Acht Jahre früher

Kohleausstieg vorgezogen: RWE zieht schon 2030 den Stecker

Der Ausstieg aus der Kohle findet acht Jahre eher statt als geplant. Das Land NRW kündigt an, dass RWE den Kohleausstieg voraussichtlich auf 2030 vorzieht.

NRW - Zusammen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz haben das Land Nordrhein-Westfalen und der Konzern RWE AG inmitten der Energiekrise eine Entscheidung getroffen. RWE soll schon im Jahr 2030 aus der Kohle aussteigen. Ursprünglich war für den Kohleausstieg das Jahr 2038 geplant.

Energie-KonzernRWE AG
SitzEssen
Umsatz24,5 Mrd. Euro (2021)

Kohleausstieg von RWE im rheinischen Gebiet spart CO2 und rettet das Zuhause zahlreicher Familien

Das Land NRW teilt mit, dass der verfrühte Kohleausstieg von RWE aus einer sogenannten Eckpunkt-Entscheidung hervorgeht. So wird sich der Konzern acht Jahre eher aus dem rheinischen Gebiet zurückziehen. Das soll in etwa 280 Millionen Tonnen CO₂ einsparen. Wirtschafts- und Klimaschutzministerin von NRW Mona Neubaur (Grüne) kündigt zudem an:

„Mit der heutigen Vereinbarung schaffen wir nicht nur Klarheit für die Menschen in den Dörfern Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich und Berverath, sondern sichern für die dort lebenden Familien auch den Eggerather Hof, Roitzerhof und den Weyerhof.“ Diese Orte bangten lange wegen einer geplanten Umsiedlung, die im Jahr 2030 für den Kohleabbau starten sollte. Laut der Landesministerin ist das jetzt vom Tisch.

RWE zieht früher den Stecker – eine Ortschaft wird trotzdem für die Kohle abgebaggert

Dennoch werden der Konzern, aber auch der Bund und das Land, auch für ihre Entscheidung kritisiert. Obwohl der Kohleausstieg im rheinischen Gebiet schon im Jahr 2030 erfolgen soll, gibt es einen Haken. Zwei Kohlekraftwerke gehen nicht planmäßig dieses Jahr schon vom Netz, sondern werden weiter für die Energie-Erzeugung durch Braunkohle verwendet. Eines dieser Kohlekraftwerke nimmt im Ruhrgebiet den Betrieb plötzlich wieder auf.

Manche betrachten die Maßnahmen als „bitter, aber unumgänglich“. Andere Umweltaktivistinnen und Aktivisten wie Greenpeace oder Fridays for Future üben scharfe Kritik an der Entscheidung und werfen den Ministerien Profitinteresse vor. So ist eine Konsequenz der Abmachung auch, dass die Kohle unter dem Ort Lützerath noch abgebaut wird.

Der Energiekonzern RWE plant acht Jahre eher aus der Kohle auszusteigen.

Das bedeutet, dass die Ortschaft für den Kohleabbau zerstört wird. Das Land NRW rechtfertigt die Maßnahme damit, dass die Mittel und Ressourcen fehlen, den bereits verlassenen Ort zu reaktivieren. Zusätzlich bezieht sich das Land ein weiteres Mal auf die Herausforderungen, die der Krieg Russlands in der Ukraine versorgungstechnisch nach sich zieht (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Rubriklistenbild: ©  Jochen Eckel/Imago

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