Tödliche Gefahr

NRW-Minister Laumann richtet wichtigen Appell an alle Antibiotika-Nutzer

NRW-Gesundheitschef Karl-Josef Laumann warnt vor resistenten Bakterien. Auch Ärzte sind angemahnt.

NRW – Antibiotika: Seit 1942 haben die Arzneimittel das eine oder andere Leben gerettet. Vor 80 Jahren kam mit dem Penicillin das erste Antibiotikum auf den Markt. Der Schotte Alexander Fleming, Mediziner und Bakteriologe, entdeckte das Wundermittel durch Zufall. Viele Jahre später haben einige Antibiotika an Wirkung verloren – davor warnt jetzt auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

ArzneiAntibiotikum
Entdeckung1928 durch Alexander Fleming
ProblemResistenzen

NRW: Laumann appelliert an Antibiotika-Nutzer und warnt vor Resistenzen

„Wir brauchen Antibiotika auch zukünftig, um bakterielle Infektionen wirkungsvoll bekämpfen zu können. Deswegen ist es von großer Bedeutung, dass alle Beteiligten, also neben den Medizinerinnen und Medizinern auch die Patientinnen und Patienten, umsichtig mit Antibiotika umgehen. Sie müssen genau wie verschrieben eingenommen werden”, erklärt Laumann.

Der Grund für diesen Appell sind gestiegene Antibiotika-Resistenzen weltweit. Laut Robert-Koch-Institut sind sie eine der größten Heraus­forderungen für die globale Gesundheit dieser Zeit. Deswegen hat die NRW-Landesregierung zur rationalen Antibiotika-Versorgung aufgerufen.

Die Kampagne sensibilisiert Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten dafür, dass ein übermäßiger Gebrauch von Antibiotika Resistenzen fördern kann.

NRW: Laumann warnt vor Antibiotika-Resistenzen – Auch Ärzte sollen aufpassen

Antibiotika sind ein wichtiges Mittel bei der Behandlung von bakteriellen Infektionen, die ohne sie schwer oder sogar tödlich verlaufen können. Immer häufiger treten jedoch Infektionen auf, gegen die auch kein Antibiotikum helfen kann – eine Resistenz hat sich gebildet.

Eine Ursache dafür steht laut NRW-Gesundheitsministerium fest: Eine unsachgemäße Verordnung durch Ärztinnen und Ärzte, etwa bei viralen Infektionen, oder eine zu häufige Verwendung von Breitbandantibiotika, welches mehr als einen Erreger bekämpft.

Der Appell: Patienten sollten bei der Verwendung sich strikt an die Vorgaben der Ärzte halten und eine begonnenen Therapie weder zu früh abbrechen, noch länger als verordnet fortführen.

Bei vielen bakteriellen Infektionen können Antibiotika als Medikament zum Einsatz kommen.

NRW: Corona-Pandemie sorgt für weniger Antibiotikum-Verbrauch

Dabei wurde laut dem Ärzteblatt seit 2020 weniger Antibiotikum verordnet, als in den Jahren zuvor. Der Grund sei die Corona-Pandemie. Wurden im Jahr 2019 noch 29,5 Millionen Verordnungen ausgegeben, waren es 2020 nur noch 21,8 Millionen. Und das obwohl niedergelassene Haus- und Fachärzte in Deutschland im internationalen Vergleich Antibiotika bereits vor der Corona-Pandemie überaus moderat verordnet haben, heißt es darin.

Was ist eine Antibiotika-Resistenz?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) schreibt dazu: Wenn ein neues Antibiotikum auf den Markt kommt, dauert es oft nicht lange, bis die ersten Resistenzen auftreten. Jeder Einsatz von Antibiotika fördert die Bildung von Resistenzen: Empfindliche Bakterien werden abgetötet – die resistenten jedoch überleben und vermehren sich weiter.

Antibiotika­resistente Erreger treten daher oft dort auf, wo viele Antibiotika eingesetzt werden, etwa in Kliniken, aber auch in der Landwirtschaft. Infektionen mit resistenten Erregern lassen sich meist schwieriger behandeln und können einen komplizierteren Verlauf nehmen.

Im Rahmen der Aktionswoche der Landesregierung von NRW werden Informationsmaterialien für Patienten zur Verfügung gestellt, die über einen sachgemäßen und sicheren Einsatz von Antibiotika aufklären. Weitere Informationen gibt es auf einer Unterseite des NRW-Gesundheitsministeriums.

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