieten, Wildtiere zu zeigen. Das hat das Verwaltungsgericht in Düsseldorf entschieden.

Im Streit um ein Zirkus-Gastspiel in Krefeld hat sich das Düsseldorfer Verwaltungsgericht auf die Seite der Zirkusleute gestellt. Sie dürfen Wildtiere zeigen.

Die Stadt Krefeld dürfe den Zirkus nicht wegen seiner Wildtiere mit einem Auftrittsverbot belegen, entschied das Gericht am Dienstag im Eilverfahren. Ein solches Verbot verstoße gegen die Berufsfreiheit.

Das Tierschutzgesetz sehe ein Verbot des Zeigens von Wildtieren nicht vor. Außerdem handele die Stadt willkürlich, indem sie einen anderen Zirkus mit Wildtieren auftreten lasse, kritisierte das Gericht.

Krefeld legt für Gericht kein schlüssiges Konzept vor

Die Stadt könne kein schlüssiges Konzept ihrer Entscheidung vorweisen. Weitere von der Stadt behauptete Gefahren (nächtlicher Lärm, Gefahr durch ausbrechende Tiere etc.), die vom Zirkus ausgingen, seien weder plausibel dargelegt noch nachgewiesen worden.

Gegen die Entscheidung ist noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster möglich. Der Zirkus "Charles Knie" hatte gegen das Auftrittsverbot geklagt und sich auf die Rechtsprechung mehrerer Gerichte berufen. Er will im Juni in Krefeld gastieren.

Dort hatte sich 2016 ein Ausschuss des Stadtrats gegen Zirkus-Auftritte mit Wildtieren ausgesprochen. Viele Städte haben ähnliche Beschlüsse gefasst. mit dpa-Material